Corona-News für Touristen

Corona-Urlaub in Griechenland: Das müssen Reisende jetzt wissen

Griechenland ist Risikogebiet – das RKI setzt das beliebte Urlaubsziel wegen Covid-19 auf die Corona-Risikoliste. Was bedeutet das für den Sommerurlaub bedeutet.

Berlin – Die griechischen Spatzen pfiffen es schon seit Tagen von den Dächern Athens. Aufgrund der Corona-Inzidenz in Griechenland stuft das Robert Koch-Institut (RKI) das Land am Freitag, 16. Juli 2021, ebenso wie die Niederlande ab dem 18. Juli 2021 zum Risikogebiet ein. Vor allem auf den griechischen Inseln stieg die Zahl der Neuinfektionen alle drei Tage um fast 200 Prozent. Ab Dienstag, 24. August gelten beliebte Urlaubsinseln wie Kreta oder Mykonos als Hochrisikogebiete.

Land:Griechenland
Hauptstadt:Athen
Bevölkerung: 10,72 Millionen (2019) Eurostat
Währung:Euro
Inseln: 3054 (Inseln, Inselchen, Eilande, Felseninseln, Felsen und Riffe)

Die 7-Tage-Inzidenz liegt nach neusten Erkenntnissen bei 167,8 (Stand: 16. Juli 2021). Insgesamt ist die Rede von 2794 neuen Fällen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Des Weiteren verzeichnete das Land weitere sechs Todesfälle durch Covid-19.

Inzidenz in Griechenland: Auswärtiges Amt rät nach der Einstufung durch das RKI von Reisen in das Risikogebiet ab

Die Einstufung des RKI hat zur Folge, dass das Auswärtige Amt von Urlaubsreisen für deutsche Urlauber abrät. Ein Lichtblick gibt es allerdings noch: Denn während Portugal und Zypern sogar als Hochinzidenzgebiete deklariert werden, zieht nach einem Urlaub im Risikogebiet Griechenland noch zwangsläufig keine Quarantänepflicht von fünf bis zehn Tagen für Ungeimpfte und nicht Genesene nach sich.

In Griechenland steigen die Infektionszahlen seit mehreren Wochen stark an – seit die Regierung die Corona-Maßnahmen gelockert hat und viele junge, noch ungeimpfte Menschen das Nachtleben in vollen Zügen auskosteten. Auf der griechischen Insel Mykonos gilt ein nächtliches Ausgehverbot.

Junge Menschen tragen Verantwortung für die hohe Corona-Inzidenz in Griechenland

„Das durchschnittliche Alter der neu Erkrankten beträgt 27 Jahre, es wurden Hunderte Fälle im Zusammenhang mit Unterhaltungsbetrieben gemeldet“, sagte Zivilschutzchef Nikos Chardalias.

  • Besonders betroffen von der hohen Inzidenz ist Griechenland, das sind die Städte:
  • Athen
  • Chalkidiki
  • Heraklion (Kreta)
  • Ios
  • Mykonos
  • Paros
  • Rethymnon (Kreta)
  • Rhodos
  • Santorini
  • Thessaloniki

Unlängst reagierte die griechische Regierung mit einem Tanzverbot für Griechenland-Urlauber und Einheimische. Bedeutet: Es ist nur noch erlaubt, dass Menschen in Gaststätten sitzen, und nicht mehr zusammenstehen oder tanzen. Bei Verstößen drohen den Gaststätten und Kneipen harte Strafen: Bußgelder, mehrtägige Sperren oder sogar Lizenzentzug stehen im Raum.

Weitere Corona-Maßnahmen wie das Aussperren von Ungeimpften in Innenräumen von Restaurants beziehungsweise weitere Einschränkungen für nicht geimpfte Personen traten bereits vor einigen Tagen in Kraft.

Demonstrationen gegen Impfpflicht: Griechinnen und Griechen gehen gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße

Darüber hinaus beschloss die Regierung eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitssektor, der Altenpflege und beim Militär. Genau diese ganzen Maßnahmen brachte das griechische Temperament so weit zum Brodeln, dass tausende Griechinnen und Griechen für Demonstrationen auf die Straße gingen. Etwa 4000 Menschen zog es am Mittwoch, 14. Juli 2021, vor das Parlament in Athen. Auch in Thessaloniki und auf Kreta kam es zu Protesten.

Demonstranten bestanden vor Ort auf ihre Rechte und zogen gegen eine mögliche Zweiklassengesellschaft aus Geimpften und Ungeimpften ins Feld. „Es wird für uns (Verweigerer) immer enger. Wir haben das Recht, uns nicht impfen zu lassen“, ließen die Demonstrierenden gegenüber Reporterinnen und Reportern verlauten.

Inzidenz in Griechenland: Zahl der Intensivpatienten bleibt trotz der hohen Infektionszahlen gering

Glücklicherweise hat der hohe Inzidenzwert in Griechenland bisher keine Überlastung des Gesundheitssystems zur Folge. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen bliebt auf einem niedrigen Niveau. Derzeit müssen „nur“ 132 Patienten im Krankenhaus beamtet werden.

Griechenland ist Corona-Risikogebiet: RKI rät von Reisen ab.

Die neuen Einstufungen sind unter Umständen aber nur für kurze Zeit gültig. Schließlich hat die Bundesregierung bereits verkündet, dass der Bund an einer neuen Einreiseverordnung ab dem 1. August sitzt. Mit dieser neuen Einordnung sollen Risikogebiete scheinbar ganz wegfallen. Derzeit fallen immerhin 82 Länder unter diese Kategorie. Hinzu kommen 29 Hochinzidenz- und 11 Virusvariantengebiete.

Griechenland als Risikogebiet: Was gilt jetzt für deutsche Reisende, Touristen und Urlauber?

Aber was gilt jetzt eigentlich ab Sonntag für deutsche Urlauber mit der Einstufung zum Risikogebiet, die sich auf dem Rückweg von Griechenland in die Bundesrepublik befinden? So furchtbar viel ändert sich für Urlauber nicht, aber so wenig ist es dann auch wieder nicht.

Risikogebiet Griechenland: Was heißt das für Rückkehrer aus dem Urlaubsland am Mittelmeer

Im Klartext bedeutet die Einstufung Griechenlands zum Risikogebiet: Ungeimpfte Urlauber sind verpflichtet, ab Sonntagnacht (Punkt 12:00 Mitternacht) aus allen Abflughäfen, ob griechische Inseln oder Festland, einen negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test (72 Stunden) vorweisen zu können, wenn sie wieder zurück nach Deutschland reisen wollen.

Was gilt für Genesene auf der Rückreise aus Griechenland?

Für Geimpfte gilt derweil: Immer den digitalen oder schriftlichen Nachweis an der Frau oder am Mann haben. Gleiches trifft auch auf Genesene zu. Hier reicht ein PCR-Test aus, in dem ein positives Ergebnis deutlich hervorgeht. Das Dokument darf allerdings nicht älter als sechs Monate sein.

Corona-Inzidenz über 50: RKI stuft Griechenland als Risikogebiet ein. (kreiszeitung.de-Montage)

Neu ist hingegen, dass bei der Einreise in Deutschland spontane Schnelltests nach der Landung verfügt werden können. Diese Regelung gilt ausnahmslos für alle Urlauber, die aus Griechenland zurückkommen. Aber wie es in Deutschland nun einmal fast schon Gesetz ist, ist die Ausnahme fast schon die Regel: Denn Kinder bis zu 6 Jahren sind von der Testpflicht bei der Rückreise ausgenommen.

Was gilt für Urlauber, die nach Griechenland fliegen?

Erste Hotels auf Kreta, Rhodos und Kos, teilten FOCUS Online mit, dass sie an den Rezeptionen Infomaterial bereitstellten und in Touristen-Regionen vorzugsweise alle Urlauber (ungeimpft, genesen und geimpft) bedienen würden. Ausreichend ist dafür ein negativer Schnelltest oder PCR-Test für Ungeimpfte. Gültig sind ebenfalls Impf- und Genesenen-Nachweise. Des Weiteren müssen sich Reisende selbstverständlich an die Vorgaben vor Ort halten.

Für Ungeimpfte gilt: Steigen die Infektionszahlen weiter hoch, könnte nach der Rückkehr eine Quarantänepflicht anstehen.

Was gilt für Kinder?

Kinder ab 6 Jahren, die nachweislich an Corona erkrankt oder nicht geimpft sind, müssen bei Rückkehr nach Deutschland ebenfalls einen PCR-Test über sich ergehen lassen.

Sind Kreuzimpfungen bei Urlaubern in Griechenland akzeptiert?

Da diese selbst in Griechenland von den hiesigen Gesundheitsbehörden als Corona-Impfungen verabreicht werden, gehört die südeuropäische Nation nicht zu den Ländern, die keine Urlauber mit Kreuzimpfungen akzeptieren. Selbst, wenn die WHO vor einer Kreuzimpfung warnt*. Reisende gelten somit 14 Tage nach der Zweitimpfung als „vollständig geimpft“.

Kreuzimpfungen werden von den griechischen und niederländischen Gesundheitsbehörden durchgeführt, daher werden diese auch in beiden Ländern akzeptiert. Reisende gelten somit 14 Tage nach der Zweitimpfung als „vollständig geimpft“.

Kreuzimpfungen oder Mix-and-Match-Impfstoffe sind eine Mischung aus Vektor- und mRNA-Impfstoffen. Dabei erhalten die Impfwilligen zunächst Astrazeneca und danach entweder Impfpräparate von Biontech oder von Moderna.

Risikogebiet Griechenland: Soll ich meinen Urlaub stornieren?

Grundsätzlich wird von Reisen in Risikogebiete abgeraten, weil ein kostenloses Stornierungsrecht ausbleibt. Verbrauchexperten sagen deshalb, dass der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung ratsam ist. Hier differenzieren Anbieter grundsätzlich zwischen einer Jahres-Police, die auf eine bestimmte Summe pro Jahr angesetzt ist, und Einzelpolicen, die explizit für eine bestimmte Reise gebucht werden können.

Deshalb sollten sich Urlauber und Reisende zusätzlich genau informieren, ob die Versicherungen auch Pandemien abdecken. Bei veralteten Reiseversicherungen kann es die Möglichkeiten zu einem Upgrade geben, damit ein Pandemieschutz vorliegt.

Sollten Reisende für Griechenland eine Covid-Reiseversicherung und Auslandskrankenversicherung abschließen?

Ein Covid-Reiseschutz ist vor allem ratsam, wenn eine Fluggesellschaft einem Passagier mit Fieber den Zutritt zum Flugzeug verwehren könnte. Gleiches gilt für die Möglichkeit, dass ein Hotelier oder Ferienwohnungsbesitzer einem Gast mit Corona-Symptomen den Zutritt untersagt. Das kann übrigens auch auf Vollgeimpfte und Genesene und nicht nur Corona-Infizierte zutreffen.

Aus diesen Gründen kann sich auch eine private Auslandskrankenversicherung für den Urlaub auszahlen. Das empfehlen jedenfalls Verbraucherzentralen. Die Kosten solch einer Police bewegen sich bei etwa zehn Euro im Jahr.

Der Vorteil einer Auslandskrankenversicherung liegt klar auf der Hand: Im Fall der Fälle müssen sich Reisende nicht mit anstehenden Behandlungskosten herumschlagen. Darüber hinaus übernimmt der Anbieter in den meisten Fällen für einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland die Kosten – eine Leistung die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel übernehmen. Transparenzhinweis: Aktualisiert am 18. Juli 2021 um 14 Uhr. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Yorgos Karahalis/dpa

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