Lage im Königreich

Coronavirus: 41 Todesfälle womöglich auf CL-Spiel zurückzuführen

Einer Studie zufolge haben 41 Corona-Tote ihren Ursprung in einem Champions-League-Spiel. FC Liverpool und Atlético Madrid hatten noch am 11. März gespielt.

  • Das Vereinigte Königreich (UK) kämpft gegen das Coronavirus Sars CoV-2*
  • Regierung testet auf einer Insel erstmals eine Corona-Warn-App
  • Boris Johnson verlängert die Ausgangssperre bis Juni, dann sollen Grundschulen, Kindergärten und Geschäfte öffnen dürfen

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Alle weiteren Infos finden Sie in unserem neuen Großbritannien-Ticker

Update, 25.05.2020, 6.30 Uhr: Dutzende Todesfälle durch das Coronavirus in Großbritannien sind laut einer Studie möglicherweise auf das Champions-League-Spiel zwischen demFC Liverpool und Atlético Madrid am 11. März zurückzuführen. 

Die Datenanalysefirma Edge Health schätzt, dass 41 Todesfälle mit dem Fußballspiel in Verbindung stehen, wie die „Sunday Times“ am Sonntag berichtete. Diese Todesfälle traten zwischen 25 und 35 Tage nach dem Spiel in Krankenhäusern von Liverpool und Umgebung auf. 

Das Achtelfinal-Rückspiel derChampions League war vor 52.000 Stadionbesuchern ausgetragen worden. Rund 3000 spanische Fans waren dafür angereist. Es war das letzte größere Fußballspiel, das in Großbritannien vor Verhängung der allgemeinen Corona-Restriktionen stattfand. 

Laut Schätzungen des Imperial College London und der Oxford-Universität hatte Spanien zu diesem Zeitpunkt bereits 640.000 Fälle von Coronavirus-Infektionen, Großbritannien 100.000. Der Bürgermeister des Liverpooler Stadtgebiets, Steve Rotheram, hatte bereits im April eine Untersuchung dazu gefordert, warum das Spiel noch vor Zuschauern im Stadion stattfinden durfte. Wenn sich Menschen bei einem Sportereignis angesteckt hätten, das nicht hätte stattfinden dürfen, sei dies „skandalös“, sagte er dem Sender BBC.

Einreisende nach GB müssen in Quarantäne

Update, 22.05.2020, 13.07 Uhr:

Großbritannien will wegen der Corona-Pandemie Ankömmlinge aus dem Ausland künftig für 14 Tage unter Quarantäne stellen. Die zweiwöchige Quarantäne solle dazu beitragen, das neuartige Coronavirus im Vereinigten Königreich einzudämmen, sagte der für Nordirland zuständige Minister Brandon Lewis am Freitag (22.05.2020) dem Fernsehsender Sky News. Aus dem Ausland einreisende britische Bürger könnten zu Hause in Quarantäne gehen, andere Einreisende müssten entsprechende Vorkehrungen für ihre Isolierung treffen.

Laut Brandon soll die Aufrechterhaltung dieser Maßnahme alle drei Wochen überprüft werden. Sie soll die schrittweise Lockerung anderer Corona-Beschränkungen ab Montag, 01.06.2020, begleiten. Bei der Quarantäne-Pflicht für Einreisende seien „zum jetzigen Zeitpunkt“ keine Ausnahmen für Länder mit niedrigen Infektionszahlen vorgesehen. Ausnahmen sind jedoch geplant für Lastwagenfahrer, medizinisches Personal sowie für Bürger des Nachbarlandes Irland.

Britischen Medien zufolge soll die Einhaltung der Quarantäne-Pflicht stichprobenartig kontrolliert werden. Bei Verstößen drohe eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Pfund (1117 Euro).

Britischer Corona-Held „Captain Tom“ soll Ritterwürde bekommen

Update, 20.05.2020, 9.20 Uhr: Der durch seine Spenden-Sammelaktion für das britische Gesundheitspersonal zum Corona-Helden aufgestiegene Weltkriegsveteran Tom Moore soll in den Ritterstand erhoben werden. Premierminister Boris Johnson nominierte den 100-jährigen „Captain Tom“ für den Ehrentitel, wie die Regierung in London am Dienstag mitteilte. Mit seiner Spendenaktion habe Moore „das ganze Land inspiriert“, erklärte Johnson. 

Der Veteran sei ein „Leuchtfeuer im Nebel des Coronavirus“. Formell wird die Ritterwürde von Königin Elizabeth verliehen, der Premierminister hat jedoch ein Vorschlagsrecht. Der allgemein in Großbritannien als „Captain Tom“ bezeichnete frühere Hauptmann hatte sich nach einer Hüft-OP vorgenommen, bis zu seinem 100. Geburtstag 100 Mal mit seinem Rollator seinen 25 Meter langen Garten abzuschreiten und sich dafür sponsern zu lassen. Er hoffte, auf diese Art 1000 Pfund zusammenzubekommen - doch die Aktion fand derart viel Zuspruch, dass Moore einen Millionenbetrag für den nationalen Gesundheitsdienst NHS zusammen bekam.

Opfer einer Spuckattacke an Covid-19 gestorben

+++ 17.33 Uhr: Nachdem sie am Londoner Bahnhof Victoria Opfer einer Spuckattacke wurde, ist eine Bahnhofsangestellte an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die 47-jährige Frau und ein Kollege wurden von einem mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierten Mann vor dem Fahrkartenschalter angehustet und bespuckt. „Der Mann hustete sie an und sagte ihnen, er habe das Virus", hieß es in der Erklärung der Verkehrsgewerkschaft TSSA.

Der Zustand der 47-jährigen Bahnhfsangestellten verschlechterte sich nach der Spuckattacke am 22. März derart, dass sie am 2. April in ein Krankenhaus gebracht wurde. Drei Tage später verstarb die Mutter einer elfjähren Tochter. Die britische Verkehrspolizei nahm laut der Gewerkschaft TSSA Ermittlungen auf.

Corona-Krise in Großbritannien: Chef von Ryanair kein Fan der Corona-Regeln

Update vom 12.05.2020, 11.50 Uhr: Der Chef des größten europäischen Billigfliegers Ryanair ist kein Fan der Corona-Regeln in Großbritannien. In einem Interview mit dem Fernsehsender ITV hat Michael O’Leary die geplante 14-tägige Quarantäne für Flugreisende nach Großbritannien als „idiotische Maßnahme“ bezeichnet. „Das ist Unsinn und es hat keinen Einfluss darauf, die Ausbreitung von Covid-19 zu begrenzen“, sagte O’Leary. Stattdessen brauche es effektive Maßnahmen wie Masken und Messungen der Körpertemperatur. 

Ryanair will seinen Flugbetrieb zum Sommer wieder deutlich hochfahren. Ab 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden, teilte das Unternehmen mit. Voraussetzung sei aber, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der EU lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz eingeführt würden. 

Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte zuvor schon vor Quarantäne-Maßnahmen gewarnt. Dies würde „den internationalen Reiseverkehr nach Großbritannien effektiv töten und der Luftfahrtbranche und der übrigen britischen Wirtschaft einen unermesslichen Schaden zufügen“, hieß es in einer Mitteilung.

Corona in Großbritannien: Boris Johnson muss scharfe Kritik einstecken

+++ 14.05 Uhr: Die von der britischen Regierung geplanten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England sind auf scharfe Kritik von Gewerkschaften, Wirtschaftsvertretern und der Opposition gestoßen. Sie forderten von Premierminister Boris Johnson* mehr Klarheit im Kampf gegen die Pandemie. Schottland, Wales und Nordirland kündigten an, ihren eigenen - strikteren - Weg zu gehen. Johnson wollte seine Pläne am Montagnachmittag auch im Parlament vorstellen. 

Nach Ansicht des Chefs der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer, hinterlässt Johnsons Rede vom Sonntagabend „mehr Fragen als Antworten“. Der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei (SNP) im Parlament, Ian Blackford, sprach von „Verwirrung“. Die britische Handelskammer betonte, dass die Unternehmen klare Anweisungen bräuchten, wie sie ihre Mitarbeiter schützen sollten. Die Nationale Gewerkschaft für Erziehung verurteilte den Plan, dass einzelne Jahrgangsstufen in Schulen ab Juni starten könnten, als „rücksichtslos“. Die meisten Lehrer lehnen das Umfragen zufolge ab.

Großbritannien: Boris Johnson kündigt vorsichtige Lockerungen an

Update vom 11.05.2020, 5.00 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Sonntag (10.5.2020) für England eine vorsichtige Lockerung der Kontaktbeschränkungen in der Coronavirus-Pandemie angekündigt. „Die Zahl der Todesfälle ist tragisch, das Leiden immens“, sagte Johnson in einer im Fernsehen übertragenen Rede am Sonntagabend. Trotzdem sei es gelungen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Daher könne nun in langsamen Schritten mit Lockerungen begonnen werden. Die Lockerungen gelten nicht für die britischen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon rief die Schotten dazu auf, weiterhin zuhause zu bleiben. Die Botschaft der Regierung in London, wachsam zu sein, kritisierte sie als vage und unpräzise. Auch Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei bezeichnete die Vorgaben als unklar.

Corona in Großbritannien: Menschen sollen „wachsam“ sein

Die Menschen in England werden nun nicht mehr dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben, sondern „wachsam“ zu sein. Wer nicht von zuhause arbeiten könne, solle unter Beachtung der Abstandsregeln wieder zur Arbeit gehen, so Johnson. Öffentliche Verkehrsmittel sollten dabei möglichst gemieden werden. Von kommendem Mittwoch an seien wieder uneingeschränkt körperliche Betätigungen im Freien erlaubt, solange sie im Kreis des eigenen Haushalts bleiben. Bislang durften die Briten nur einmal am Tag das Haus zum Sport oder Spazierengehen verlassen. Reisen innerhalb Englands, beispielsweise zu Nationalparks oder an die Küste werden ebenfalls wieder zugelassen.

Frühestens Anfang Juni könnten auch wieder Läden und Schulen schrittweise geöffnet werden. Von Juli an sei womöglich an eine teilweise Öffnung von Restaurants und Betrieben mit Publikumsverkehr zu denken.

Großbritannien: Ausgangssperren verlängert

Update vom 10.05., 20.20 Uhr: Am Abend hat der britische Premierminister Boris Johnson in einer Fernsehansprache seine Pläne für die weiteren Maßnahmen in der Corona-Krise vorgestellt. Ersten Meldungen zufolge werden die Corona-Ausgangssperren in Großbritannien bis Juni verlängert. Ab Juni könnten Grundschulen, Geschäfte und Kindergärten teilweise wieder öffnen, Cafés und Restaurant ab Juli. Außerdem sollen ab Mittwoch mehr Aktivitäten im freien erlaubt sein.

Wie der „Guardian“ berichtet, erklärte Johnson, es gebe „kein sofortiges Ende des Lockdowns“, da die Menschen weiterhin die meiste Zeit in Gebäuden bleiben müssten und sich innerhalb ihrer „Haushalts-Gruppen“ bewegen müssten. Johnson betonte demnach, er werde vorsichtig und geführt von der Wissenschaft vorgehen. Zuvor gab es Kritik aus Schottland, Nordirland und Wales.

Geplant ist, dass Grundschulen und Geschäfte ab dem 1. Juni wieder öffnen dürfen. In den Schulen sollten die Kinder im ersten und im sechsten Schuljahr starten. Außerdem sollen nach Angaben des „Guardian“ Kindergärten so früh wie möglich wieder öffnen.

Corona-Krise in Großbritannien: Wissenschaftler fürchten 100.000 Todesopfer

Update vom 10.05., 13.30 Uhr: Premierminister Boris Johnson wird am Abend in einer Fernsehansprache seine Pläne für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie vorstellen. Dabei wird er voraussichtlich eine schrittweise Lockerung der Kontaktbeschränkungen ankündigen.

Dieser Plan stößt allerdings nicht bei allen auf Gegenliebe. Wie nun die „Sunday Times“ berichtete, haben Johnsons wissenschaftliche Berater den Premier eindringlich vor zu weitgehenden Lockerungen gewarnt. Johnson verfüge in der derzeitigen Situation nur über „sehr wenig Spielraum“. Sollten die geplanten Öffnungen zu weit gehen und zu schnell erfolgen, könnten die Folgen dramatisch sein. Die Wissenschaftler fürchten eine zweite Welle und gehen in einem solchen Fall davon aus, dass sich die Zahl der Covid-19-Todesopfer bis zum Ende des Jahres auf 100.000 erhöhen werde.

Coronavirus in UK: Großbritannien will Corona-Abwehrsystem einführen 

Unterdessen will Großbritannien ein Corona-Alarmsystem einführen. Ähnlich dem bereits existierenden Terror-Warnsystem solle das Volk künftig auch frühzeitig über einen Anstieg von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus informiert werden, sagte Wohnungsbauminister Robert Jenrick dem Sender Sky News. Betreut werde das fünfstufige System von einem neuen Zentrum für Biosicherheit, sagte Jenrick. „Derzeit ist das Land auf Stufe vier, fünf wäre die beunruhigendste.“ 

Ziel sei, so schnell wie möglich auf Stufe drei zu gelangen. Mit jeder Stufe nach unten sollten wirtschaftliche und andere Beschränkungen aufgehoben werden. Das System ist zunächst nur für England geplant. Schottland, Wales und Nordirland sollen nach dem Willen von Johnson folgen. 

Corona in Großbritannien: Streit um Lockerungen - Kritik an Boris Johnson

Update vom 08.05., 7.00 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson gerät mit seinen Plänen für eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise zunehmend in die Kritik. Er will das weitere Vorgehen der Regierung am Sonntagabend bekanntgeben. Erste Lockerungen könnten demnach schon ab Montag gelten. Johnson versicherte einem Regierungssprecher zufolge am Donnerstag seinem Kabinett, dass er dabei mit „größter Vorsicht“ vorgehen werde. 

Eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen müsse auch mit den Landesteilen abgestimmt werden, sagte der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei SNP im Unterhaus, Ian Blackford, am Donnerstag im BBC-Interview. Weder er noch Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon seien informiert worden, was Boris Johnson überhaupt plane. England, Wales, Nordirland und Schottland müssten zusammenarbeiten, forderte Blackford. 

Ähnlich äußerte sich der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer: „Wir haben gemeinsam im Vereinigten Königreich die Ausgangsbeschränkungen gestartet“, sagte er der BBC. Es wäre sinnvoller, eine Lockerung gemeinsam abzustimmen und umzusetzen.

Großbritannien ist mit mehr als 30.600 Toten Statistiken zufolge das zahlenmäßig am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Experten gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Fünf Tage in Folge verfehlte die Regierung außerdem ihr selbstgestecktes Ziel, täglich 100.000 Tests auf das Coronavirus vorzunehmen.

Corona in Großbritannien: Boris Johnson denkt über mögliche Lockerungen nach

Update vom 07.05, 11.35 Uhr: Der mysteriöse Streetart-Künstler Banksy hat sich auf seine Weise bei den Helden der Corona-Krise bedankt: Mit einem großen Gemälde im General Hospital in Southampton.

+++ 17.05 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat für nächste Woche eine mögliche Lockerung der Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. Er werde jedoch nichts tun, wodurch das Land einen erneuten Anstieg der Infektionsfälle riskiere, sagte der Regierungschef bei seinem ersten Parlamentsauftritt nach seiner Corona-Erkrankung. Eine zweite Infektionswelle „wäre eine wirtschaftliche Katastrophe für dieses Land“, betonte Johnson. 

„Jeder Tod ist eine Tragödie“, sagte Johnson. Die Statistiken seien „entsetzlich“. Besonders die mehr als 6000 Todesfälle in Pflegeheimen bedauere er „bitterlich“. Die Lage in den britischen Pflegeheimen gilt als besonders verheerend.

„Falls es uns möglich ist, wollen wir am Montag mit einigen Lockerungen beginnen. Ich denke, es wäre eine gute Sache, wenn die Menschen eine Vorstellung davon hätten, was kommt“, sagte  Johnson, der zugleich ankündigte, dass die Zahl derCoronavirus-Tests bis Ende Mai von derzeit 100.000 auf 200.000 pro Tag steigen soll.

+++ Update vom 06.05., 10.25 Uhr; Affäre statt Abstand: Wegen Fehlverhaltens in der Corona-Krise hat der britische Wissenschaftler Neil Ferguson seinen Posten als Regierungsberater aufgegeben. Was war geschehen? Nun, der renommierte Epidemiologe gab nach einem Bericht des „Daily Telegraph“ zu, „klare Regeln“ zur Eindämmung der Pandemie missachtet zu haben. Ferguson sprach von einem „Beurteilungsfehler“.

Ein erstaunlicher Umstand, denn immerhin leitet Ferguson die Gruppe von Wissenschaftlern am Imperial College in London, deren Berechnungen die Regierung dazu veranlasst hat, strenge Abstandsregeln, Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkzungen einzuführen.

Trotzdem setzte Ferguson seine Affäre mit einer 38-Jährigen fort, die ihn trotz der strengen

Ausgangsbeschränkungen

gleich mehrfach mehrfach besucht haben soll. „Ich habe in dem Glauben gehandelt, dass ich immun bin“, so Ferguson. Das allerdings war er nicht. Er wurde positiv auf das Virus getestet und hat sich dann zwei Wochen in Isolation begeben.

Großbritannien zählt die meisten Corona-Todesfälle in Europa

+++ 13.21 Uhr:  Großbritannien ist nun das Land mit den meisten Covid-19-Todesfällen in Europa. Nach offiziellen Zahlen sind bislang mehr als 32.000 Menschen mit oder an dem neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 gestorben. Damit zählt Großbritannien mehr Todesfälle als Italien, das bislang das Land mit den meisten Covid-19-Toten war.

Wie die britische Tageszeitung „Guardian“ meldete, stieg die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 auf insgesamt 32.313. Italien zählte demnach knapp 29.000 Todesfälle.

Corona in Großbritannien: Johnson plant Öffnung der Schulen - Lehrer sind kritisch

Update 05.05.2020, 11.35 Uhr: Auch in Großbritannien wird über die Öffnung von Schulen debattiert: Die Regierung um Boris Johnson plant den Unterricht an den Schulen im Juni wieder anlaufen lassen. Für viele Lehrerinnen und Lehrer kommt das zu früh, wie die britische Tageszeitung „The Sun“ berichtet. Ihre Kritik an den Plänen der Regierung: Sogenanntes Social Distancing - also genügend Abstand zwischen jedem Schüler - sei in den oft kleinen Klassenräumen nicht durchzuhalten. Dadurch wachse die Gefahr einer erneuten Ausbreitung des Coronavirus. „Wir können uns eine zweite Welle der Pandemie nicht erlauben. Wer wird den Kampf gewinnen - das Geld oder die Gesundheit?“, zitiert die Zeitung einen Lehrer.

In Großbritannien sind Schulen seit dem 20. März geschlossen. Es wird erwartet, dass Regierungschef Boris Johnson am kommenden Sonntag einen Schulstart im Juni verkündet.

Corona in Großbritannien: Regierung testet Warn-App auf Insel

Update 04.05.2020, 20.53 Uhr: Die britische Regierung testet auf einer Insel im Ärmelkanal erstmals eine Corona-Warn-App im Kampf gegen die Pandemie. Gesundheitsminister Matt Hancock bat die Einwohner der Isle of Wight am Montag: „Bleibt zu Hause, installiert die App, schützt den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS und rettet Leben.“ Das Projekt startet am Dienstag und soll helfen, den Erreger besser zu verfolgen und einzudämmen. Bei der App geht es darum, mit Hilfe der Bluetooth-Technologie Kontaktpersonen von Infizierten zu warnen. Hancock nannte die App mit Blick auf den Datenschutz sicher. Die Isle of Wight vor der Südküste Englands hat etwa 140 000 Einwohner. Sie ist zurzeit isoliert, da der reguläre Fährverkehr eingestellt ist. Die Insel sei damit ein ideales Testgebiet, hieß es.

+++ 15.40 Uhr: England hat 204 neue Todesfälle von Personen gemeldet, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Somit erhöht sich die Gesamtzahl der bestätigten Todesfälle in Krankenhäusern in England auf 21.384. Der Erhebungszeitraum beläuft sich auf die Zeit zwischen 1. und 3. Mai. Für den selben Zeitraum vermeldet Schottland fünf und Wales 14 neue Todesfälle.

Die tatsächliche Anzahl der Opfer dürfte aber höher sein, weil nur die Daten aus den Kliniken in die Statistik einfließen.  

+++ 14:45 Uhr: Wegen Amtsmissbrauchs hat in Großbritannien ein enger Vertrauter von Premierminister Boris Johnson sein Regierungsamt verloren. Der für internationale Handelsbeziehungen zuständige Staatsminister Conor Burns sei zurückgetreten, teilte am Montag ein Regierungssprecher in London mit. Zuvor hatte ein Untersuchungsausschuss des Parlaments festgestellt, dass der Abgeordnete sein Amt in einem persönlichen Streit habe ausnutzen wollen.

Burns hatte nach Angaben des Ausschusses versucht, mit einem Schreiben auf dem offiziellen Briefpapier des Parlaments in einem privaten Kreditstreit eine Zahlung für seinen Vater zu erreichen. Darin drohte er dem Empfänger damit, die Angelegenheit vor das Parlament zu bringen. Dies würde eine „potenziell unangenehme Erfahrung“ für den Widersacher bedeuten, führte Burns an.

Der Untersuchungsausschuss des Parlaments kam zu dem Schluss, dass Burns sein Parlamentsmandat benutzt habe, „um einen britischen Staatsbürger in einem rein privaten Streit einzuschüchtern“. Das Gremium empfahl eine Suspendierung des Abgeordneten vom Parlamentsbetrieb für sieben Tage - daraufhin trat Burns auch von seinem Regierungsamt zurück.

London stellt über 400 Millionen Euro für Impfstoff zur Verfügung

Update 04.05.2020, 10.10 Uhr: Großbritannien stellt für die weltweite Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus 388 Millionen Pfund (etwa 442 Millionen Euro) zur Verfügung. „Um diese Schlacht zu gewinnen, müssen wir zusammenarbeiten, um einen unbezwingbaren Schutzschild um alle Menschen zu bauen“, teilte Premierminister Boris Johnson am Montag in London anlässlich einer Geberkonferenz mit. Das Rennen um den Impfstoff sei „kein Wettbewerb zwischen Ländern, sondern das dringendste gemeinsame Unterfangen unseres Lebens“.

Boris Johnson spricht über Todesangst während Covid-19-Erkrankung

+++ 14.45 Uhr: Im Interview mit der britischen Boulevardzeitung „The Sun on Sunday“ hat Premierminister Boris Johnson über die Todesangst während seiner Covid-19-Erkrankung gesprochen. Er sei frustriert gewesen: „Es war schwer zu begreifen, dass sich meine Gesundheit innerhalb von ein paar Tagen so verschlechtert hatte“, so Johnson.

Er habe schon viele Verletzungen gehabt und viele Knochenbrüche. „Aber ich hatte noch nie etwas so Ernstes wie das hier“, sagte Johnson mit Blick auf seine Lungenkrankheit.

Corona in Großbritannien: Boris Johnson vergleicht sich mit Stalin

Update vom Sonntag, 03. Mai 2020, 9:20 Uhr: Boris Johnson hat nach überstandener Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 über einen Notfallplan gesprochen, den seine Administration gemeinsam mit den Ärzten entwickelt hatte und der im Falle seines Todes angewendet worden wäre.

„Es war ein heftiger Moment. Das will ich gar nicht abstreiten. Sie hatten eine ‚Death of Stalin‘-Strategie entwickelt“, sagte der britische Premierminister gegenüber der Boulevard-Zeitung „The Sun“. Er habe während der Covid-19 Erkranknung „Liter über Liter“ an Sauerstoff erhalten und selbst bereits mit seinem Ableben gerechnet.

Mit „Death of Stalin“ spielt Boris Johnson auf eine französische Graphic Novel oder deren kürzliche Verfilmung an. In dem Comic wird der Tod des sowjetischen Diktators beschrieben, sowie die sich anschließenden Machtkämpfe in der Führungsclique. Stalins Leiche wurde aus Angst vor Repressionen mehrere Tage nicht obduziert. Auch die Erklärung seines Todes verzögerte sich. 

Zur Bekämpfung der Corona-Krise: Erst Fieber messen, dann Bahn fahren

Update von Samstag, 02.05.2020, 10.33 Uhr: Wie die BBC berichtet, werden in Großbritannien im Fall einer Lockerung der Corona-Beschränkungen verschiedene, teils auch drastischere Schutzmaßnahmen in Erwägung gezogen. So könnten Bürger, die die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, dazu aufgefordert werden, vorher zu Hause ihre Temperatur zu messen. Denn eine erhöhte Temperatur sei eines der zwei Hauptsymptome einer Erkrankung mit dem Coronavirus Sars CoV-2

Das sei jedoch nur ein Teil der Vorschläge, die den öffentlichen Nahverkehr sicherer machen sollen. Am Donnertsag (07.05.2020) wird Premierminister Boris Johnson einen Plan veröffentlichen, der unter anderem beinhaltet, wie Menschen in der Corona-Krise sicherer zur Arbeit fahren können und wie die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleitet werden kann.

Corona in Großbritannien: Mehr als 27.000 Tote – Testkapazitäten ausgebaut

+++ 20.04 Uhr: In Großbritannien sind mittlerweile mehr als 27.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 739 Todesfälle hinzugekommen, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag in London. Damit gebe es nun insgesamt 27.510 Todesopfer. 

Laut Hancock wird in Großbritannien jetzt deutlich mehr getestet. Die Zielmarke von 100.000 Corona-Tests pro Tag sei mittlerweile übertroffen worden: Am Donnerstag (30.04.2020) wurden laut Hancock 122.347 Tests vorgenommen. Dies sei eine „unglaubliche Leistung“. Die britische Regierung war dafür kritisiert worden, dass anfangs nur schwer erkrankte Patienten und ausgewählte Berufsgruppen auf das Coronavirus getestet wurden.

Corona in Großbritannien: Bevölkerung laut Studie nervös

+++ 15:00 Uhr: Eine neue Studie offenbart, wie nervös die Corona-Krise die Bevölkerung in Großbritannien gemacht hat. Wie das Marktforschungsunternehmen „Ipsos Mori“ in einer Studie ermittelte, fühlen sich mehr als 61 % der Britinnen und Briten unwohl bei dem Gedanken, bald wieder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Bars und Restaurants zu besuchen.

Professor Sir David Spiegelhalter von der Universität Cambridge bewertete die Ergebnisse der Studie zur Corona-Pandemie in Großbritannien gegenüber dem britischen Radiosender BBC 4. „Es ist eigentlich viel schwerer, Leute zu verängstigen, damit sie zu Hause bleiben als sie zu ermutigen, wieder rauszugehen. Vielleicht war unsere ganze Kampagne ein bisschen zu erfolgreich.“

+++ Update vom 01.05.2020, 13.53 Uhr: Die Regierung Großbritanniens kommt nach eigenen Angaben ihrem Ziel näher, 100.000 Menschen pro Tag auf Corona zu testen. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock „Sky News“ mit. „Ich denke, wir haben es schon geschafft oder sind dem Ziel sehr nahe“, sagte er dem Sender. Am Mittwoch (29.04.2020) wurden bereits 81.611 Menschen auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet.

Corona in Großbritannien: Verliert Boris  das Vertrauen der Bevölkerung?

+++ 18.11 Uhr: Verliert Premier Boris Johnson in der Corona-Krise das Vertrauen der Bevölkerung von Großbritannien? Zwei Drittel der Briten glauben, dass die Regierung in London mit der Einführung von Corona-Kontaktbeschränkungen in dem Land zu lange gewartet hat. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Mori hervor, deren Ergebnisse am Donnerstag veröffentlicht wurden. Demnach glauben inzwischen 66 Prozent der Briten, dass die Regierung zu lange gezögert hat.

Bei einer Erhebung vor zwei Wochen hatte der Anteil noch bei 57 Prozent gelegen. Befragt wurden zwischen dem 24. und 27. April etwa 1000 erwachsene Briten.

Corona-Krise: Großbritannien registriert die zweitmeisten Todesfälle in Europa

+++ 16.10 Uhr: England meldet weitere 391 Todesfälle in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Damit erhöht sich die Zahl der Corona-Opfer in Krankenhäusern in England auf insgesamt 20.131. Wales verzeichnet weitere 22 Todesfälle durch Coronaviren, insgesamt somit 908.

+++ Update, 30.4.2020, 7.00 Uhr: Großbritannien hat die Zahl der Corona-Toten nach oben korrigiert. Mittlerweile registriert das Königreich mehr als 26 000 Opfer - und ist damit in Europa nun nach Italien das Land mit den zweitmeisten Covid-19-Toten. 

Enthalten waren in der britischen Statistik erstmals auch Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten aus England und Wales. Noch am Dienstag hatte die Zahl der Toten bei 21 678 gestanden - das waren aber nur die Sterbefälle in Krankenhäusern. Es wird befürchtet, dass viele Pflegeheime von Infektionen betroffen sind und sich das Virus dort ungehindert ausbreiten kann.

+++ 18.38 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesfälle in Großbritannien ist deutlich höher als zunächst vermeldet. Die Regierung änderte ihre Daten. Jetzt kommt Großbritannien auf 26.097 Tote durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 statt der gestern veröffentlichten 21.678 - also über 4.000 Tote mehr als zunächst angenommen. 

Laut britischen Medien wurden nun unter anderem auch die Todesfälle aus Alten- und Pflegeheimen hinzugezählt. Gesundheitsminister Matt Hancock betonte, man wolle so transparent wie möglich sein. Dazu zeigte er einen Graphen, wonach Großbritannien möglicherweise sogar die höchste Corona-Sterberate in Europa hat. 

Diese gibt es aktuell jedoch noch immer in Italien mit über 27.000 Toten. 

Zahl der Corona-Toten in Schottland ist niedriger als gedacht

+++ 13.55 Uhr: Insgesamt 1.415 Patienten sind in Schottland gestorben, nachdem sie positiv auf Coronavirus getestet worden waren. Dies teilte der erste Minister Nicola Sturgeon mit.

Die Zahlen sind niedriger als die 2.272 Todesfälle, die zuvor von den „National Records of Scotland“ angegeben wurden, da sie keine vermuteten und wahrscheinlichen Coronavirus-Infektionen enthalten.

Laut Sturgeon wurden 11.034 Personen in Schottland positiv auf das Virus getestet, ein Anstieg um 313 gegenüber den 10.721 am Vortag.

Keine Corona-Krise beim Premier: Boris Johnson erneut Vater

+++ 12.00 Uhr: Keine Corona-Krise beim Premier: Boris Johnson ist am Mittwoch erneut Vater geworden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch (29.04.2020). Johnsons Verlobte Carrie Symonds habe am Morgen in einem Londoner Krankenhaus einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Sowohl der Mutter als auch dem Baby gehe es gut, berichtete PA unter Berufung auf einen Sprecher des Paares.

Der 55 Jahre alte britische Regierungschef war erst am Montag nach überstandener Covid-19-Erkrankung in seinen Amtssitz in der Londoner Downing Street zurückgekehrt. Auch seine 32 Jahre alte Partnerin hatte sich wegen Symptomen der Lungenkrankheit vorübergehend in Selbstisolation begeben.

Wie viele Kinder Johnson inzwischen hat, ist nicht klar. Er trennte sich 2018 von seiner langjährigen Ehefrau Marina Wheeler. Mit ihr hat er vier Kinder. Ihm werden jedoch zahlreiche Affären nachgesagt.

Update, 29.04.2020, 09.15 Uhr: Für den britischen Coronavirus-Koordinator für nationale Tests, Professor John Newton, kommt es nicht unerwartet, dass eine „beträchtliche Anzahl“ von Menschen, die in Pflegeheimen leben, an den Folgen des Virus sterben.  Newton sagte: „Wir haben immer gewusst, dass ein Teil der Fälle in Pflegeheimen aufgetreten ist. Leider betrifft das Coronavirus ältere Menschen viel mehr ... Es wird eine beträchtliche Anzahl (von Todesfällen) geben.“


Corona in Großbritannien: Zahl der Todesfälle steigt wieder

+++ 21.40 Uhr: In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 586 Menschen im Krankenhaus am Coronavirus gestorben. Insgesamt seien damit bislang 21.678 Krankenhauspatienten an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Die Behörden registrierten zudem 3996 neue Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl der Infektionsfälle auf 161.145. 

Am Montag war der geringste Anstieg bei den Todeszahlen seit März gemeldet worden. Die am Dienstag registrierten Zahlen stellen einen erneuten Zuwachs dar, der jedoch nicht überraschend kommt. Die Todesfälle vom Wochenende werden oft erst mit Verzögerung gemeldet. 

Kritiker bemängeln, dass die Todesfallzahlen in Großbritannien unvollständig sind. In der offiziellen Statistik werden nur die Toten in Krankenhäusern erfasst, nicht aber die Menschen, die zu Hause oder in Pflegeheimen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben. Hancock kündigte an, dass die Zahl der Corona-Todesfälle in Pflegeheimen ab Mittwoch ebenfalls täglich veröffentlicht werden soll.

Corona-Krise in Großbritannien: British Airways will 12.000 Stellen streichen

+++ 18.55 Uhr: Auch in Großbritannien leidet die Wirtschaft unter dem Coronavirus: Die British-Airways-Mutter IAG hat im ersten Quartal angesichts der Coronavirus-Krise einen milliardenschweren Verlust eingefahren und erwägt einen drastischen Stellenabbau. 

Im Lichte der Covid-19-Ausbreitung und weil es voraussichtlich einige Jahre brauchen werde, bis die Passagiernachfrage wieder das Niveau von 2019 erreiche, will das Unternehmen mit seinen Gewerkschaften über eine Restrukturierung mit Stellenabbau sprechen. Es gehe zunächst um Vorschläge für Gespräche, aber die meisten von zuletzt rund 45.000 Mitarbeitern der Fluglinie dürften betroffen sein, teilte IAG am Dienstag mit. Bis zu 12.000 Jobs könnten den Plänen demnach gar zum Opfer fallen.

+++ 15.20 Uhr: In Wales sind weitere 17 Menschen nach positivem Covid-19-Befund gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der der Todesopfer auf 813. Es wurden 232 neue Fälle gemeldet, was die Gesamtzahl der Fälle auf 9.512 erhöht.

Downing Street mit Schweigeminute 

+++ 13.10 Uhr: Großbritannien hat am Dienstag (28.04.2020) mit einer Schweigeminute der etwa 100 Ärzte und Pfleger gedacht, die an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind. Auch Premierminister Boris Johnson nahm teil. Der von seiner Lungenerkrankung Covid-19 genesene Regierungschef hatte am Vortag wieder die Arbeit in der Downing Street aufgenommen.

In Großbritannien mangelt es beim Kampf gegen die Pandemie an Schutzausrüstungen. Ärzte und Pfleger kritisieren, dass sie sich nicht ausreichend vor dem Coronavirus schützen könnten, da es an Masken und geeigneten Kitteln fehle. Die Regierung kündigte an, die Familien der an Covid-19 gestorbenen Ärzte und Pfleger mit je 60 000 Pfund (knapp 69 000 Euro) unterstützen.

4.343 Todesfälle durch Coronaviren in Pflegeheimen in den letzten zwei Wochen

Update 28.04.2020, 11.50 Uhr: Laut offiziellen Angaben starben in Großbritannien innerhalb der letzten 14 Tage mehr als 4.300 Menschen in Pflegeheimen an Covid-19. Das ist ein starker Anstieg der offiziellen Zahl der Todesopfer in Pflegeheimen, die bis zum 10. April bei 1.043 lag.

Das ONS warnte davor, dass die Zahlen aufgrund von Verzögerungen bei der Meldung möglicherweise noch unterschätzt werden.

Geringster Anstieg der Corona-Todesfälle seit März

+++ 19.15 Uhr: In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 360 Menschen im Krankenhaus am Coronavirus gestorben. Dies sei der geringste Anstieg seit vergangenem Monat, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Insgesamt sind damit in den Kliniken des Landes nach offiziellen Angaben 21.092 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 

Unter den neu registrierten Toten sind den Angaben zufolge auch 82 Mitarbeiter des nationalen Gesundheitsdienstes NHS und 60 Sozialarbeiter. Das Königreich ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit und hat eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Die Regierung hatte vor kurzem erklärt, die Epidemie habe ihren Höhepunkt überschritten. 

Kritiker bemängeln allerdings, dass die Todesfallzahlen in Großbritannien unvollständig sind. In der offiziellen Statistik werden nur die Toten in Krankenhäusern erfasst, nicht aber die Menschen, die zu Hause oder in Pflegeheimen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben.

+++ 17.15 Uhr: Nordirland meldet 10 weitere Todesfälle am Wochenende durch Coronaviren. Insgesamt beträgt die Zahl der an der Pandemie verstorbenen Personen jetzt 309.

329 Todesfälle nach Corona-Infektion in England

+++ 15.30 Uhr: Neue Tageszahlen für England. Die Todesfälle in Krankenhäusern steigen um 329 auf jetzt insgesamt 18.749. NHS meldet, dass die Patienten zwischen 29 und 100 Jahre alt waren und dass 22 der 329 Patienten (zwischen 29 und 89 Jahre alt) keinerlei bekannte Vorerkrankungen aufwiesen.

Die Zahl von 329 ist viel niedriger als vorherige Tageszahlen. Die am Samstag angekündigte verkündete Anzahl der Opfer betrug noch 711. Dies sit aber nach einem Wochenende nicht außergewöhnlich, da die Zahl der an Samstagen und Sonntagen gemeldeten Todesfälle aufgrund des Personalbestands immer geringer ist als unter der Woche.

Boris Johnson erteilt Lockerung der Ausgangsbeschränkungen Absage

+++ 10.50 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat einer vorzeitigen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in Großbritannien eine Absage erteilt. „Ich verstehe eure Ungeduld“, sagte Johnson am Montag mit Blick auf Forderungen von Unternehmen und auch aus der eigenen Partei, die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zu lockern. Eine zweite Erkrankungswelle müsse aber verhindert werden. Johnson nahm nach seiner überstandenen Covid-19-Erkrankung am Regierungssitz in der Downing Street die Amtsgeschäfte wieder auf.

Man sei im Kampf gegen die Pandemie auf einem guten Weg, sagte der Premierminister weiter. Das Blatt wende sich. Der 55-Jährige hatte wegen seiner Infektion im Krankenhaus sogar auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Vertreten wurde er von Außenminister Dominic Raab.

Die relativ strikten Ausgangsbeschränkungen in Großbritannien gelten seit dem 23. März und noch bis mindestens 7. Mai. Die Briten dürfen ihre Wohnungen kaum noch verlassen. Erlaubt sind der Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente. Alle Läden, die nicht der Grundversorgung dienen, sind geschlossen. Sport ist nur einmal am Tag und nur mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt. Versammlungen von mehr als zwei Personen sind verboten.

Den offiziellen Statistiken zufolge sind bereits mehr als 20 000 Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da unter anderem die Opfer in Pflegeheimen nicht mitgezählt wurden.

Großbritannien seht sich nach dem Ende des Lockdowns

Update 27.04.2020, 09.30 Uhr: Boris Johnson kehrt am heutigen Montag (27.04.2020) zurück, um die Amtsgeschäfte wieder zu übernehmen. In der fünften Wochen des Lockdowns wächst der Druck auf dem britischen Premier. Die Bevölkerung will wissen, wie es weitergehen soll, und wann die Maßnahmen gelockert werden.

Unterdessen warnte Gesundheitsminister Edward Argar vor übereilten Handlungen. Argrar sagte „wir noch nicht da“, wenn es darum geht, den Lockdown zu lockern. Er sagte gegenüber BBC Breakfast: „Ich verstehe die Frustrationen, die die Menschen mit diesen Maßnahmen haben, sie sind restriktiv und sie sind sehr schwierig."

Es gibt jedoch wachsende Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen der Sperrung. Am Sonntag warnte Gerard Lyons, Johnsons Wirtschaftsberater als Bürgermeister von London, dass Großbritannien die am stärksten betroffene westliche Wirtschaft sein könnte, wenn es nicht bald zum Ende des Lockdowns kommt.

Die Fallzahlen vom Wochenende (26.04.2020)

+++ 18.34 Uhr: Die Zahl der neuen Corona-Todesfälle ist in Großbritannien auf den tiefsten Stand seit Ende März gefallen. Innerhalb von 24 Stunden seien in den Krankenhäusern des Landes 413 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 verstorben, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag (26.04.2020) in London mit. Das ist die geringste Zahl seit dem 31. März.

Mit den neuen Fällen stieg die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien auf insgesamt über 20.700. Allerdings werden in der offiziellen Statistik nur die Totesfälle aus den Krankenhäusern erfasst, nicht aber die Menschen, die zu Hause oder in Pflegeheimen an Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben. 

Nach überstandener Coronavirus-Infektion: Boris Johnson vor Rückkehr

+++ 15.54 Uhr: Boris Johnson will nach überstandener Covid-19-Erkrankung seine Amtsgeschäfte als Premierminister von Großbritannien wieder aufnehmen. Er werde am Montag (27.04.2020) in den Regierungssitz in der Downing Street zurückkehren, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Johnson hatte sich in den vergangenen Wochen auf seinem Landsitz Chequers nahe London von der Lungenkrankheit erholt. Er hatte deswegen eine Woche im Krankenhaus verbracht, drei Tage davon auf der Intensivstation.

Außenminister Dominic Raab hatte Boris  Johnson in dieser Zeit vertreten. Die Regierung in London ist wegen ihrer Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie schwer in die Kritik geraten. Es fehlt an Schutzkleidung für das medizinische Personal. Auch von dem ausgegebenen Ziel, bis Ende April jeden Tag 100.000 Menschen zu testen, sind die Behörden noch weit entfernt. 

Corona-Krise in Großbritannien: Rufe nach Lockerungen werden laut

Update vom Sonntag, 26.04.2020, 11:30 Uhr: Die Debatte über Lockerungen der Corona-Maßnahmen ist in Großbritannien trotz der hohen Zahl an Todesfällen in vollem Gange. Die konservative Tageszeitung „Sunday Times“ forderte in einem Kommentar die Regierung auf, den Menschen mehr Freiräume zuzugestehen.

Die letzten Wochen hätten laut der Zeitung „bewiesen, dass man den Menschen vertrauen kann. Aber jetzt muss man ihnen die Rückkehr zu einem normaleren Leben ermöglichen. Es muss sich etwas bewegen. Und zwar bald.“

Interims-Regierungschef Dominic Raab zeigte sich bezüglich einer Lockerung der Corona-Maßnahmen aber skeptisch. Diese könnten nur erfolgen, wenn gewisse Bedingungen erfüllt seien - unter anderem müssten die Tests auf Sars-CoV-2 massiv ausgeweitet werden. Die Leute sollten sich lieber an ein „Neues Normal“ gewöhnen statt auf eine baldige Rückkehr zur Situation vor Corona hoffen.

Corona-Krise in Großbritannien: Über 20.000 Tote – Kritiker vermuten noch mehr

Update vom Samstag, 25.04.2020, 17.18 Uhr: In Großbritannien sind inzwischen mehr als 20.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen verstorben. Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag (25.04.2020) mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 813 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gezählt. Damit verzeichnet Großbritannien offiziell nunmehr 20.319 Corona-Tote

Die britische Regierung hatte vor kurzem erklärt, die Epidemie habe in Großbritannien ihren Höhepunkt erreicht. Allerdings liegen die Zahlen von Samstag erneut höher als jene vom Vortag, als 684 Todesfälle gezählt wurden. Kritiker bemängeln außerdem, dass die Fa llzahlen in Großbritannien unvollständig sind. In der offiziellen Statistik werden nämlich nur die Toten in Krankenhäusern erfasst, nicht aber die Menschen, die zu Hause oder in Pflegeheimen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben.

Corona in Großbritannien: Brexit-Verhandlungen sollen nicht verlängert werden

+++ 14.27 Uhr: Die Regierung von Großbritannien lehnt eine Verlängerung der Brexit-Übergangsphase wegen der Corona-Pandemie ab. EU-Chefunterhändler Michel Barnier sagte, es müsse in den Brexit-Verhandlungen bis Juni „echte Fortschritte“ geben, um einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU bis Ende Dezember 2020 sicherzustellen. Schon am 20. April hatte Barnier per Twitter angemahnt, dass Fortschritte notwendig sind.

Die Verhandlungen waren nach mehrwöchiger Unterbrechung am Montag wieder aufgenommen worden. Barnier sah dabei aber keine nennenswerten Ergebnisse. Dafür machte der Unterhändler Großbritannien verantwortlich. Das Königreich sei auf einige Verhandlungspunkte nicht eingegangen. Barnier warnte: "Die Uhr tickt."

Boris Johnson will bald Amtsgeschäfte als Regierungsoberhaupt von Großbritannien wieder aufnehmen

Update vom 24.04.2020, 7:06 Uhr: Boris Johnson will nach seiner überstandenen Erkrankung am Corona-Virus bereits Anfang kommender Woche wieder die Regierungsgeschäfte in Großbritannien übernehmen. Der britische Premierminister werde laut dem britischen „Daily Telegraph“ am Montag wieder an die Spitze der Regierung zurückkehren.

Boris Johnson war aufgrund der zögerlichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus kritisiert worden, Der 55 Jahre alte Premier war selbst an Covid-19 erkrankt und musste deshalb auf einer Intensivstation einer Klinik in der Hauptstadt London behandelt werden.

Corona in Großbritannien: Regierung will Millionen Tests ermöglichen

+++ 20.45 Uhr: Die britische Regierung hat angekündigt Millionen von Menschen in systemrelevanten Berufen sowie deren Familien Corona-Tests zur Verfügung zu stellen. Die Termine sollen online gebucht werden können, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. 

Dafür muss Großbritannien die Zahl der täglichen Coronavirus-Tests massiv erhöhen, mit dem Ziel bis Ende April rund 100 000 Tests täglich durchzuführen. Etwa 10 Millionen Personen stuft die Regierung derzeit als „systemrelevant“ ein. Sie alle sollen nun Zugang zu jenen Tests bekommen, die bisher nur Beschäftigten des NHS und der Gesundheitsversorgung zur Verfügung standen. 

+++ 15.30 Uhr: Neue Fallzahlen für England. NHS England veröffentlicht jeden Tag aktualisierte Zahlen, die jeden Todesfall im Zusammenhang mit Coronaviren in Krankenhäusern in England auflisten. Dabei sind auch zuvor nicht erfasste Fälle, die vor einigen Tagen oder sogar Wochen stattgefunden haben.

Demnach sind in England 514 neue Todesfälle von Personen zu verzeichnen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Somit erhöht sich die Gesamtzahl der bestätigten Todesfälle in Krankenhäusern in England auf 16.786.

Corona-Krise: Wales mit neuen Zahlen

+++ 15.20 Uhr: In Wales hat sich die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus auf jetzt insgesamt 641 erhöht. In den letzten 24 Stunden seien 17 Menschen an der Folge der Pandemie gestorben, wie das Gesundheitsamt mitteilt. 

Coronavirus in Schottland: Insgesamt jetzt 1.120 Opfer

+++ 13.50 Uhr: Insgesamt 1.120 Patienten sind inSchottland gestorben, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Dies entspricht einem Anstieg von 58 gegenüber Mittwoch, sagte Ministerin Nicola Sturgeon.

Bei ihrem täglichen Coronavirus-Briefing im Hauptquartier der schottischen Regierung in Edinburgh teilte Sturgeon mit, dass 9.409 Menschen in Schottland positiv auf das Virus getestet seien, ein Zuwachs von 371 gegenüber dem Vortag.

Studie zu Corona-Infektionsrate an 300.000 Menschen geplant

+++ 11.25 Uhr: Großbritannien will die Verbreitung des neuartigen Coronavirus in der Bevölkerung in einer großangelegten Studie erfassen. Innerhalb eines Jahres sollen bis zu 300.000 Menschen untersucht werden, wie die Regierung in London am Donnerstag mitteilte. Zwischenergebnisse sollen demnach bereits Anfang Mai vorliegen. Auf deren Grundlage solle dann auch über Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen entschieden werden.

In einer ersten Phase der Studie soll den Regierungsangaben zufolge eine Gruppe von 25.000 Menschen, die repräsentativ für die britische Gesamtbevölkerung ist, regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Eine weitere Gruppe Erwachsener aus rund tausend Haushalten soll zudem regelmäßig Antikörper-Tests unterzogen werden.

Der leitende Amtsarzt für England, Chris Whitty, hatte am Mittwoch gesagt, dass es noch keine zuverlässigen Antikörper-Tests gebe, mit denen festgestellt werden könne, ob ein Mensch eine Coronavirus-Infektion bereits hinter sich hat. "Wir haben noch keinen Test, der so gut ist wie wir es wollen", sagte Whitty. Er hoffe jedoch, dass ein solcher Test "in ziemlich naher Zukunft" entwickelt werde.

Nach Covid-19-Erkrankung: Sängerin Marianne Faithfull aus Krankenhaus entlassen

Update 23.04.2020, 11.10 Uhr: Die britische Sängerin Marianne Faithfull ist nach drei Wochen Behandlung mit einer Covid-19-Erkrankung wieder aus der Klinik entlassen worden. Das geht aus einer Nachricht auf ihrem Twitter-Account von Mittwochabend hervor. Sie erhole sich nun weiterhin in London. Die 73-Jährige war Anfang April in ein Londoner Krankenhaus gebracht worden.

In einer zweiten Nachricht hieß es, Marianne bedanke sich für all die freundlichen Botschaften, bei denen Menschen ihre Sorge um sie zum Ausdruck gebracht hatten. Das bedeute wirklich viel in einer so schwierigen Zeit. „Sie ist auch den Mitarbeitern des NHS (des Nationalen Gesundheitsdiensts) sehr dankbar, die ihr ohne Zweifel das Leben gerettet haben“, hieß es weiter.

Corona-Beschränkungen bleiben noch lange bestehen

+++ 20.24 Uhr: Trotz der Hoffnung auf die schnelle Entwicklung eines Impfstoffs rechnet Chris Wittey, der medizinischer Berater der britischen Regierung damit, dass Corona-Einschränkungen noch lange bestehen bleiben. Es sei „höchst unrealistisch“ die Beschränkungen bald aufheben zu können, betonte Wittey in einer Pressekonferenz am Mittwoch. Er schätze, dass „sozial sehr disruptive“ Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch bis Ende des Jahres anhalten könnten, zitierte die Zeitung  „The Guardian“. 

759 Tote in Großbritannien - nur in Krankenhäusern 

+++ 17.18 Uhr:  Großbritannien hat am Mittwoch 759 weitere Corona-Tote binnen eines Tages gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Krankenhäusern infolge des neuartigen Coronavirus stieg damit auf 18.100, wie das britische Gesundheitsministerium mitteilte. Die Gesamtzahl der positiv auf das neuartige Coronavirus getesteten Menschen lag bei rund 133.500. 

Am Dienstag waren noch 763 weitere Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden und eine Gesamtzahl von 17.337 Toten gemeldet worden. Die Zahlen umfassen nicht die Corona-Todesfälle in Altenheimen oder zu Hause.

Corona-Krise in Großbritannien: Kranke in Klinik abgewiesen

+++ 16.24 Uhr: Ein provisorisches Krankenhaus mit 4000 Betten für Coronavirus-Patienten in London hat einem Medienbericht zufolge wegen Personalmangels 30 Schwerkranke abgewiesen. Die geplante Überstellung der Patienten in das Nightingale Hospital sei „aufgrund von Personalproblemen abgesagt“ worden, berichtete die Zeitung „The Guardian“ am Mittwoch unter Berufung auf Unterlagen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS. 

Seit der viel beachteten Einweihung des Behelfs-Krankenhauses Anfang April seien lediglich 41 Patienten behandelt worden, da es nicht genügend Intensivpflegepersonal gebe, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Pflegepersonal. 

Das Gesundheitsministerium von Großbritannien wies die Darstellung zurück. „Es ist irreführend anzudeuten, Coronavirus-Patienten seien aufgrund von Personalmangel abgewiesen worden“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Das Nightingale Hospital sei nur für den Fall eingerichtet worden, dass die regulären Krankenhäuser in London überfüllt sind. Dies sei aber bislang nicht eingetreten.

„Wir dachten, London würde so wie Italien werden und dass bis zum jetzigen Zeitpunkt mehr Patienten eine Intensivbehandlung der Stufe 3 benötigen würden“, sagte ein namentlich nicht genannter Verantwortlicher von NHS "The Guardian". Dies sei aber nicht geschehen.

Corona-Krise in Großbritannien: Familie von Stephen Hawking spendet Beamtungsgerät

+++ 14.53 Uhr: In Großbritannien haben die Hinterbliebenen des britischen Physikers Stephen Hawking dessen Beatmungsgerät angesichts der Corona-Pandemie an ein Krankenhaus gespendet. Das Gerät ihres 2018 verstorbenen Vaters sei dem Royal Papworth Hospital in Cambridge gestiftet worden, teilte Hawkings Tochter Lucy  mit. Dort war der Physiker, der unter der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) litt, immer wieder behandelt worden. In dem Krankenhaus könne das Beatmungsgerät nun „an der Front gegen die Covid-19-Epidemie stehen“ und „einigen unserer alten Freunde dort“ helfen, sagte Lucy Hawking.

Ihr Vater Stephen Hawking saß die meiste Zeit seines Lebens im Rollstuhl und war auf einen Sprachcomputer angewiesen. Einen Teil seiner lebensnotwendigen Ausrüstung erhielt der geniale Wissenschaftler vom britischen Gesundheitsdienst NHS. Diese sei nach seinem Tod zurückgegeben worden, sagte seine Tochter. Das nun gestiftete Beatmungsgerät habe ihr Vater aber auf eigene Kosten angeschafft. 

Stephen Hawking war am 14. März 2018 im Alter von 76 Jahren gestorben. Einem breiten Publikum wurde er durch seinen 1988 erschienenen Bestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit“ bekannt, in dem er einem nicht-wissenschaftlichen Publikum die Natur des Universums erklärte.

Corona-Krise in Großbritannien: Zahl der Todesfälle womöglich weit größer

Update vom 22.04.2020, 9.30 Uhr: In Großbritannien könnte die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus weit größer sein als angenommen: Die Zeitung „Financial Times“ schätzt, dass im Vereinigten Königreich bislang knapp 41.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben sind. Dagegen hatten die Behörden am gestrigen Dienstag nur 17.337 Todesfälle in den Krankenhäusern der Insel gemeldet. 

Grundlage der FT-Schätzung sind Zahlen des „Office for National Statistics“, einer britischen Statistik-Behörde. Anders als die Regierung von Großbritannien hat die Zeitung auch Todesfälle außerhalb von Krankenhausbetten berücksichtigt.

Corona-Krise in Großbritannien: Impfstoff soll an Menschen getestet werden

+++19.42 Uhr: Ein Team der Oxford Universität wird von Donnerstag an einen Impfstoff gegen des Coronavirus an Menschen testen. Das verkündete der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstagabend. 

„In normalen Zeiten würde es Jahre dauern, diese Stufe zu erreichen und ich bin sehr stolz auf die bisherige Arbeit“, sagte Hancock in der Pressekonferenz.  Das Projekt der Oxford Universität, welches den Corona-Impfstoff entwickelt hat, soll für die Tests 20 Millionen Pfund zur Verfügung gestellt bekommen. Ein anderes Projekt des Imperial College London werde mit 22,5 Millionen Pfund in der zweiten Phase der klinischen Tests gefördert. Der Vorteil, das erste Land der Welt zu sein, das einen erfolgreichen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickele, sei so groß, dass er alle Ressourcen darauf setze, so Hancock. 

Boris Johnson wieder im Job nach Corona-Erkrankung?

+++17.58 Uhr: Boris Johnsons Telefonat mit Donald Trump: Nur wenige Tage nachdem Premierminister Boris Johnson seine Corona-Erkrankung überstanden hat, scheint er wieder in seinem offiziellen Amt als Regierungschef zu agieren. In einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump am Dienstag Nachmittag besprachen die beiden Staatsöberhäupter, wie die USA und Großbritannien im Kampf gegen das Coronavirus kooperieren könnten. Dabei sei auch ein möglichst schnelles bilaterales Freihandelsabkommen geplant, so ein Sprecher der britischen Regierung. 

Nur wenige Stunden zuvor hatte der Sprecher des Premierministers klar gestellt, dass Johnson so früh nach seinem Krankenhausaufenthalt noch keine offizielle Regierungsarbeit leisten werde. 

Corona in Groß-Britannien: Neue Statistik zu Todesfällen 

Update 21.04.2020, 11.10 Uhr: Das Amt für nationale Statistik hat die neuesten wöchentlichen Todeszahlen für England und Wales veröffentlicht. Sie decken die Woche bis zum 10. April ab. Demnach in der Woche bis zum 10. April  in England und Wales 18.516 Todesfälle registriert. Das sind 2.129 mehr als in der Vorwoche und 7.996 mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Aus den Zahlen geht hervor, dass ein Drittel aller Todesfälle in beiden Ländern auf das Coronavirus zurückgehen. Die Anzahl der Todesfälle liegt deutlich über dem Schnitt der letzten fünf Jahre.

NHS meldet über 400 neue Todesfälle

+++16.22 Uhr: Der National Health Service England (NHS) meldet 429 neue Todesfälle seit dem 17. April, so die britische Zeitung „Guardian“. Damit steigt die Gesamtzahl der Opfer, die in Krankenhäusern an einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben sind, auf 14 829. Von den neuen Todesfällen starben 85 Personen am 19. April, 210 Personen am 18. April und 53 Personen am 17. April. 

Update 20.04.2020, 14.00 Uhr: Der Mann der britischen Königin Elizabeth II., Prinz Philip, hat sich am Montag in einer seltenen Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Er wolle die „wichtige und dringende Arbeit“ würdigen, die von so vielen getan werde, um die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen, teilte der 98 Jahre alte Herzog von Edinburgh mit. Anlass sei die Weltimpfwoche, die am Freitag beginnt. Eigentlich ist Philip bereits seit 2017 im Ruhestand und hat sich von seinen öffentlichen Aufgaben zurückgezogen. Dass er sich nun meldet, wird als Zeichen gewertet, wie ernst die Royals die Krise nehmen.

Boris Johnson schaltet sich in Regierungspolitik ein

+++ 15.15 Uhr: Eine Woche nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus geht es dem an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten britischen Premierminister Boris Johnson nach Regierungsangaben deutlich besser. Johnson „erholt sich gut und ist gut gelaunt“, sagte Vize-Premierminister Michael Gove am Sonntag dem Sender Sky News. 

Kritik am Krisenmanagement der Regierung wies Gove zurück. Johnson habe die „Lage absolut im Griff“ und einen guten Überblick über die Regierungsgeschäfte, sagte Gove. Der Premier habe mit Außenminister Dominic Raab gesprochen, der dessen „Anweisungen“ in einer Telefonschalte am Samstag an die Kabinettsmitglieder übermittelt habe. 

Unterdessen macht Chemikerin „maiLab“ auf Youtube den Virologen-Vergleich. Ein beliebter Experte kommt dabei besonders schlecht weg.

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson geht es besser

Update von Sonntag, 19.04.2020, 11.41 Uhr: Premier Boris Johnson ist zurück auf dem Regierungsparkett. Nach überstandener Corona-Erkrankung ist er wieder in die Politik Großbritanniens involviert. Wie die Zeitung „Sunday Telegraph“ meldet, habe Johnson bereits am Freitag (17.04.200) zusammen mit Außenminister Dominic Raab und weiteren Mitarbeitern eine dreistündige Videokonferenz geführt. Auch am Samstag habe Johnson nach Regierungsangaben außerdem „einige Kontakte“ mit Kabinettsmitgliedern gehabt.

B oris Johnson halte sich aber an die Anweisungen seines Arztes, hieß es. Der 55-jährige Premier von Großbritannien musste wegen seiner Lungenerkrankung Covid-19 auf der Intensivstation einer Londoner Klinik behandelt werden. Seit einigen Tagen erholt er sich nun auf dem Landsitz in der Nähe der Hauptstadt. Von dort hatte er zuvor bereits schon Anweisungen gegeben.

Dass sich Johnson trotz erst frisch überstandender Corona-Erkrankung so schnell in die Regierungsgeschäfte einmischt, soll mit zunehmender Kritik an der Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie zu tun haben. In vielen Kliniken wird die Schutzausrüstung knapp, auch an Personal, Beatmungsgeräten und Corona-Tests mangele es.

Corona in Großbritannien: Minister Oliver Dowden ruft zum Kauf von Zeitungen auf

+++ 20.10 Uhr: Der britische Minister für Kultur und Medien, Oliver Dowden, hat seine Landsleute zum Kauf von Zeitungen in der Corona-Krise aufgerufen. „Gerade jetzt leistet die Nachrichtenindustrie einen lebenswichtigen öffentlichen Dienst, indem sie den Menschen wichtige Informationen über den Verlauf der Pandemie liefert“, schrieb der Minister am Samstag in der „Times“. Ein Rückgang der Medien hätte weitreichende Folgen für die Demokratie. 

Die Presse kämpfe derzeit mit der wohl größten existenziellen Krise in ihrer Geschichte. „Nationale, regionale und lokale Zeitungen sind einem enormen finanziellen Druck ausgesetzt, vor allem wegen des Einbruchs der kommerziellen Werbung auf ihren Druckseiten und Websites“, schrieb Dowden. Mehrere Verlage haben bereits in Großbritannien wegen der Krise die Gehälter von Mitarbeitern gekürzt.

Corona-Krise in Großbritannien: Queen-Musiker attackiert Regierung

+++ 17.10 Uhr: In Großbritannien sind innerhalb von 24 Stunden erneut fast 900 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es habe 888 weitere Todesfälle gegeben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Insgesamt seien damit 15.464 Menschen im Königreich gestorben. In dieser Statistik der britischen Regierung werden allerdings nur die im Krankenhaus Verstorbenen erfasst. 

Damit ging die Zahl der neuen Todesfälle wieder nach oben. Am Freitag hatte das Gesundheitsministerium 847 Tote innerhalb von 24 Stunden vermeldet, was ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vortag war. Zu der offiziellen Zahl der Covid-19-Toten in den britischen Krankenhäusern kommt eine hohe Dunkelziffer hinzu. Schätzungen zufolge starben allein in britischen Pflegeheimen mehrere tausend Menschen. 

Den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 5500 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl liege nun bei gut 114.000.

Corona-Krise in Großbritannien: Queen-Musiker meldet sich zu Wort

+++ 15.29 Uhr: Der Gitarrist der Band Queen, Brian May, hat die britische Regierung und ihren Kampf gegen das Coronavirus scharf kritisiert.  Es sei eine „ewige Schande“, dass noch nicht einmal die Ärzte und Krankenpfleger in den Kliniken bei der Behandlung der Infizierten ausreichend geschützt werden, sagte der Queen-Gitarrist in einem Podcast des Nachrichtensenders Sky News.

Der 72-jährige Br ian May, der auch Astrophysiker ist, unterstrich, dass der staatliche Gesundheitsdienst in Großbritannien seit Jahrem in einem maroden Zustand sei. „Und das ist der Preis, den wir jetzt zahlen müssen“, kritisiert der Queen-Gitarrist weiter und sprach von einer „nationalen Tragödie“. 

Coronavirus in Großbritannien: Die Queen verzichtet auf traditionelle Geburtstags-Feierlichkeiten

+++ 13.28 Uhr: In der Corona-Krise verzichtet Queen Elizabeth auf eine Geburtstagsfeier, berichtet die Tagesschau. Am 21. April wird die britische Königin 94 Jahre alt. Die Feierlichkeiten des Königshaus in Großbritannien sind traditionell begleitet mit Salutschüssen. Das hält die Queen in Zeiten der Corona-Pandemie für unangebracht, in einer Zeit, in der das Land gegen eine Pandemie kämpft. Es ist das erste Mal in ihrer 68-jährigen Zeit als Königin, dass Queen Elizabeth darum bittet, auf die traditionellen Feierlichkeiten zu verzichten.

Corona-Krise in Großbritannien: In britischen Krankenhäusern wird die Schutzausrüstung knapp

Update vom Samstag, 18.04.2020, 11.29 Uhr: In Krankenhäusern in Großbritannien geht mitten in der Corona-Pandemie die Schutzausrüstung zur Neige. Es werde erwartet, dass das Krankenhauspersonal auf vielen Intensivstationen noch an diesem Wochenende keine der empfohlenen langärmeligen Einweg-Kittel mehr zu Verfügung habe, berichtet die dpa. 

Weil die Lagerbestände nach offiziellen Angaben aufgebraucht seien, erlaubten die Behörden auch die Verwendung von anderen, nicht eigens empfohlenen, Kitteln. Das wird von der British Medical Association (BMA) scharf kritisiert. Die BMA teilte mit, Ärzte und Pfleger sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen müssen, um andere zu retten. 

Corona-Krise in Großbritannien: Das sind die neuen Zahlen

Update vom Freitag, 17.04.2020, 15.30 Uhr: Das Ministerium für Gesundheit und Soziales hat die neuesten Todeszahlen für das von der Pandemie betroffene Großbritannien veröffentlicht. Es wurden 847 neue Todesfälle vermeldet, womit die Zahl auf insgesamt 14.576 anstieg. 

Britische Regierung verlängert Ausgangssperre

+++18.45 Uhr: Die britische Regierung verlängert die wegen der Coronavirus-Pandemie ergriffenen Schutzmaßnahmen. Die seit dem 23. März geltende Ausgangssperre werde „um mindestens drei Wochen“ verlängert, sagte Außenminister Dominic Raab, der den an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten Premierminister Boris Johnson vertritt, am Donnerstag in London. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass binnen 24 Stunden weitere 861 Menschen in Krankenhäusern nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben seien. 

Das waren fast hundert neue Todesfälle mehr als am Vortag. In den vergangenen Tagen hatte sich der Anstieg der Opferzahlen noch verlangsamt. Insgesamt starben in Großbritannien bislang 13.729 Infizierte. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle überschritt am Donnerstag die Marke von 100.000. 

Coronavirus: 99-jähriger Brite sammelt fast 16 Millionen Euro - mit dem Rollator

+++ 17.05 Uhr:  In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 861 Menschen in Krankenhäusern nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das waren fast hundert neue Todesfälle mehr als am Vortag, wie das britische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. In den vergangenen Tagen hatte sich der Anstieg der Opferzahlen noch verlangsamt. Insgesamt starben in Großbritannien bislang 13.729 Infizierte. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle überschritt am Donnerstag die Marke von 100.000. 

Die britische Regierung wird voraussichtlich eine Verlängerung der am 23. März verhängten Ausgangssperre beschließen. Außenminister Dominic Raab, der den an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten Premierminister Boris Johnson vertritt, will nach Beratungen mit seinen Ministerkollegen am Donnerstag eine Entscheidung verkünden.

+++ 15.45 Uhr: Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Ein 99-jähriger Brite hat die vom ihm geplanten 100 Runden mit dem Rollator durch seinen Garten geschafft und so inzwischen fast 14 Millionen Pfund (knapp 16 Millionen Euro) an Spenden gesammelt. Mit dem Geld will Tom Moore das Gesundheitswesen unterstützen. Er fühle sich gut, sagte der Kriegsveteran am Donnerstag im englischen Marston Moretaine in der Nähe von Cambridge nach der letzten Runde seiner Aktion. Viele Ärzte, Pfleger, Sportler und Politiker gratulierten dem Senior.

Bansky macht sein Badezimmer zum Kunstobjekt

+++ 10.45 Uhr: Normalerweise arbeitet er draußen auf der Straße. Doch während der Corona-Krise verlegt auch der Street-Art-Künstler Banksy* seinen Tätigkeitsbereich nach Hause. Dort hat er jetzt nämlich ein Badezimmer zu seinem neuen Kunstprojekt gemacht.

Auf Instagram postete der Brite ein Bild, auf dem er mehrere Ratten an die Wand gemalt hat. Die herumstehenden Gegenstände sind so arrangiert, dass es so aussieht, als hätten die Ratten diese Unordnung verursacht. Darunter schreibt er: „Meine Frau hasst es, wenn ich von zu Hause aus arbeite.“ Aber am Homeoffice kommt zurzeit auch Banksy nicht vorbei. 

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. . My wife hates it when I work from home.

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Der anonyme Künstler wurde mit Graffitis mit gesellschaftskritischen und kontroversen Motiven weltberühmt. Beispielsweise soll er das Grafitto eines Mädchens mit einer Rettungsweste und einer Seenotfackel in Venedig produziert haben. Banksys Identität ist noch immer ein Rätsel: Bekannt ist, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam.

London will Corona-Maßnahmen um drei Wochen verlängern

+++ 10.35 Uhr: Großbritannien will die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen dieCorona-Pandemie britischen Medien zufolge um drei Wochen verlängern. Die Entscheidung solle nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats Cobra noch am Donnerstag offiziell verkündet werden. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte dem Sender BBC: „Für Änderungen ist es noch zu früh. Die Zahlen gehen noch nicht zurück.“ Details nannte der Minister nicht.

London: Schwangere Infizierte stirbt, Baby wird gerettet 

Update vom Donnerstag, 16.04.2020, 06.55 Uhr: In Großbritannien haben Ärzte nach dem Tod einer Krankenschwester, die mit dem Coronavirus infiziert war, das Baby der schwangeren Frau retten können. Am 5. April war die 28-Jährige positiv auf Corona getestet worden, am 7. April kam sie zur Behandlung in das Universitätskrankenhaus Luton und Dunstable im Norden Londons, wo sie fünf Jahre lang gearbeitet hatte.

Die schwangere Krankenschwester starb am Sonntag (12.04.2020). Ihr Kind konnte lebendig entbunden werden. Das Mädchen sei bei guter Gesundheit, teilte das Krankenhaus mit. In Gedanken sei man bei der Familie des „hoch geschätzten und geliebten“ Mitglieds des Klinik-Teams. Es war zunächst unklar, ob das Baby ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert ist.  

Corona-Krise in Großbritannien: 99-Jähriger sammelt Millionen-Spenden  

Update vom Mittwoch, 15.04.2020, 10.45 Uhr: Der staatliche Gesundheitsdienst NHS stößt in Großbritannien während der Corona-Krise an seine Belastungsgrenze. Vor allem die jahrelangen Sparmaßnahmen der Regierung mache sich derzeit negativ bemerkbar. Hilfe tut also not. Und die kommt jetzt in Form einer Millionenspende. Ein 99-jähriger Brite hat bisher nämlich gut 100 Runden mit einem Rollator durch seinen Garten gedreht und damit so viel Aufmerksamkeit erregt, dass er bis Mittwochvormittag über eine Spendenseite im Internet schon weit mehr als vier Millionen Pfund (umgerechnet mehr als fünf Millionen Euro) aus aller Welt zusammenbekommen hat.

Corona-Krise in Großbritannien: Kriegsveteran sammelt Spenden

Doch Kriegsveteran Tom Moore ist noch lange nicht fertig. Sein ursprüngliches Ziel waren nur 1000 Pfund an Spenden, doch jetzt will er weitere 100 Runden, die eine Länge von gut 25 Metern haben, in seinem kleinen Garten im Dorf Marston Moretaine nahe Cambridge drehen. Moore bedankt sich damit bei den „wunderbaren“ NHS-Mitarbeitern, die ihm bei der Behandlung seines Hautkrebses und einer gebrochenen Hüfte geholfen haben. 

„Wenn man bedenkt, für wen das (Geld) ist - für all die mutigen und hervorragenden Ärzte und Krankenpfleger, die wir haben - sie haben jeden Penny verdient“, sagte Moore dem Sender BBC. Es werden wieder bessere Zeiten kommen, wie „Captain Tom“, der Ende des Monats 100 Jahre alt wird, in Anspielung auf die Corona-Pandemie sagte. „Lasst uns alle weitermachen.“ 

Die Spenden sollen unter anderem in Ruheräume für NHS-Mitarbeiter sowie für die Unterstützung von Patienten durch Gemeindegruppen nach der Entlassung aus Krankenhäusern eingesetzt werden.

Corona-Krise in Großbritannien: Regierung meldet erneut viele Todesfälle

+++ 18.51 Uhr:  Großbritannien meldet weiterhin viele Corona-Todesfälle. Am Dienstag (14.04.2020) stieg die Zahl der Toten um 778 auf nun insgesamt 12.107. Dies teilte die Regierung am Abend auf einer Pressekonferenz mit. Zudem wurden mittlerweile 93.873 Menschen positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Coronavirus in Großbritannien: Lage in Altenheimen dramatisch

+++ 15.13 Uhr: Seniorenvertreter und Betreiber haben sich alarmiert über die Lage in britischen Alten- und Pflegeheimen in der Corona-Krise gezeigt. Alte Menschen würden in der Pandemie einfach ihrem Schicksal überlassen und tauchten in den Statistiken nicht auf, schrieb Ros Altmann, die sich seit Jahrzehnten für die Rechte alter Menschen einsetzt, in einem Meinungsbeitrag für die „Daily Mail“ vom Dienstag. Angesichts der Tatsache, dass in der offiziellen Statistik zu Corona-Toten nur im Krankenhaus gestorbene Patienten aufgeführt werden, sprach Altmann von zahlreichen „stillen und versteckten Todesfällen“ in den Altenheimen. 

Der Chef des größten britischen Altenheimbetreibers HC-One, David Behan sagte, in 232 und damit zwei Dritteln der von dem Unternehmen betriebenen Einrichtungen gebe es Fälle von Covid-19. Insgesamt 311 Bewohner und ein Mitarbeiter seien an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die offiziellen Regierungszahlen blendeten alte Leute einfach aus, „als ob sie nicht wichtig wären“, kritisierte die Direktorin der Wohlfahrtsorganisation Age UK, Caroline Abrahams. 

Regierungsberater Chris Witty hatte am Montag erklärt, in geschätzt 13,5 Prozent der britischen Altenheime gebe es Corona-Fälle. Eine aktuelle Studie der London School of Economics zur Lage in fünf europäischen Ländern geht dagegen davon aus, dass Bewohner von Alten- und Pflegeheimen zwischen 42 und 57 Prozent aller Corona-Todesfälle ausmachen.

Corona-Krise: Mehr Todesfälle in Pflegeheimen

+++ 12.59 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Toten in britischen Pflegeheimen wird offenbar unterschätzt: In Großbritannien bemängeln Kritiker seit Wochen, dass in die offiziellen Statistiken bislang kaum Todesfälle in Heimen eingehen. So wurden nur die Todesfälle in Krankenhäusern gezählt, nicht aber jene in Pflegeheimen, Privathäusern und -wohnungen, wie unter anderem BBC berichtete. Man verwende nur die Zahlen aus den Krankenhäuser, weil diese „schnell und genau“ seien, sagte die Sozialministerin dem Sender.

Tatsächlich sollen die Totenzahlen aus den Krankenhäusern nur knapp 90 Prozent der Fälle ausmachen. Rund zehn Prozent aller Tode passieren demnach außerhalb der Kliniken. Die beiden größten Betreiber von Pflegeheimen melden derweil mehr als 521 Covid-19-Tote in den vergangenen Wochen, wie der „Guardian“ meldet

Rosalind Altmann, Mitglied des britischen Oberhauses, sagte im BBC-Interview am Dienstag, sie sei ernsthaft besorgt. Bewohner in Pflegeheimen hätten ihr berichtet, das sie sich „wie Lämmer beim Schlachter“ fühlten. Auch Senioren müssten angemessen behandelt werden. 

Corona-Krise in Großbritannien: Vorerst keine Lockerungen

Update vom 14.04.2020, 10.24 Uhr: Die britische Regierung will die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausgangssperre vorerst nicht lockern. Außenminister Dominic Raab, der den an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten Premierminister Boris Johnson vertritt, sagte am Montag in London, trotz einiger „positiver“ Entwicklungen sei der „Höhepunkt“ der Virus-Ausbreitung in Großbritannien noch nicht erreicht. 

Die britische Regierung muss bis Donnerstag über eine Verlängerung der seit 23. März geltenden Ausgangssperre entscheiden. Die Maßnahme galt zunächst für drei Wochen, ihre Verlängerung gilt als sehr wahrscheinlich. 

Raab sagte, er rechne nicht damit, dass die bestehenden Maßnahmen „zu diesem Zeitpunkt“ schon geändert werden. Die Regierung werde die Ausgangssperre erst lockern, wenn sie sichergehen könne, dass solche Änderungen „sicher“ seien. Wenn die Einschränkungen zu früh gelockert würden, drohe eine „zweite Welle“ an Coronavirus-Infektionen

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson erholt sich

+++ 13.19 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson erholt sich von seiner Coronavirus-Infektion auf dem englischen Landsitz Chequers. Das Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert nordwestlich von London ist seit etwa 100 Jahren der Landsitz des jeweils amtierenden Premiers. Dort hält sich auch Johnsons schwangere Verlobte Carry Symonds auf. Sie hatte sich nach eigenen Angaben ebenfalls mit dem Erreger angesteckt und war mit eher milden Symptomen in Isolation.

Johnson war zuvor eine Woche im St. Thomas' Hospital in London behandelt worden. Zwischendurch hatte sich sein Zustand so sehr verschlechtert, dass er für drei Nächte auf die Intensivstation kam.

Update vom 13.04.2020, 11.36 Uhr: Das Coronavirus hat Großbritannien weiter fest im Griff. Mehr als 10.000 Menschen sind dort bereits an dem neuartigen Virus gestorben – Tendenz steigend. Noch in dieser Woche will die Regierung zusammenkommen und über das weitere Vorgehen sprechen. Eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen könnte die Folge sein. Die Minister wollten sich sicher sein, dass der Höhepunkt der Pandemiewelle überschritten sei, bevor die Maßnahmen gelockert werden, heißt es im „Guardian“. 

Einige Mitglieder des Kabinetts drängen aber auf Lockerung der Maßnahmen, um einen größeren Schaden für die britische Wirtschaft abzuweden. Bereits am Dienstag werden Experten über die Beurteilung der aktuellen Situation sprechen, bevor sich am Donnerstag die Regierung diesem Thema widmet. 

Unterdessen liefert ein Fall aus Japan den Beweis: Das Coronavirus kann eine Hirnhautentzündung auslösen.

Corona-Krise: Großbritannien hat den Höhepunkt der ersten Pandemiewelle noch nicht erreicht

+++ 16.45 Uhr: Mehr als 10.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind nach der offiziellen Statistik in Großbritannien bereits gestorben. Es wird aber mit einer großen Dunkelziffer gerechnet; vor allem viele Todesopfer in Seniorenheimen sind noch nicht erfasst. Nach den offiziellen Angaben vom Sonntag sind rund 10.500 mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen ums Leben gekommen, die meisten lebten in England.

Großbritannien hat den Höhepunkt der ersten Pandemiewelle noch nicht erreicht. Im Land mangelt es an Tests, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode. Experten fürchten, dass das Land bald die höchste Todesrate in ganz Europa haben könnte.

Boris Johnson aus Krankenhaus entlassen

+++ 14.35 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er werde aber nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher in London mit. 

Corona-Krise: Großbritannien hat den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht

+++ 14.10 Uhr: Großbritannien könnte nach Einschätzung der Wellcome-Stiftung in der Bilanz das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land innerhalb Europas werden. Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte der Direktor der Stiftung, Jeremy Farrar, am Sonntag dem britischen Sender BBC. Zweifellos müsse man aus der derzeitigen Lage Lehren ziehen, betonte er. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten.

Corona-Krise: Zweite und dritte Welle befürchtet

Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. „Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz“, so Farrar.

Die Zahl der in den britischen Statistiken erfassten Todesfälle bei mit dem Coronavirus infizierten Menschen drohten noch am Sonntag die 10 000er-Marke zu überschreiten. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher liegen dürfte, vor allem weil viele Opfer in Altersheimen noch nicht eingerechnet worden sind.

Großbritannien hat den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Es wird daher vermutet, dass die Ausgangsbeschränkungen verlängert werden. Im Land mangelt es vor allem an Tests, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode.

Boris Johnson dankt seinen Rettern

Update, 12.04.2020, 8.10 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Mitarbeitern des Londoner Krankenhauses gedankt, in dem er nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht hatte. 

„Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben“, sagte Johnson in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend. Johnson hatte zuvor nach Angaben der Regierung in London auch am Samstag „gute Fortschritte“ bei der Genesung von seiner Covid-19-Erkrankung gemacht. 

Corona-Krise: 917 Tote innerhalb eines Tages

Update, 11.04.2020, 16.30 Uhr: In Großbritannien sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 900 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das Gesundheitsministerium in London meldete am Samstag 917 Tote seit Freitag, wodurch die Gesamtzahl der Corona-Toten in dem Land auf fast 10.000 anstieg. Gleichzeitig wurden von den Behörden 5234 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle lag demnach bei 78.991.

Mittlerweile sind auch eine ganze Reihe hochrangiger Regierungsvertreter infiziert, darunter auch Johnson selbst. Der Premierminister ist nach wie vor im Krankenhaus, wenn auch nicht mehr auf der Intensivstation.

Boris Johnson geht es besser

+++ 20.25 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist weiter auf dem Weg der Besserung. Seine Genesung sei zwar noch in einem frühen Stadium, der Premier sei aber weiterhin „sehr guter Dinge“, so ein Regierungssprecher. Johnson sei sogar mit Unterbrechungen ein wenig hin und her gegangen. Die Erleichterung über die Verlegung Johnsons von der Intensivstation auf eine normale Krankenhausstation war groß. „Das sind gute Nachrichten“, twitterte der neue Labour-Chef Keir Starmer. Gesundheitsminister Matt Hancock lobte die „Weltklasse-Versorgung“ des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS.

+++ 18.50 Uhr: In Großbritannien wurden erstmals mehr Corona-Todesfälle an einem Tag verzeichnet als in Italien. Die Zahl der Toten stieg bis Donnerstagabend um 980, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag mitteilte. Italien hatte an seinem bislang schlimmsten Tag am 27. März 969 Tote erfasst.

Corona in Großbritannien: Vater von Boris Johnson äußert sich

+++ 10:35 Uhr: Stanley Johnson, Vater des am Sars-CoV-2 Virus erkrankten britischen Premierministers Boris Johnson, hält eine baldige Rückkehr seines Sohnes in die Amtsgeschäfte für unwahrscheinlich. „Er braucht Zeit. Ich kann nicht glauben, dass man das durchmachen kann und direkt wieder zurück in die Downing Street (den Regierungssitz) geht und die Zügel in die Hand nimmt, ohne eine Phase der Wiederanpassung“, sagte der 79-Jährige dem Radiosender BBC 4 am Freitag.

Sein Sohn erhole sich zwar gut, sei aber noch nicht über den Berg. Die Nachricht, dass Johnson die Intensivstation verlassen konnte, hatte zu großer Erleichterung in der Bevölkerung Großbritanniens gesorgt. Johnson hatte drei Tage auf der Intensivstation des St. Thomas' Hospital in London verbracht, nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Nun wurde er wieder auf eine normale Station verlegt. 

Coronavirus in Großbritannien: Dominic Raab appelliert an Bevölkerung

+++ 10.04.2020, 7:03 Uhr: Während sich der Zustand des britischen Premierministers Boris Johnson verbessert hat, bereitet sein Vertreter, Dominic Raab, die Bevölkerung auf weitere Maßnahmen vor. Der Kampf gegen den Coronavirus erfordere es, die Ausgangsbeschränkungen beizubehalten. Es sei viel zu früh, die beschlossenen Maßnahmen zu lockern. Das gelte sowohl für das Osterwochenende als auch mindestens für die folgende Woche.

+++ 20.40 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson muss wegen seiner Covid-19-Erkrankung nicht mehr auf der Intensivstation behandelt werden. Er sei auf eine normale Station verlegt worden, teilte eine Regierungssprecherin am Donnerstagabend mit.

Mehr als 7000 Corona-Tote

+++ 16.35 Uhr: Das Vereinigte Königreich verzeichnet weiterhin einen rasanten Anstieg bei den 
Coronavirus-Infektionen. Mehr als 60.000 Menschen haben sich landesweit angesteckt, mehr als 7000 Corona-Patienten starben. Am Mittwoch meldete Großrbitannien eine Rekordzahl von 938 weiteren Todesfällen binnen eines Tages.

Unterdessen diskutierte das verbliebene Kabinett unter Johnsons Vertreter, Außenminister Dominic Raab, die Verlängerung der am 23. März verhängten drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskrise. Diese laufen am Montag aus.

„Sie sollten nicht erwarten, dass heute eine Entscheidung über die Beschränkungen getroffen wird“, sagte Kulturminister Oliver Dowden der BBC. Die Überprüfung werde wohl erst nächste Woche stattfinden. „Im Moment konzentrieren wir uns darauf, sicherzustellen, dass die Schritte, die wir bereits eingeleitet haben, ordnungsgemäß durchgesetzt werden“, fügte Dowden hinzu.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon wurde am Donnerstag deutlicher: Die Ausgangsbeschränkungen werden wahrscheinlich „noch einige Wochen dauer", sagte sie bei einer Pressekonferenz. Ihr zufolge gibt es „keine Aussicht“, dass die Maßnahmen in den kommenden Tagen aufgehoben werden.

Corona-Krise in Großbritannien: Johnson soll es besser gehen 

+++ 12.05 Uhr: In Abwesenheit des Premierministers Boris Johnson berät die Regierung von Großbritannien am heutigen Donnerstag über eine Verlängerung der seit dem 23. März geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Hintergrund ist der anhaltende Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus. Eine definitive Entscheidung sei aber noch nicht zu erwarten, sagte Kulturminister Oliver Dowden der BBC. Derzeit werde beobachtet, ob die Maßnahmen wirkten. Wenn die Regierung die Möglichkeit habe, mit einer Verlängerung der Maßnahmen den weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie mitzubestimmen, werde sie dies tun. 

Mehrere Minister erklärten bereits, dass eine mögliche Verlängerung der Maßnahmen frühestens am Montag bekannt gegeben werden solle. Laut britischen Medienberichten kommen am Freitag die wissenschaftlichen Berater der Regierung zu einer Lagebeurteilung zusammen. 

Britische Medien rechneten am Donnerstag mit einer Verlängerung der Maßnahmen bis mindestens in den Mai hinein. Großbritannien hatte zunächst auf eine Strategie der sogenannten Herdenimmunisierung gesetzt und später als viele andere europäische Länder drastische Maßnahmen wie Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen verhängt, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Dowden bekräftigte, dass Premier Boris Johnson auf dem Weg der Besserung sei. „Ich denke, die Dinge wenden sich für ihn zum Besseren“, sagte der Minister.

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson stabil

+++ 9.4.2020, 7.05 Uhr: Der Gesundheitszustand des mit einer Coronavirus-Infektion kämpfenden britischen Premierministers Boris Johnson hat sich offenbar verbessert. Er befinde sich immer noch auf der Intensivstation, könne sich aber „im Bett aufsetzen“ und mit den Pflegern reden, sagte Finanzminister Rishi Sunak auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. 

Die Zeitungen des Landes forderten die Briten auf, an ihren erkrankten Regierungschef zu denken. „Er blieb für Euch bei der Arbeit, nun betet zu Hause für ihn“, titelte das Boulevardblatt „Sun“. „Boris wird das durchziehen“, schrieb der "Daily Express".

Die britischen Behörden verzeichneten derweil einen traurigen Höchstwert bei den neuen Todesfällen in der Corona-Krise. Nach offiziellen Angaben wurden am Mittwoch 938 weitere Todesfälle durch das Coronavirus registriert - dies ist der bislang stärkste Anstieg binnen 24 Stunden. 

Insgesamt starben damit 7097 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, wie das Gesundheitsministerium im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Auch bei den Neuinfektionen gab es am Mittwoch wieder einen starken Anstieg, nachdem sich die Lage in den Tagen zuvor zunächst etwas entspannt hatte. Insgesamt haben sich nun 60.733 Menschen in Großbritannien mit dem Virus infiziert.

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson bleibt im Krankenhaus

+++ 14:35 Uhr: Die Behandlung des mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierministers Boris Johnson zeigt laut einer Mitteilung der Downing Street Wirkung. „Der Premierminister ist klinisch stabil und die Behandlung schlägt an“, hieß es in der Mitteilung. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas's Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Ein Regierungssprecher sagte Journalisten zudem, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen.

Vertreten wird Johnson inzwischen teilweise von Außenminister Dominic Raab. Die Regelungen, wer im schlimmsten Fall die Amtsgeschäfte des Regierungschefs auch über eine längere Zeit übernehmen könnte, sind unklar. Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung.

Vier Schutzmasken geklaut - 12 Wochen Gefängnis

+++ 14.30 Uhr: In Großbritannien greift man jetzt zu drakonischen Strafen. Ein Mann ist zu zwölf Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er vier Schutzmasken aus einem Krankenhaus in London gestohlen hatte. 

Das teilte die Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service) per Kurznachrichtendienst Twitter am Dienstag mit. Der 34 Jahre alte Mann war demnach vom Sicherheitsdienst des King's College Hospital zur Rede gestellt worden, als er die Klinik verlassen wollte, und gab den Diebstahl zu. Der Vorfall hatte sich bereits am Sonntag zugetragen. Schutzmasken sind in britischen Krankenhäusern, wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, sehr knapp. 

+++ 10.52 Uhr: Dem britischen Premierminister Boris Johnson soll es etwas besser gehen. Sein durch das Coronavirus ausgelöstes hohes Fieber ist zurückgegangen, wie die „Times“ berichtete. Johnson wird nach einem Bericht des „Telegraph“ im Krankenhaus von Richard Leach behandelt, der als führender Lungenfacharzt Großbritanniens gelte. Eine Regierungssprecherin wollte die Berichte am Mittwoch nicht kommentieren.

Wegen der krankheitsbedingten Abwesenheit von Boris Johnson häufen sich in London die Fragen nach der Funktionsfähigkeit der konservativen Regierung.

Corona-Krise: Boris Johnson bleibt auf Intensivstation

+++ 8.4.2020, 7.45 Uhr: Der wegen seiner Coronavirus-Infektion auf die Intensivstation verlegte britische Regierungschef Boris Johnson ist nach Angaben seines Sprechers in stabiler Verfassung. „Der Gesundheitszustand des Premierministers ist stabil und er bleibt zur genauen Beobachtung auf der Intensivstation“, erklärte sein Sprecher am Dienstagabend. Johnson sei „in guter Stimmung“. 

Zuvor hatte der Sprecher mitgeteilt, dass Johnson wegen seiner Covid-19-Erkrankung mit Sauerstoff versorgt werde. Er benötige aber kein Beatmungsgerät, sondern bekomme eine „Standard-Sauerstoffbehandlung“. Johnson atme „ohne weitere Unterstützung“.

Corona-Krise in Großbritannien: Dramatischer Anstieg der Todesfälle

+++ 18.40 Uhr: Inzwischen gilt im ganzen Vereinigten Königreich eine Ausgangssperre. Bislang wurden in Großbritannien mehr als 55.000 Corona-Infektionen nachgewiesen. Am Dienstag vermeldete das Gesundheitsministerium einen Rekordanstieg der Todesfälle: Binnen 24 Stunden seien 786 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-29 gestorben.

In den beiden Tagen war die Zahl der neu gemeldeten Corona-Toten noch rückläufig gewesen. Insgesamt starben in Großbritannien bislang 6159 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

Studie geht von 66.000 Opfern aus

+++ 15.25 Uhr: In Großbritannien könnte es einer Studie zufolge europaweit die meisten Todesopfer während der ersten Welle der Corona-Pandemie geben. Wie eine Untersuchung des IHME-Instituts der University of Washington am Dienstag zeigte, könnte es in Großbritannien bis Juli 66.000 Tote geben. Das wären weit mehr als in Italien, das den Berechnungen zufolge bis dahin 20.000 Tote zu verzeichnen hätte. Europaweit rechnen die Forscher mit 151.680 Toten.

In Großbritannien waren erst deutlich später als in anderen europäischen Ländern Maßnahmen ergriffen worden. Das Vereinigte Königreich liegt bei der Entwicklung einige Tage hinter dem Rest des Kontinents zurück, wobei die Kurve der Todeszahlen schon jetzt weitaus steiler als in anderen Ländern verläuft.

Boris Johnsons Gesundheitszustand „stabil“

+++ 14.33 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson leide nicht unter einer Lungenentzündung, wie der „Guardian“ mit Berufung auf das Büro des Premierministers berichtet. Der Sprecher des Büros sagte, dass der Zustand von Boris Johnson „stabil“ sei. Er bekäme eine Sauerstoffbehandlung und könne ohne jede weitere Hilfe atmen. Zuletzt war Boris Johnson auf die Intensivstation verlegt worden und hatte eine Sauerstoffzufuhr erhalten, da seine Covid-19-Erkrankung noch nicht abgeklungen war.  

+++ 09.30 Uhr: Der am Coronavirus leidende und auf der Intensivstation liegende britische Premierminister Boris Johnson hat eine Sauerstoffzufuhr bekommen, wurde bislang aber nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Dieses stehe aber bereit, sollte es notwendig werden, sagte der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, am Dienstag im Radiosender LBC.

Die Spitzen der EU-Institutionen haben dem auf die Intensivstation verlegten britischen Premierminister Boris Johnson gute Besserung gewünscht. „Meine Gedanken sind heute Abend bei Premierminister Boris Johnson und seiner Familie“, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am späten Montagabend auf Twitter. Sie wünsche dem an Covid-19 erkrankten Politiker schnelle und vollständige Genesung.

Ähnlich äußerte sich EU-Ratschef Charles Michel: „Unsere Gedanken sind in dieser schwierigen Zeit bei seiner Familie und dem britischen Volk“, schrieb der Belgier. „Gute Besserung, Boris.“ Auch der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, wünschte Johnson eine schnelle und vollständige Genesung. Der britische Premier war am Montag wegen seiner Covid-19-Erkrankung auf die Intensivstation verlegt worden.

Corona-Krise: Boris Johnson auf Intensivstation – Trump bietet Hilfe an

+++ 7.4.2020, 06.05 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson wird wegen seiner Covid-19-Erkrankung jetzt auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses behandelt. Politiker aus aller Welt wünschten ihm noch in der Nacht zum Dienstag eine schnelle Genesung. Über den genauen Zustand des 55-Jährigen informierte Downing Street nicht. Nach Medienberichten ist Johnson bei Bewusstsein. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte dem Premierminister viel Kraft und gute Besserung. Sie hoffe, dass Johnson das Krankenhaus bald wieder verlassen könne, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter. 

US-Präsident Donald Trump zeigte sich bestürzt über die Nachrichten aus London. „Es war einfach so schockierend zu sehen“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. „Sie wissen, was das bedeutet, Intensivpflege ist eine große Sache in Bezug auf das, worüber wir sprechen. Das ist eine sehr große Sache, eine sehr beängstigende Sache.“ 

Donald Trump sagte auch, man habe Johnsons Ärzten Unterstützung angeboten. „Wir werden sehen, ob wir helfen können.“ Er deutete an, dass es um die Behandlung mit Medikamenten geht, die noch nicht für die Behandlung einer Erkrankung mit dem Coronavirus zugelassen sind.

Corona-Krise: Boris Johnson auf Intensivstation verlegt

+++ 22.10 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson wurde nach einer Verschlechterung seines Zustands auf eine Intensivstation verlegt, wie ein Regierungssprecher bestätigte. Sein Zustand habe sich im Laufe des Nachmittags verschlechtert.

Der 55-Jährige war am Sonntag in das St. Thomas' Hospital gebracht worden. Er hatte seine Infektion mit dem neuartigen Erreger bereits am 27. März öffentlich gemacht.

Johnson habe Außenminister Dominic Raab damit beauftragt, ihn zu vertreten, wo es notwendig sei, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der Downing Street. „Der Premierminister ist in hervorragenden Händen und dankt allen Mitarbeitern des (Gesundheitsdiensts) NHS für ihre harte Arbeit und ihr Engagement.“ Medienberichten zufolge ist Johnson bei Bewusstsein.

+++ 18.55 Uhr: In Großbritannien sind mittlerweile mehr als 5000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden wurden bis Montag 5373 Todesfälle registriert. In den vergangenen 24 Stunden seien 439 Patienten gestorben. Damit verzeichnete Großbritannien den zweiten Tag in Folge einen Rückgang bei der Zahl der neuen Corona-Todesfälle. Landesweit haben sich nach Behördenangaben mehr als 51.600 Menschen mit dem Erreger angesteckt.

Charles und Camilla wieder vereint

+++ 15.55 Uhr: Wenige Tage vor ihrem 15. Hochzeitstag sind der britische Thronfolger Prinz Charles und Herzogin Camilla wieder vereint. Charles (71) hatte vor einer Woche eine Corona-Infektion mit milden Symptomen überstanden. Camilla (72) musste bis Montag vorsichtshalber 14 Tage in Selbstisolation, um ganz sicher zu gehen, dass sie nicht infiziert ist. Die beiden halten sich zwar im schottischen Landsitz Birkhall in der Grafschaft Aberdeenshire auf, sie waren die letzte Zeit aber dort voneinander getrennt. Am Donnerstag haben die beiden ihren 15. Hochzeitstag.

Boris Johnson verbreitet gute Laune

+++ 15.10 Uhr: Boris Johnson ist trotz seiner Corona-Erkrankung in „guter Stimmung“. Wegen seiner anhaltenden Symptome habe er sich auf Anraten seines Arztes „für einige Routinetests“ ins Krankenhaus einweisen lassen, schrieb Johnson am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er stehe weiterhin in Kontakt mit seinem Team, mit dem er an einer Eindämmung der Pandemie arbeite.

Johnson dankte den „brillanten Mitarbeitern“ des britischen Gesundheitssystems, „die sich in dieser schwierigen Zeit um mich und andere kümmern“. 

Boris Johnson wird Bericht zufolge mit Sauerstoff behandelt

+++ 14.23 Uhr:Der britische Premierminister Boris Johnson bleibt vorerst im Krankenhaus. Das berichten britische Medien. Nach den Angaben der „Times“ wird er dort mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt. Die britische Regierung widerspricht der Meldung nicht, macht aber keine näheren Angaben zu Johnsons Gesundheitszustand, wie der „Guardian“ berichtet. Johnsons Büro hatte die Krankenhauseinweisung zuvor als „Vorsichtsmaßnahme“ bezeichnet.

Johnson wird sich im Laufe des Tages Untersuchungen im Krankenhaus unterziehen. „Die Ärzte werden die wichtigen Vitalwerte wie die Sauerstoffsättigung überwachen“, sagte der Biomediziner Rupert Beale am Francis-Crick-Institut. Darüber hinaus würden Blutuntersuchungen an Johnson vorgenommen sowie seine Leber- und Nierenfunktionen geprüft.

Corona-Krise: Boris Johnson soll Regierungsaarbeit weiterführen

+++ 10.25 Uhr: Der britische Regierungschef Boris Johnson kann nach Angaben eines Kabinettskollegen trotz des Klinikaufenthalts wegen seiner Coronavirus-Erkrankung seine Regierungsarbeit fortsetzen. Johnson werde auch im Krankenhaus laufend über die aktuelle Entwicklung informiert und leite weiterhin die Regierungsgeschäfte, sagte Wohnungsbauminister Robert Jenrick am Montag in der BBC.

Boris Johnson hatte wegen seiner Covid-19-Erkrankung die Nacht zum Montag in einem Londoner Krankenhaus verbracht. Der 55-Jährige sollte dort genau untersucht werden. Johnson hatte trotz seiner Erkrankung in den vergangenen Tagen die Amtsgeschäfte in Isolation weiter geführt. Er wirkte aber auf Videos erschöpft und schien abgenommen zu haben. Am Freitag hatte der Regierungschef noch mitgeteilt, dass er sich besser fühle, aber noch Fieber habe. 

Erwartet wird, dass nun seine Lungen mit verschiedenen Methoden untersucht werden. Auch Herz-, Leber- und Nierenfunktion werden sehr wahrscheinlich überprüft und ein Blutbild vorgenommen, wie britische Medien berichteten. 

Unterdessen erklärt eine preisgekrönte Chemikerin, warum die Corona-Krise in Deutschland erst richtig los geht und wann sie vermutlich endet.

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson im Krankenhaus

+++ 6.4.2020, 6.40 Uhr: Die Einweisung des britischen Premierministers Boris Johnson ins Krankenhaus hat Zweifel an seiner Fähigkeit geweckt, die Amtsgeschäfte trotzCovid-19-Erkrankung fortzuführen. Johnson war am Sonntagabend für Tests vorsorglich in ein Londoner Krankenhaus gebracht worden. „Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat“, hieß es in der Mitteilung der Regierung. 

Johnson führe die Regierung weiterhin, sagte ein Sprecher am Abend. Dennoch wurde damit gerechnet, dass sein Stellvertreter, Außenminister Dominic Raab, für die Leitung einer Sitzung am Montag einspringen sollte.

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump seinem Kollegen Boris Johnson nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus eine rasche Genesung gewünscht. „Ich bin voller Hoffnung und sicher, dass er in Ordnung sein wird“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. „Er ist ein starker Mann.“ Trump fügte hinzu: „Alle Amerikaner beten für ihn.“

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson im Krankenhaus

+++ 22.21 Uhr:  Boris Johnson ist nach Angaben mehrere britischer Medien im Krankenhaus, er habe anhaltende Corona-Symptome. Das berichtet unter anderem die „BBC“. Es soll sich um eine Vorsichtsmaßnahme handeln, ein Notfall bestehe nicht. In der Klinik soll er getestet werden. Weitere Informationen liegen noch nicht vor.

+++ 5.4.2020, 18.35 Uhr: Catherine Calderwood ist die oberste Gesundheitsexpertin der schottischen Regierung. Calderwood verteidigt die wegen der Coronavirus-Pandemie angeordneten Auflagen immer wieder auch vor laufender Kamera und ruft zu deren Einhaltung auf. Nun musste sie selbst aber zugeben: Sie hat sich an zwei aufeinanderfolgenden Wochendenden selbst nicht an die Ausgangsbeschränkungen gehalten - sondern ist zum Landhaus ihrer Familie gefahren. Die Zeitung „Scottish Sun“ hatte Fotos der Expertin an einem beliebten Ausflugsziel an der Küste veröffentlicht. „Ich habe den Ratschlag nicht befolgt, den ich anderen gegeben habe“, so Calderwood bei einer Pressekonferenz. „Es tut mir sehr leid“.

Die schottische Polizei teilte mit, Calderwood sei von Beamten ermahnt worden, die Auflagen einzuhalten. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach sich trotzdem gegen einen Rücktritt Calderwoods als Chief Medical Adviser aus. Calderwood habe angeboten, zu tun, was auch immer im Interesse des Landes sei, sagte Sturgeon. „Das wäre aus meiner Sicht nicht ihr Rücktritt“, sagte die Politikern.

Coronavirus in Großbritannien: Queen Elizabeth II. ruft zu Selbstdisziplin auf

+++ 5.4.2020, 9.15 Uhr: Die Zahl der am neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 Infizierten steigt im Vereinigten Königreich (UK) weiter rapide an. Queen Elizabeth II. ruft die Briten dazu auf, der Corona-Krise mit Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. Am Sonntagabend (21 Uhr MESZ) wird eine Rede der Queen ausgestrahlt. Zuvor wurden vom Buckingham-Palast Auszüge aus der Rede veröffentlicht. 

Darin heißt es unter anderem: „Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind.“ Die Regierung in UK ist zunehmend über die schnell wachsende Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 beunruhigt. 

Corona UK: Über 700 Tote an einem Tag

+++ 15.25 Uhr: Im Vereinigten Königreich (UK) sind innerhalb eines Tages 708 Corona-Patienten gestorben. Die Gesamtzahl der Toten ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 4.313 gestiegen. In dem Land wurden bis Samstag (04.04.2020) 183.190 Menschen auf das Coronavirus Sars-CoV-2 gestestet, bei 41.903 war das Ergebnis positiv.

+++ 16.33 Uhr: Der britische Regierungschef Boris Johnson bleibt wegen seiner Corona-Erkrankung länger in Quarantäne. Er habe die empfohlenen sieben Tage Selbstisolation hinter sich und fühle sich auch schon besser, sagte der Premierminister am Freitag in einer Videobotschaft von Downing Street aus, wo er in einer Wohnung über seinem Amtssitz in Quarantäne ist. Er habe allerdings immer noch Fieber. 

Eigentlich war erwartet worden, dass Johnson am Freitag die Selbstisolation beendet und wieder öffentliche Termine wahrnimmt. "Ich habe aber noch eines der milden Symptome, Fieber", sagte der 55-Jährige in der Videobotschaft. "Also muss ich entsprechend der Leitlinien der Regierung meine Selbstisolation fortsetzen, bis dieses Symptom weg ist."

Corona: London will Zahl der Tests erhöhen – Erstes provisorisches Krankenhaus eröffnet

+++ 14.01 Uhr: In London ist ein erstes provisorisches Krankenhaus für Coronavirus-Patienten eröffnet worden. Der britische Thronfolger Prinz Charles weihte das 4000 Betten beinhaltende „Nightingale Hospital“ ein, das in nur neun Tagen in einer Messehalle errichtet wurde. Betrieben wird es von der staatlichen Gesundheitsbehörde NHS. 

Das Krankenaus sei "ein helles Licht in diesen dunklen Zeiten", sagte Prinz Charles zur Eröffnung. Der älteste Sohn von Queen Elizabeth II. war im März selbst positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er hatte allerdings nur leichte Symptome und durfte seine Selbst-Isolation am Dienstag beenden. In Großbritannien sind bereits mehr als 2900 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es gibt zudem mehr als 33.700 nachgewiesene Infektionen.

Corona: London will Zahl der Tests auf 100 000 pro Tag erhöhen

+++ 11.49 Uhr: Die Londoner Medien zeigen sich von Boris Johnsons Ankündigung*, mehr Tests durchzuführen, unbeeindruckt. „Daily Mail“ titelte am Donnerstagmorgen: „550.000 NHS-Mitarbeiterm nur 2000 getestet“. „Testpläne im Chaos“, beschrieb „The Times“. 

Am Mittwoch verzeichnete Großbritannien 563 Covid-19-Tote, den bisher höchsten Wert innerhalb eines Tages. Die Gesamtzahl stieg damit auf 2352 Verstorbene. Neben dem Mangel an Beatmungsgeräten stellte sich auch die geringe Anzahl von zuverlässigen Tests als Problem heraus. 

+++ 3.4.2020, 6.45 Uhr:Die britische Regierung will bis Ende des Monats ihre Kapazitäten für Coronavirus-Tests auf 100 000 am Tag erhöhen. Das sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bei einer Pressekonferenz in London. 

Die Ankündigung traf bei Journalisten jedoch auf Skepsis, weil die Bemühungen, mehr Tests durchzuführen, bisher nur schleppend anliefen. 

Bislang liegt Großbritannien mit der Zahl der Tests weit hinter anderen Ländern. Bis Donnerstag wurden in dem Land insgesamt rund 163 000 Menschen auf den Erreger getestet. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bis vergangene Woche ungefähr 918 000 Tests durchgeführt.

Boris Johnson immer noch erkrankt – und heftig kritisiert

+++ 17.10 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich noch nicht ganz von seiner Corona-Infektion erholt. Seine siebentägige Selbstisolation, während der er gearbeitet hat, endet am Freitag. Es ist unklar, ob er dann schon wieder offizielle Termine wahrnehmen kann, wie ein Regierungssprecher am Donnerstag berichtete. Johnson leide noch unter milden Symptomen. 

Bis Mittwochnachmittag sind in Großbritannien mehr als 2900 Menschen an der Covid-19-Lungenkrankheit gestorben. Johnson steht stark in der Kritik, zu spät und mit einem Schlingerkurs auf die Pandemie reagiert zu haben.

Corona-Krise: Kritik an der britischen Regierung

+++ 15.42 Uhr: In Großbritannien wächst die Frustration über die Diskrepanz zwischen den Ankündigungen der Regierung im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und die tatsächlichen Fortschritte. Einer BBC-Nachrichtensprecherin stand die Verwunderung in dieser Woche ins Gesicht geschrieben, als sie eine Mitteilung der Regierung zur Beschaffung von Beatmungsgeräten verlas. 

Ein erster Posten an Geräten, der von einem Konsortium von Firmen hergestellt worden sei, umfasse 30 Geräte, zitierte die Nachrichtensprecherin mit ungläubigem Gesichtsausdruck aus der Mitteilung. 

„Wir haben nachgehakt, aber es scheint wirklich 30 zu heißen“, sagte sie mit Falten auf der Stirn. Ein Videomitschnitt der Szene vom Mittwoch kursierte im Internet und wurde in verschiedenen Versionen bis Donnerstag allein auf Twitter Hunderttausende Male angeschaut.

Corona-Krise: Britische Medien mit harter Kritik an Boris Johnson

+++ 13.25 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson gerät wegen Mängeln bei der Bekämpfung des Corona-Ausbruchs zunehmend unter Druck. Kritiker werfen der britischen Regierung unter anderem vor, dass viel zu wenig Corona-Tests vorgenommen werden und nach wie vor Tausende Beatmungsgeräte für die Covid-19-Lungenkranken fehlen. 

Klinikärzte haben inzwischen auch Anweisungen erhalten, angesichts der knappen Ressourcen künftig zu entscheiden, bei welchen Patienten sich der Einsatz eines Beatmungsgerätes lohnt - und wer nicht beatmet werden kann. Der Chef der Ethik-Kommission der Ärzteorganisation British Medical Association (BMA), John Chisholm, sagte: „Niemand will solche Entscheidungen machen, aber wenn die Ressourcen erdrückend sind, müssen diese Entscheidungen getroffen werden.“ 

Britische Medien - auch konservative - bemängelten auf ihren Titelseiten am Donnerstag einheitlich Strategie-Mängel der Regierung. Die Zeitung „The Independent“ titelte etwa „Fragen, aber keine Antworten“, die „Times“ schrieb über das „Chaos bei Plänen für Virus-Tests“ und die „Daily Mail“ von einem „Test-Skandal“.

Demnach sind beispielsweise von 550.000 Angestellten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) gerade einmal 2000 auf den Corona-Erreger getestet worden. Die Statistiken zu den Tests seien eine Demütigung für die Regierungsmitglieder, kommentierten Medien.

Coronavirus in Großbritannien: Marathon im eigenen Garten

+++ 2.4.2020, 12.20 Uhr:Marathon im eigenen Garten: Der britische Speerwerfer James Campbell hat mit einer ungewöhnlichen Aktion an seinem 32. Geburtstag Spenden für den britischen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Mehr als 20.000 Pfund (ca. 23.000 Euro) für den Kampf gegen Covid-19 kamen dabei zusammen. 

Campbell, der sich wegen der Coronavirus-Pandemie zuhause in Isolation befindet, hatte am Montag bei Twitter angekündigt, er werde einen Marathon in seinem kleinen Garten laufen, wenn sein Beitrag online 10.000 Mal geteilt wird. Am Mittwoch löste der Schotte sein Versprechen ein. Sein Beitrag hatte bis dahin mehr als 23.000 Retweets. 

Rund fünf Stunden lang lief Campbell auf seiner Terrasse und der kleinen Rasenfläche hin und her, während er sich von Nachbarn und von Zuschauern im Livestream anfeuern ließ. Online schaute unter anderem der frühere englische Fußball-Weltmeister Sir Geoff Hurst zu.

Corona-Krise in Großbritannien: Wimbledon abgesagt

+++ 17.10 Uhr: Nun ist es amtlich: Das Tennisturnier in Wimbledon wurde wegen der Corona-Krise abgesagt. Die nächste Auflage soll vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 stattfinden.  

+++ 15.30 Uhr: Großbritannien hat erstmals mehr als 500 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London  mitteilte, starben seit dem Vortag 563 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 2352 an. fast 30.000 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert. 

Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Großbritannien hat bislang im Vergleich zu Deutschland nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.

Großbritannien: Prinz Charles spricht den Menschen in einer Videobotschaft Mut zu

+++ 14.50 Uhr: Zum ersten Mal nach seiner nach seiner überstandenen Covid-19-Erkrankung hat sich der britische Thronfolger Prinz Charles an die Öffentlichkeit gewandt. Seine Phase der Selbstisolation sei nun beendet, sagte er in einem auf Twitter geposteten Video.

„Niemand von uns kann sagen, wann das endet. Aber es wird zu Ende gehen“, sagte Charles. „Bis dahin lasst uns versuchen, hoffnungsvoll zu sein, Vertrauen in uns selbst und andere zu haben und uns auf bessere Zeiten zu freuen.“ 

Soziale Distanz zu halten sei eine „seltsame, frustrierende und oft belastende“ Erfahrung, sagte der Prinz, der sich nach seiner Ansteckung mit dem Virus in Selbstisolation begeben musste, die erst an diesem Dienstag endete. 

Seine Frau und er würden in dieser beispiellosen Zeit besonders an all diejenigen denken, „die ihre Lieben unter so schwierigen und abnormalen Umständen verloren haben, und an diejenigen, die Krankheit, Isolation und Einsamkeit ertragen müssen“.

Zahl der Tests auf das Coronavirus soll in Großbritannien deutlich erhöht werden

+++ 11.15 Uhr: Die britische Regierung hat das Coronavirus lange Zeit unterschätzt. Inzwischen aber weiß aufgrund der immer weiter steigenden Fallzahlen auch auf der Insel jeder, was die Stunde geschlagen hat. Die nächsten Wochen würden „kritisch“ sein, sagte nun der Minister für Wohnungswesen, Gemeinden und Kommunalverwaltung gegenüber der Sendung Today von BBC Radio 4. Robert Jenrick stellte die Menschen schon mal auf eine deutliche Erhöhung der Todesfälle ein: „Es ist wahrscheinlich, dass sich die Zahlen in den kommenden Tagen verschlechtern werden.“

In Bezug auf Schutzausrüstung sagte Jenrick, es sei eine „Militäroperation“ im Gange, um Lagerbestände im ganzen Land zu organisieren. Zudem würden Vertriebsunternehmen eingesetzt, um „die Lagerbestände organisierter und nachhaltiger herauszuholen“.

Kritik an fehlenden Coronavirus-Tests in Großbritannien wird lauter

Der Minister reagierte auch auf die zunehmende Kritik an den fehlenden Tests auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Die britische Regierung werde innerhalb von 14 Tagen 25.000 Menschen pro Tag testen, sagte Jenrick zu Sky-Moderatorin Kay Burley. Bisher wurden nur 143.186 Tests durchgeführt. 

Großbritannien: 13-Jähriger an Corona gestorben - Keine Vorerkrankungen

+++ 1.4.2020, 6.35 Uhr: In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen. 

Nach Angaben seiner Familie wurde der 13-jährige Ismail am Donnerstag mit den für eine Infektion mit dem Erreger typischen Symptomen und Atemnot in das Londoner King's College-Krankenhaus eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet. 

Er wurde künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Der Junge verstarb dann am Montag. Der Fall des Jungen zeige, „wie wichtig es ist, dass wir alle nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Verbreitung der Infektion zu verringern“, sagte Nathalie MacDermott, Dozentin am King's College.

Bürgermeister von London bittet Fußballklubs im Kampf gegen Corona um Hilfe  

+++ 19.40 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Großbritannien hat Londons Bürgermeister Sadiq Khan die Fußballklubs der britischen Hauptstadt um Hilfe gebeten. Wie ein Sprecher, schrieb Khan einen Brief an mehrere Premier-League-Klubs, darunter der FC Chelsea und der FC Arsenal, sowie an einige Vereine der Zweiten Fußball-Liga. Darin bat er die Vereine, dem nationalen Gesundheitsdienst NHS ihre Teamärzte und ihr medizinisches Personal zur Verfügung stellen. 

Weiter bat Khan darum, dass der NHS die Stadien, Trainingsanlagen und Parkplätze für die Einrichtung voraussichtlich notwendiger Feldkrankenhäuser zur Behandlung von Corona-Patienten aus Großbritannien nutzen darf. Zudem bat er um Unterbringungsmöglichkeiten für NHS-Mitarbeiter.

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 381 Menschen an dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 1789, wie das britische Gesundheitsministerium am Dienstag im Onlinedienst Twitter mitteilte. Die bislang mit Abstand höchste Opferzahl für einen Tag weist auf eine beschleunigte Ausbreitung des Erregers hin.

Corona in Großbritannien: Johnson will Quarantäne nach einer Woche beenden – und erntet Kritik

+++ 17.19 Uhr: Der Premierminister von Großbritannien Boris Johnson plant, trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 bereits am kommenden Freitag (03.04.2020) seine Selbstisolation zu beenden – nur eine Woche nachdem er positiv getestet worden war. Das berichten britische Medien übereinstimmend und beziehen sich auf einen Sprecher Johnsons. Die Labour-Politikern Rosena Allin-Khan kritisiert die Entscheidung und verweist auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach Infizierte die Maßnahmen gegen Covid-19 bis zu zwei Wochen, nachdem sie sich nicht mehr krank fühlen, aufrechterhalten sollen. Das gab die WHO bereits Mitte März bekannt. Auch Johnsons Leibarzt habe dem Premier empfohlen, länger in Selbstisolation zu bleiben, berichtet der „Daily Mirror“.

Das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien (NHS) gibt auf seiner Webseite einen anderen Hinweis. Dort heißt es, Corona-Infizierte müssten sich lediglich sieben Tage in Selbstisolation begeben. Danach könne man diese beenden, wenn man keine Symptome mehr verspüre. Die Labour-Politikerin Allin-Khan fordert nach der Ankündigung von Boris Johnson nun, dass diese Richtlinie im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Großbritannien geändert wird. Laut Johnsons Sprecher zeige der Premierminister weiterhin nur „milde Symptome“.

Corona in Großbritannien: Mehr als 1400 Tote - Ärzte schlagen Alarm 

+++ 13.10 Uhr: British Airways stellt alle Flüge von und nach London-Gatwick ein, da die Nachfrage aufgrund der Coronavirus-Pandemie zurückgegangen ist. Auch andere Fluggesellschaften haben den Großteil ihrer Flüge wegen des Virus abgesagt.

+++ 11.55 Uhr: Die nationale Gesundheitsbehörde veröffentlicht weitere Statistiken zu den Todesfällen in Großbritannien.  Von den 108 Todesfällen (Stand 20. März), bei denen Covid-19 auf der Sterbeurkunde erwähnt wurde, waren 45 (oder 42%) älter als 85 Jahre, während 34 (31%) Personen 75 bis 85 Jahre alt waren. Insgesamt 21 Todesfälle (19%) waren zwischen 65 und 74 Jahre alt, sieben (6%) waren zwischen 45 und 64 Jahre und ein Todesfall war zwischen 15 und 44 Jahre alt.

Corona in Großbritannien: Druck auf Johnson wächst

+++ 10.35 Uhr: Immer mehr Kritik an der Krisenpolitik von Premierminister Boris Johnson. Nach Angaben der britischen Ärztegewerkschaft British Medical Association fehlt es in Kliniken und bei Hausärzten an Ausrüstungen wie Masken und Einmal-Handschuhen. Immer mehr Pflegepersonal  berichtet davon, dass völlig ohne Schutz Patienten versorgt werden müssen.

Wie die Ärzteorganisation Royal College of Physicians mitteilte, ist jeder vierte Mediziner des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) inzwischen „krank oder in Isolation“. Besonders schlimm seien die Zustände in London und Birmingham.

Die Regierung steht auch unter starkem Druck, weil sie nach Ansicht vieler Kritiker zu spät und zu lasch auf den Ausbruch reagiert habe. Ein großes Problem in Großbritannien ist zudem, dass viel zu wenig Beatmungsgeräte bereitstehen. Der NHS ist chronisch unterfinanziert.

Corona in Großbritannien: Mehr als 1400 Tote in Großbritannien

+++ 31.03.2020, 08.45 Uhr: Mehr als eine Woche nach der Einführung von Sperrmaßnahmen in Großbritannien gab Sir Patrick Vallance,  wissenschaftlicher Berater der Regierung, bekannt, es gebe erste Anzeichen dafür, dass die ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen.

Die Zahl der Todesfälle stieg am Montag weiter an. Inzwischen zählt Großbritannien1.408 Todesopfer,  die Anzahl der zusätzlichen Patienten, die täglich vom nationalen Gesundheitsdienst erfasst würden, sei aber „stabil“.

Großbritannien startet Rückholaktion

+++ 20.00 Uhr: Auch Großbritannien wird Staatsbürger aus dem Ausland zurückholen: Die Regierung kündigte am Montag (30.03.2020) an, für rund 75 Millionen Pfund (84 Millionen Euro) gestrandete Briten zurück ins Königreich zu fliegen. 

In ganz Großbritannien stieg die Zahl der an Covid-19 gestorbenen Menschen derweil auf 1408. Täglich werden rund 1000 Menschen in die Krankenhäuser des Königreichs eingeliefert, wie der britische „Guardian“ berichtet. Experten erwarten, dass die Zahl in den kommenden Wochen steigen wird.

London ist nach Angaben des Bürgermeisters Sadiq Khan rund „zwei bis vier Wochen“ vom Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie entfernt. Eine Einschätzung, welche Ausmaße die Pandemie in der Millionenmetropole annehmen werde, wollte Khan nicht abgeben.

Coronavirus: Formel1-Team hilf bei Produktion von Beamtungsgeräten

+++ 16.24 Uhr: In England ist die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, auf 1284 gestiegen. Das seien 159 mehr als am Sonntag, berichtet der britische „Guardian“ mit Bezug auf britische Gesundheitsbehörden. Die Verstorbenen seien alle zwischen 32 und 98 Jahre alt gewesen und alle bis auf vier hätten Vorerkrankungen gehabt.

Unterdessen hat sich das Formel-1-Team von Mercedes mit britischen Wissenschaftlern zusammengetan, um dringend benötigte Beatmungsgeräte für Coronavirus-Patienten zu bauen. Wie das University College in London mitteilte, haben die britischen Gesundheitsbehörden bereits grünes Licht für die Produktion von sogenannten CPAP-Beatmungsgeräten gegeben. 

Solche Geräte, die Patienten mit Atemproblemen mit einer Maske statt einem Schlauch beim Atmen helfen, wurden bereits bei Coronavirus-Patienten mit schweren Lungenentzündungen in Italien und China genutzt. 

Das University College London und Mercedes haben nun ein eigenes Modell entwickelt, von dem sie nach eigenen Angaben kurzfristig mehrere tausend Exemplare produzieren können. Diese sollen demnach an Krankenhäuser in ganz Großbritannien geliefert werde.

Coronavirus in Großbritannien: Prinz Charles nicht mehr isoliert

+++ 13.55 Uhr: Der Prinz von Wales ist in seinem Haus in Birkhall in Schottland nicht mehr isoliert. Prinz Charles war in der vergangenen Woche positiv auf Coronavirus getestet wurde.

Ein Sprecher von Clarence House sagte: „Wir können bestätigen, dass sich der Prinz von Wales nach Rücksprache mit seinem Arzt nicht mehr in Quarantäne befindet."

Johnson-Berater in Isolation

+++ 11.40 Uhr: Ein weiteres Mitglied der Regierung scheint infiziert: Nach Angaben des „Daily Mail“ hat sich der leitende Berater des Ministerpräsidenten, Dominic Cummings, mit Corona-Symptomen in Selbstisolierung begeben. 

Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern leicht rückläufig

+++ 09.15 Uhr: Laut Professor Neil Ferguson vom Imperial College London könnte sich die Coronavirus-Epidemie in Großbritannien derzeit „etwas“ verlangsamen. Der Experte führt an, dass die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern etwas zurückgeht.

„Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht, aber die Rate hat sich verlangsamt", sagte Ferguson gegenüber in BBC Radio 4. Dies sei ein Trend, der auch in anderen europäischen Staaten zu beobachten sei.

Zahl der Todesopfer in Großbritannien steigt weiter

Update 30.03.2020, 08.45 Uhr: Seit nunmehr einer Woche gilt in Großbritannien die vollständige Ausgangssperre. Jetzt hat ein hochrangiger britischer Mediziner auf einer Pressekonferenz in der Downing Street gefordert, dass die Maßnahmen für die Dauer von sechs Monate oder länger durchgeführt werden müssten um das Virus in den Griff zu bekommen.

Unterdessen ist die Zahl der Todesopfer in Großbritannien durch das Virus am Wochenende auf 1.228 angestiegen.

Corona in Großbritannien: Ausgangssperre wegen Coronavirus könnte über drei Wochen andauern

+++ 29.03., 17.33 Uhr: Nach Angaben der Regierung wird die wegen des Coronavirus verhängte Ausgangssperre in Großbritannien länger als drei Wochen dauern. „Ich kann keine genaue Vorhersage treffen. Aber ich denke, jeder muss sich darauf einstellen, dass diese Maßnahme noch geraume Zeit in Kraft bleiben wird“, sagte Michael Gove, Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, am Sonntag dem Sender BBC. Laut eines Experten könnte die Ausgangssperre sogar noch bis Juni bestehen bleiben. 

Premierminister Boris Johnson, der selbst am Corona erkrankt ist, hatte vor rund einer Woche erklärt, die Ausgangssperre werde drei Wochen andauern. Großbritannien hatte die Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie deutlich später als die meisten europäischen Länder verhängt.

Corona in Großbritannien: Tennis-Klassiker in Wimbledon wegen Coronavirus kurz vor Absage

+++ 29.03., 15.02 Uhr: Wegen Corona steht der Tennis-Klassiker in Wimbledon kurz vor der Absage. „Da gibt es keinen Zweifel dran. Das ist notwendig in der jetzigen Situation“, sagte der Vize-Chef des Deutschen Tennis Bundes am Sonntag im TV-Sender Sky. Die Entscheidung soll am Mittwoch bekannt gegeben werden. 

Eigentlich soll das Turnier am 29.06.2020 in London starten. Doch auch mit einer Verschiebung von Wimbledon wegen des Coronavirus rechnet Hordoff nicht. „Wimbledon hat durch den Rasen und die besonderen Lichtverhältnisse eigene Gesetze“, sagte der Funktionär. Deshalb sei eine Austragung im September oder Oktober undenkbar. 

Coronavirus in Großbritannien: Regierung möchte Kapazitäten für Corona-Tests erweitern

+++ 29.03., 12.02 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus werden in London, Manchester und Birmingham Konferenzzentren zu temporären Krankenhäusern umgebaut. Allein im Excel-Centre der Hauptstadt sollen 4000 Patienten behandelt werden können. Die britische Regierung kündigte zudem an, die Kapazitäten für Tests erheblich zu erweitern.

Bislang wurden erst 114.000 Menschen auf das Coronavirus getestet - weit weniger als in Deutschland. Vor allem Krankenhausmitarbeiter sollen nun großflächig mit einem neu entwickelten Verfahren auf Antigene getestet werden.

Coronakrise in Großbritannien: Boris Johnson warnt vor schweren Zeiten

+++ 29.03., 09.09 Uhr: Mit einem emotionalen Brief stimmt der an Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson seine Landsleute auf schwere Zeiten ein und schließt auch noch schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Lungenkrankheit nicht mehr aus. 

„Es ist wichtig für mich, offen und ehrlich mit Ihnen zu reden - wir wissen, dass die Lage sich verschlechtert, bevor sie besser wird“, heißt es in dem Schreiben, das Downing Street am Samstag in London veröffentlichte und das in der kommenden Woche an 30 Millionen Haushalte geschickt werden soll. Die Regierung treffe die richtigen Vorbereitungen und je stärker diese Regeln befolgt würden, desto weniger Leben würden verloren und desto eher könne man in ein normales Leben zurückkehren. 

Boris Johnson schloss aber auch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen nicht aus: „Wir werden nicht zögern, weiterzugehen, wenn uns der wissenschaftliche und medizinische Ratschlag sagt, dass wir das tun müssen.“

Coronakrise: Großbritannien zählt mehr als 1000 Tote

+++ 28.03., 16.27 Uhr: Die Zahl der an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Menschen in Großbritannien ist auf über 1000 gestiegen. Das teilte die Regierung des Vereinigten Königreichs mit, Stand der Meldung war Freitagabend. 

Am Vortag lag die Zahl der Toten durch die vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit noch bei 759. In den Tagen zuvor war die Zahl der Infizierten bereits stark angestiegen. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität sind in Großbritannien 14.754 Menschen am Coronavirus erkrankt.

Sorge um erkrankten Regierungsmitgliedern in Großbritannien

+++ 28.03., 12.00 Uhr: Die britische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus lange auf eine andere Strategie gesetzt als andere Länder. Herdenimmunität war das Schlagwort, von Kontaktverboten und Ausgangssperren wollte Premier Boris Johnson zunächst nichts wissen. Doch nachdem nun auch Johnson selbst sowie Gesundheitsminister Matt Hancock erkrankt sind, wächst die Kritik am Umgang der britischen Regierung mit dem Coronavirus-Ausbruch. John Ashton, ein ehemaliger Regionaldirektor des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS, warf der Regierung Trägheit vor. Das gelte sowohl für die Maßnahmen im Land als auch für deren persönliches Verhalten, beide seien „zu langsam“ gewesen.

Am Montag (23.03.) hatte der Premierminister eine Ausgangssperre verhängt und die Briten dazu aufgerufen, nur noch das Haus zu verlassen, wenn unbedingt notwendig. Doch noch am Mittwoch (25.03.) stellte sich Johnson im beengten Parlament den Fragen von Abgeordneten. „Ich war überrascht, dass die Fragestunde abgehalten wurde - es war eindeutig unnötig“, sagte Ashton dem „Guardian“. 

Die „Financial Times“ zitierte ein Kabinettsmitglied mit dem Vorwurf, einige Minister seien „sehr zögerlich“ gewesen, die eigenen Ratschläge zur sozialen Distanz in die Praxis umzusetzen. Ein anderes Regierungsmitglied beschwerte sich der Zeitung zufolge, der Nationale Sicherheitsrat Cobra habe noch bis vor wenigen Tagen „zusammengepfercht“ in einem abhörsicheren Sitzungsraum getagt.

In London geht nun die Sorge um, dass die Entscheidungsfähigkeit der Regierung beeinträchtigt sein könnte, sollten noch weitere Kabinettsmitglieder infiziert sein. Vorsorgliche Tests soll es aber zunächst nicht geben. „Alle folgen den Ratschlägen der Gesundheitsbehörde“, sagte ein Downing-Street-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Demnach solle man sich in Selbstisolation begeben, sobald Symptome aufträten.

Zahl der Todesfälle in Großbritannien steigt um 181 auf 759

+++ 15.20 Uhr: In Großbritannien wurden die aktuellen Zahlen veröffentlicht. Bis zum 27. März um 9 Uhr wurden in Großbritannien insgesamt 113.777 Personen getestet: 99.198 negativ, 14.579 positiv. Stand 26. März 17 Uhr sind 759 der in Großbritannien infizierten Personen verstorben. Das ist ein Anstieg von 181 Todesfällen gegenüber dem Vortag.

Queen Elizabeth II sah Johnson zuletzt am 11. März

+++ 14.30 Uhr: Immerhin, die Queen scheint noch wohlauf zu sein. Wie der Palast mitteilt, hat Königin Elizabeth II. (93) den mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierminister Boris Johnson zuletzt vor mehr als zwei Wochen persönlich getroffen. Das teilte der Buckingham-Palast am Freitag in London mit. Sie sei weiterhin bei guter Gesundheit. 

„Die Queen hat den Premierminister zuletzt am 11. März gesehen und und befolgt die entsprechenden Ratschläge hinsichtlich ihres Wohlergehens“, hieß es in der Mitteilung. Elizabeth II. und Prinz Philip (98) hatten sich bereits vergangene Woche zu einem vorgezogenen Osteraufenthalt auf Schloss Windsor zurückgezogen. 

Unterdessen droht in Deutschland der Notstand. Hunderttausende unterstützen eine Petition von Pflegekräften in der Coronakrise.

Auch der Gesundheitsminister positiv getestet

+++ 14.05 Uhr: Und schon wieder ist ein Vertreter der britischen Regierung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Premierminister Boris Johnson ist nun auch Gesundheitsminister Matt Hancock positiv getestet worden. Auch er befindet sich mit milden Symptome in Selbstisolation.

+++ 13.30 Uhr: In Großbritannien stellt sich nun die Frage, mit wem der positiv auf das Coronavirus getestete Premierminister Boris Johnson zuletzt Kontakt hatte. Denn spätestens jetzt steht der gesamte Stadtteil Westminster im Brennpunkt der Corona-Erkrankungen. Schon am 11. März war die Staatsekreträrin Nadine Dorries positiv getestet worden, viele Abgeordnete und Beamte aus Whitehall haben sich mittlerweile selbst isoliert.

Dazu gehört seit heute auch Angela Rayner, die Bildungssprecherin der oppositionellen Labour-Partei, die als Kandidatin für den Posten der nächsten stellvertretenden Vorsitzende der Partei gilt. Auf Twitter teilte sie mit, dass sie sich über Nacht unwohl gefühlt habe und ihr Zustand allmählich schlechter geworden sei. 

Boris Johnson positiv

+++ 12.22 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus Sars CoV-2 getestet worden. Johnson habe leichte Symptome und werde sich in der Downing Street selbst isolieren, hieß es in einer Erklärung. „Er wurde auf persönlichen Rat des obersten medizinischen Beraters Chris Whitty auf Coronavirus getestet.“ 

Boris Johnson selbst meldete sich mit einem Video auf Twitter zu Wort. Dort sprach er davon, er habe in den vergangenen 24 Stunden leichte Symptome entwickelt und sei daraufhin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde sich nun selbst isolieren und per Videokonferenz weiter die Regierungsarbeit im Kampf gegen das Virus leiten. „Ich bedanke mich bei allen Beteiligten und natürlich bei unseren hervorragenden NHS-Mitarbeitern.“ Außenminister Dominic Raab würde im Notfall die Amtsgeschäfte von Johnson übernehmen.  

Hunde sollen Coronavirus erschnüffeln 

+++ 27.03., 09.15 Uhr: Großbritannien geht im Kampf gegen das Coronavirus neue Wege. Nun sollen nämlich Hunde dafür trainiert werden, mit ihrem extrem ausgeprägten Geruchssinn möglicherweise Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zu erschnüffeln.  

Die Wohlfahrtsorganisation Medical Detection Dogs (etwa: Hunde in der medizinischen Diagnose) ging für dieses Projekt eine Partnerschaft mit Wissenschaftlern ein, wie sie heute (27.03.) mitteilte. Den Plänen zufolge sollen die Nasen der Vierbeiner innerhalb von sechs Wochen derart für den von der Lungenkrankheit Covid-19 ausgehenden Geruch sensibilisiert werden, dass sie zur Diagnose eingesetzt werden können. 

„Grundsätzlich sind wir uns sicher, dass Hunde Covid-19 entdecken könnten“, erklärte die Vorsitzende von Medical Detection Dogs, Claire Guest. Derzeit würden noch Methoden geprüft, wie der von Corona-Patienten ausgehende Geruch eingefangen werden könne, um ihn den Hundenasen zu präsentieren. 

Hunde werden bereits zur Entdeckung anderer Krankheiten wie Krebs oder Diabetes eingesetzt. Medical Detection Dogs hat schon diverse derartige Trainingsprogramme für die Vierbeiner ausgeführt.

In Großbritannien sollen jetzt Hunde der Wohlfahrtsorganisation Medical Detection Dogs im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden. (Archivbild)

Coronakrise: Großbritannien will Selbstständige unterstützen

+++ 19.17 Uhr: Der britische Finanzminister Rishi Sunak hat angekündigt, Selbstständige, die durch das Coronavirus in ihrer Existenz bedroht sind, zu unterstützen. Wie schon bei Angestellten wolle der Staat für 80 Prozent des Einkommens aufkommen. 

Bis zu 2500 Pfund (rund 2750 Euro) sollen Selbstständige monatlich erhalten. Voraussetzung ist eine maximaler Gewinn von jährlich 50.000 Pfund. Rund 95 Prozent aller Selbstständigen sollen so abgesichert werden. Allerdings: „Wir können nicht jeden einzelnen Job und jedes einzelne Unternehmen schützen“, erklärte Sunak. Manche würden durch das Raster fallen.

Noch zu wenige Cotonavirurs-Test in Großbritannien

+++ 14.55 Uhr: Großbritannien tut sich bislang schwer, seine Testkapazitäten zu erhöhen. Insgesamt wurden dort bis Mittwoch rund 97 000 Menschen getestet. Damit liegt das Land weit hinter Deutschland, wo inzwischen etwa 410 000 Tests durchgeführt wurden. Premierminister Boris Johnson hatte angekündigt, die Kapazitäten von täglich 5000 auf 25 000 Tests steigern zu wollen. Doch bislang ist nicht klar, bis wann dieses Ziel erreicht werden kann. Am Mittwoch wurden offiziellen Angaben zufolge gerade einmal 6600 Tests durchgeführt.

Die britische Regierung teilte aber mit, sie habe sich 3,5 Millionen Sets für Antikörper-Tests gesichert, noch sei aber unklar, ob diese wie gewünscht funktionieren. Diese könnten sich aber als spielentscheidend erweisen, wenn es darum gehe, Krankenhausmitarbeiter nach einer Infektion wieder in den Einsatz zu schicken. Mit Antikörper-Tests kann eine bereits überwundene Infektion nachgewiesen werden.

Coronavirus-Pandemie: UK-Krankenhäuser vor dem Kollaps

+++ 12.05 Uhr: Großbritanniens staatlicher Gesundheitsdienst NHS beklagt eine zunehmende Überlastung der Londoner Krankenhäuser wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem „ständigen Tsunami“ schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert, sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson am Donnerstag.

Nachdem die Krankenhäuser in den vergangenen Wochen ihre Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung von Patienten „massiv“ ausgebaut hätten, gebe es nun eine „Explosion“ der Zahl schwerkranker Patienten. Die Lage werde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Krankenhausmitarbeiter derzeit selbst krank seien und deshalb fehlten. Der Krankenstand beim Klinikpersonal liege bei „30 Prozent, 40 Prozent und an manchen Orten sogar 50 Prozent“, sagte Hopson. Dieses Ausmaß sei „beispiellos“.

Nach Angaben vom Mittwoch wurden im Vereinigten Königreich bislang 9529 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, 463 Infizierte starben. Vorige Woche kündigte die Regierung die Einrichtung eines provisorischen Krankenhauses mit 4000 Betten in einem Londoner Konferenzzentrum an.

Bürgermeister von London ist machtlos

+++10.40 Uhr: Sadiq Khan, der Bürgermeister von London, wurde in den letzten Tagen von den Ministern dafür kritisiert, dass er in seiner Stadt nicht mehr Dienste der U-Bahn anbietet. Dies führte dazu, dass einige Wagen überfüllt waren, was das Risiko einer Übertragung von Coronaviren erhöhe. Heute Morgen hat Khan darauf hingewiesen, dass er nicht mehr Kapazitäten anbieten kann, weil jeder Dritte der Bediensteten in Isolation ist oder krank sei.

Gleichzeitig forderte er die Bevölkerung dazu auf, die Hauptverkehrszeiten möglichst zu meiden.

Keine Vorzugsbehandlung für Prinz Charles

Update 26.03.2020, 08.55 Uhr:  Die britische Regierung hat darauf hingewiesen, dass Prinz Charles keine Vorzugsbehandlung erhielt, als er noch vor vielen NHS-Arbeitern einen Coronavirus-Test erhielt.

Im Gespräch mit Sky News sagte Gesundheitsminister Edward Argar, der Prinz habe keine Sonderbehandlung erfahren, als er positiv auf das Virus getestet wurde .

Auf die Frage, warum der Prinz einen Test erhalten habe, während viele Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde noch immer darauf warten, sagte Argar: „Mein Verständnis ist, dass seine Symptome und sein Zustand die Kriterien für einen Test erfüllten.“

Corona-Notstandsgesetz verabschiedet

+++ 19.54 Uhr: Das britische Parlament in London hat ein Corona-Notstandsgesetz verabschiedet. Das Gesetz bevollmächtigt die Regierung und Behörden unter anderem, die Ausgangsbeschränkungen und Schließungen von Geschäften notfalls mit Zwangsmaßnahmen durchzusetzen. 

Außerdem könne durch das Gesetz leichter auf private Daten der Bürger zugegriffen werden. Die Behörden erhalten auch das Recht, Corona-Infizierte und Verdachtsfälle zwangsweise in Quarantäne zu schicken. Das Unterhaus hat sich wegen der Coronavirus-Pandemie bereits am Mittwoch (25.03.2020) vorzeitig in die Osterpause verbaschiedet.

400.000 Briten wollen dem NHS helfen

Zudem teilte Großbritanniens Premierminister Boris Johnson am Mittwoch vor Journalisten mit, dass sich mehr als 400.000 Freiwillige gemeldet haben, um den staatlichen Gesundheitsdienst NHS in der Coronakrise zu unterstützen. 

Sie waren einem entsprechenden Aufruf der Regierung vom Vortag gefolgt. Außerdem hätten sich 12.000 ehemalige NHS-Mitarbeiter bereiterklärt, vorübergehend wieder ihren Beruf aufzunehmen.

21-Jährige stirbt ohne Vorerkrankung an Covid-19

+++ 14.20 Uhr:Wie „Sky News“ berichtet, ist eine 21-jährige Frau ohne diagnostizierten Vorerkrankung nach der Ansteckung mit Sars-CoV-2 an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Man geht davon aus, dass sie die jüngste Person ist, die nach der Ansteckung mit Coronavirus in Großbritannien stirbt.

Paare sollen ihre „Gefühle prüfen“ 

+++ 14.10 Uhr:Die britische Regierung hat Paare mit getrennten Haushalten aufgefordert, ihre Beziehung wegen der Ausgangsbeschränkungen durch die Coronavirus-Epidemie auf Belastbarkeit zu testen. Die Paare sollten sich entscheiden, ob sie gemeinsam einen Haushalt bilden, oder Abstand voneinander halten wollten, sagte Jenny Harries, die stellvertretende Gesundheitsbeauftragte der britischen Regierung am Mittwoch vor Journalisten.

Verhindert werden solle aber, dass Personen zwischen verschiedenen Haushalten hin- und her wechseln. „Prüfen Sie die Stärke ihrer Gefühle sorgfältig und bleiben Sie in einem Haushalt, entweder zusammen oder getrennt, aber bleiben Sie dabei (...)“, so Harries.

Corona bei Prinz Charles: Gleiches Recht für alle?

+++ 12.40 Uhr: Auf Twitter sind einige Kommentatoren nicht erfreut über die Möglichkeit, dass Prinz Charles eventuell eine Sonderbehandlung erhält, die anderen Menschen mit Coronavirus-Symptomen nicht zur Verfügung steht. James Cook von der BBC schreibt: „Die Aussage, dass Prinz Charles vom NHS in Aberdeenshire ‚die für Tests erforderlichen Kriterien erfüllt hat‘, ist verwunderlich. Auf der Website von NHS Scotland heißt es, dass Tests auf Covid-19 im Allgemeinen nur durchgeführt werden, ‚wenn man an einer schweren Krankheit leidet, für die eine Krankenhauseinweisung erforderlich ist“.

Prinz Charles positiv getestet 

+++ 12.10 Uhr: Wie das britische Königshaus vermeldet, ist Charles, Prinz von Wales, positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der Thronfolger „zeige milde Symptome, sei aber aber ansonsten bei guter Gesundheit", teilte ein Sprecher des ältesten Sohnes der Königin mit.

Herzogin Camilla ebenfalls getestet

Seine Frau, Herzogin Camilla (72), sei ebenfalls getestet worden, bei ihr wurde aber den Angaben zufolge keine Infektion festgestellt. Das Paar sei nun in häuslicher Isolation auf Schloss Balmoral in Schottland. Wo sich der Prince of Wales das Virus eingefangen haben könnte, war zunächst unklar. Charles habe in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Terminen wahrgenommen. Er arbeite nun von zuhause aus, hieß es in der Mitteilung.

Ob auch Königin Elizabeth II. (93) und ihr Mann, Prinz Philip (98), getestet wurden, war zunächst unklar. Die beiden hatten sich bereits in der vergangenen Woche nach Schloss Windsor, westlich von London, zurückgezogen. Sie gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet.

+++ 11.20 Uhr: Nach der Ankündigung der Regierung, das ExCel-Centre in London in ein Notfallkrankenhaus umzuwandeln, werden jetzt auch große Konferenzhallen in anderen britischen Städten diesem Beispiel folgen.

In Birmingham sagten die Betreiber des „NEC“, in dem Anfang dieses Monats noch eine Hundeausstellung stattfand, dass sie „bereit“ und „gut ausgestattet“ seien, wenn die Halle als geeigneter Ort für ein provisorisches Krankenhaus angesehen würde.

Unterhaus geht früher in Osterpause

+++ 10.45 Uhr: Der „Lockdown“ trifft jetzt auch das britische Parlament. Die Abgeordneten beginnen die Osterpause eine Woche früher als geplant. Jacob Rees-Mogg, der Vorsitzende des Unterhauses, hat einen entsprechenden Antrag eingereicht. 

Die Pause soll jedoch erst beginnen, wenn das Coronavirus-Gesetz verabschiedet wurde. Die Entscheidung, vorzeitig in die Pause zu gehen, ist keine große Überraschung - aber ein weiteres Zeichen dafür, wie der Ausbruch des Coronavirus alle Aspekte des normalen Lebens in Großbritannien verändert hat.

Coronakrise in Großbritannien - Lockdown beispiellos 

Update vom Mittwoch, 25.03.2020, 10.29 Uhr: Die britische Tageszeitung „The Independent“ nennt den von Premierminister Boris Johnson verfügten teilweise Lockdown beispiellos, selbst verglichen mit Kriegszeiten. Doch meldet die Zeitung auch Zweifel an, ob die Maßnahmen tatsächlich ausreichen. Es sei unklar, ob die Verfügung eine „furchtbare Krise in den Krankenhäusern“ verhindern könne. 

Die in den vergangenen Wochen schrittweise verkündeten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit werden zwar einen günstigen Effekt haben und den Druck auf das staatliche Gesundheitswesen verringern, dennoch könnte Großbritannien schwer unter Covid-19 leiden. „Hätten wir schon vor einem Monat eine Ausgangssperre verhängt, wären wir heute besser in der Lage, mit dem Höhepunkt der Epidemie fertig zu werden. Aus diesem Grund wird es nötig sein, den Lockdown in den kommenden Tagen zu intensivieren“, schreibt das Blatt.

Corona-Pandemie im Vereinigten Königreich (UK): Mehr als 8000 Menschen mit Corona infiziert

Update, Dienstag, 24. März, 19.50 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien stieg bis zum Abend um 87 auf jetzt 422. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 8000. 

Die tatsächliche Zahl dürfte sogar noch erheblich höher sein. Im Vereinigten Königreich (UK) wurden nämlich bislang nur rund 82.000 Menschen getestet, weit weniger als beispielsweise in Deutschland. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock beteuerte, die Regierung sei im Begriff, Millionen von Test-Sets zu kaufen.

Menschen in London ignorieren die Warnungen vor Corona: Bürgermeister Khan fassungslos

Erstmeldung, Dienstag, 24. März, 14.26 Uhr: London - Sadiq Khan war fassungslos. „Wir müssen mit allen nicht notwendigen Fahrten aufhören“, teilte der Bürgermeister von London mit. „Diese Regeln zu ignorieren, bedeutet mehr Menschenleben zu verlieren.“  Mehr Arbeitgeber müssten den Mitarbeitern während der Corona-Krise anbieten, zu Hause zu arbeiten.

Grund für seine Aufregung waren Bilder aus den U-Bahnen der britischen Hauptstadt. Denn auch am Dienstag (24.03.) waren in London viele Bahnen noch immer völlig überfüllt, in vielen Abteilen standen die Fahrgäste gedrängt nebeneinander - und das, obwohl die Regierung im Kampf gegen das Coronavirus Sars CoV-2 gerade erst  schärfere Ausgangsbeschränkungen erlassen hatte. 

Corona im UK: Menschen ignorieren Empfehlungen der Regierung

Eine Krankenschwester hatte denn auch kein Interesse, sich auf ihrem Weg in die Klinik  in die U-Bahn zu setzen. Sie gehe vorsichtshalber lieber 40 Minuten zu Fuß, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie wolle nicht sich und die Patienten gefährden. 

Das ist eine Stimme der Vernunft, die sonst im Vereinigten Königreich (UK) überraschend häufig noch fehlt. So ignorierten die meisten Briten am Wochenende die Empfehlungen der Regierung einfach. In den Parks von London tankten die Menschen bei schönstem Frühlingswetter mal so richtig Sonne, und auch im Snowdonia-Gebirge in Wales, in den schottischen Highlands und in Cornwall im Südwesten von England tummelten sich viele Ausflügler.

Kampf gegen Corona-Pandemie im Vereinigten Königreich: Briten irritiert durch neue Ausgangsbeschränkungen

Doch offenbar sind die neuesten Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht klar formuliert. Premierminister Boris Johnson* hatte seine Landsleute am Montag (23.03.) in einer Rede an die Nation angewiesen, die eigenen vier Wände nur noch so wenig wie möglich zu verlassen. Versammlungen von mehr als zwei Personen seien verboten. Das Haus dürfe nur für den Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente, für den Weg zur Arbeit und einmal am Tag für Sport verlassen werden. Läden, die nicht zur Grundversorgung dienen, mussten sofort schließen. 

Polizeichefs berichteten nun am Dienstag (24.03.), dass sie eine Flut von Nachfragen bekämen, die sie nicht beantworten könnten. Der Chef der Oppositionspartei Labour, Jeremy Corbyn, forderte eine Klarstellung, welche Arbeitsstätten denn nun genau geschlossen werden müssen. Zuvor hatte sich ein Unternehmen für Sportartikel vergeblich gegen die Schließung mit der Begründung gewehrt, seine Ausrüstungen seien entscheidend für den Kampf gegen den neuartigen Erreger. 

Corona im Vereinigten Königreich (UK): Lage spitzt sich zu

Dabei spitzt sich die Situation im Vereinigten Königreich (UK) seit Tagen immer mehr zu. Vor allem Boris Johnson steht in der Kritik, viel zu spät auf die Coronavirus- Pandemie reagiert zu haben. Das Zögern könnte sich als fatal herausstellen, warnen Wissenschaftler. Schon jetzt sind auf der Insel mehr als 335 Menschen an der Infektion gestorben, die Kurve der Fallzahlen entwickelt sich ganz ähnlich wie die in Italien - mit einem Unterschied von zwei Wochen.

In der Tat hat Johnson zunächst sehr zögerlich auf die Corona-Pandemie reagiert. Der Premier setzte auf Anraten seiner Berater zu Beginn auf eine gänzlich andere Strategie als die meisten anderen Länder. Da das Coronavirus nicht aufzuhalten sei, sollten drastische Maßnahmen so lange wie möglich hinausgezögert werden. Am sinnvollsten sei es, wenn sich ein Teil der Bevölkerung anstecke und danach immunisiert sei. Mit dieser„Herdenimmunität“ wollte das Vereinigte Königreich (UK) eine zweite Ansteckungswelle im Herbst vermeiden.  Die Weltgesundheitsbehörde WHO war kein Freund dieser Strategie, auch zahlreiche Wissenschaftler warfen Johnson vor, eine irrige Linie zu verfolgen.

Corona-Pandemie im Vereinigten Königreich (UK): Gesundheitsdienst vor dem Kollaps

Inzwischen ist Johnson umgeschwenkt. Doch das Vereinigte Königreich (UK) kämpft auch mit dem Problem, dass der nationale Gesundheitsdienst NHS auf die Coronavirus-Krise denkbar schlecht vorbereitet* ist. Schon bei Grippewellen steht das aus Steuermitteln finanzierte System ständig am Rande des Zusammenbruchs, doch nun könnte es angesichts von Corona* zum Kollaps kommen. 

Nun machen sich die jahrelangen Sparmaßnahmen negativ bemerkbar. So standen im Vereinigten Königreich (UK) vor dem Ausbruch der Krise auf Intensivstationen lediglich 6,6 Betten pro 100.000 Einwohner zur Verfügung. Es fehlt an Personal und Material, Schutzmasken und Beatmungsgeräte sind Mangelware.

Von Christian Stör

Manche Länder kommen besser durch die Corona-Krise als andere. Was haben sie gemeinsam? Frauen an der Regierungsspitze.

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Das Robert-Koch-Institut verzeichnet den höchsten Anstieg der Zahl der Corona-Todesfälle pro Tag. Derweil ist die Entscheidung über das Oktoberfest gefallen. 

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Rubriklistenbild: © Darren Staples/dpa

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