News-Ticker

Corona in Deutschland: Demonstranten greifen mobiles Impfteam an - Polizei muss eingreifen

„Mobiles Impfteam“ steht auf einer Kiste während einer Impfaktion
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Mobile Impfteams sorgen für unkomplizierte Corona-Impfungen.

Bei den Corona-Neuinfektionen zeichnet sich ein leichter Abwärtstrend ab. Baden-Württemberg beschließt strengere Regeln. Eine Impfaktion endet tumultartig. Alle Infos im News-Ticker.

  • Die 7-Tage-Inzidenz ist in Deutschland erneut am Mittwoch (15. September) laut RKI leicht gesunken.
  • Baden-Württemberg beschließt nun strengere Regeln für Ungeimpfte (siehe Update von 15.30 Uhr). Berlin passt unterdessen seine 2G-Regel an (siehe Update von 18.38 Uhr).
  • In der Nähe von Ingolstadt endet eine Corona-Impfaktion an einer Schule mit einem Polizeieinsatz(siehe Update von 19.32 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Thema Corona* in Deutschland wird nicht mehr aktualisiert. Alle weiteren Informationen finden Sie ab sofort in unserem neuen Corona-Ticker.

Update vom 15. September, 19.32 Uhr: Eine Demonstration von Impfgegnern gegen eine Impfaktion an einer Realschule in Kösching bei Ingolstadt endete am Mittwoch mit einem Polizeieinsatz. Während der Demo kam es nach Angaben einer Polizeisprecherin zu Handgreiflichkeiten.

Demnach versammelten sich am Morgen etwa 15 Demonstranten vor der Schule. Die Protestierenden seien „das mobile Impfteam angegangen, und es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen“. Die Lage habe sich erst wieder beruhigt, nachdem mehrere Streifenwagen angerückt waren. Anschließend habe die Impfaktion fortgesetzt werden können.

Update vom 15. September, 18.38 Uhr: Die Corona-2G-Regel in Berlin brachte der dortigen rot-rot-grünen Regierung einige Kritik ein. Nun nahm der Berliner Senat eine entscheidende Änderung vor.*

Update vom 15. September, 15.30 Uhr: Die Zahl der geimpften Personen steigt nur leicht an (siehe Update von 11.30 Uhr), doch ungeimpften Personen drohen nun beispielsweise in Baden-Württemberg strengere Regeln. Das Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann beschloss am Mittwoch im Umlaufverfahren eine neue Corona-Verordnung mit einem dreistufigen Alarmsystem, wie die Landesregierung in Stuttgart mitteilte. Im Fokus steht dabei nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen, sondern die Belastung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten.

Nach dem neuen System gilt derzeit die sogenannte Basisstufe. Die Warnstufe wird ausgerufen, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder acht von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Dann haben Ungeimpfte nur noch mit negativem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. Ein Antigentest reicht nicht mehr.

Stufe drei - die Alarmstufe - gilt, sobald 390 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann haben Ungeimpfte gar keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

Corona in Deutschland: Zahl der Geimpften steigt nur leicht an

Update vom 15. September, 11.30 Uhr: Die Angst vor einem Corona-Herbst oder gar Lockdown im Winter dürfte steigen, schließlich verbreitet sich das Coronavirus seit Wochen wieder vermehrt in Deutschland. Währenddessen stockt die Impf-Kampagne, immer weniger Menschen lassen sich Woche für Woche gegen das Virus immunisieren. Mittlerweile sind 62 Prozent aller Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft.

Das entspricht 51,9 Millionen Menschen (62,4 Prozent), wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch via Twitter mitteilte. 66,7 Prozent oder 55,5 Millionen Menschen sind demnach mindestens einmal geimpft. Der CDU-Politiker warb dabei erneut für die Impfung. „Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen. Überall im Land gibt es niedrigschwellige Angebote.“ Bis Sonntag läuft eine bundesweite Aktionswoche in der Impfungen zum Beispiel in Bussen auf Parkplätzen oder in einer Berliner S-Bahn angeboten werden.

Corona in Deutschland: Stabile Infektionszahlen - Experte warnt vor Wiederanstieg

Ursprungsmeldung vom 15. September: Berlin - Seit mehreren Tagen ist beim Infektionsgeschehen in Deutschland kaum Bewegung zu sehen. Die Inzidenz scheint sich eingepegelt zu haben. An diesem Mittwoch ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen sogar niedriger als vor einer Woche (siehe aktuelle Corona-Fallzahlen unten im Text). Kein Grund zur Entwarnung. Der Saarbrücker Experte für Corona-Prognosen Thorsten Lehr hält die Stagnation bei den Neuinfektionen nicht für das Ende der vierten Welle und einen sprunghaften Wiederanstieg der Corona-Zahlen für möglich.

„Dieses Verhalten der Inzidenz-Kurve haben wir fast auf den Tag genau im letzten Jahr beobachten können“, sagte Lehr gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Auch vor einem Jahr sei die Inzidenz leicht abgesunken und auf konstantem, etwas niedrigerem Niveau wie jetzt verharrt, bevor sie Ende September wieder stark angestiegen sei. „Bei der aktuellen Impfsituation und den gelockerten Kontaktbeschränkungen ist ein ähnlicher Anstieg Ende September, Anfang Oktober wieder erwartbar“, warnte Lehr.

Experte: Reiserückkehrer schleppen Infektionen ein

Die Stagnation der Infektionszahlen begründete Lehr mit der abebbenden Zahl der Reiserückkehrer und die dadurch eingeschleppten Infektionen. Zudem seien in vielen Bundesländern nach den Sommerferien zunächst die Infektionszahlen bei Schülern explosionsartig angestiegen. Durch das kontinuierliche Testen und die Quarantänemaßnahmen bei Kontaktpersonen komme es vielerorts ein bis zwei Wochen nach dem Schulstart aber zu einer Stagnation oder sogar Abnahme der Zahlen in dieser Altersgruppe.

In Baden-Württemberg und Bayern ist diese Woche das neue Schuljahr gestartet. Bayern setzt auf Masken und Testpflicht. In einigen Regionen des Freistaats ist das Infektionsgeschehen schon vor dem Schulstart extrem. Der Landkreis Traunstein (220,3), der Landkreis Berchtesgadener Land und auch die Stadt Rosenheim (199,7) verzeichnen hohe Infektionszahlen. Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) weist laut dem Covid-19-Dashboard des Robert-Koch-Instituts* (RKI) aktuell den höchsten Wert aus: 232,6. Nur eine Region in Deutschland ist seit Tagen „Corona-frei“ - Eisenach im Westen Thüringens.

Corona in Deutschland: Inzidenz leicht gesunken

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag etwas gesunken. Der Wert liegt jetzt bei 77,9 (Vortag: 81,1; Vorwoche: 82,7). Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts hervor.

In den vergangenen 24 Stunden verzeichnete das RKI 12.455 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 1.110 positive Corona-Tests mehr. 83 weitere Todesfälle wurden verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35 Todesfälle gewesen.

Bei der Hospitalisierung-Inzidenz gibt das RKI am Dienstag einen Wert von 1,86 an (Freitag: 1,79). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Sechsmal mehr Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen als vor einem Jahr

Auf den Intensivstationen müssen derzeit 1.523 Covid-19-Patienten behandelt werden. 785 davon werden künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervor. Vor einem Jahr, am 15. September 2020, waren es demnach 232 Corona-Patienten.

Corona in Deutschland - Inzidenz in den Bundesländern (Stand 15. September 2021)

Bundesland7-Tage-Inzidenz (15. September)7-Tage-Inzidenz (14. September)7-Tage-Inzidenz (13. September 2021)
Baden-Württemberg91,390,991,8
Bayern81,785,886,4
Berlin85,385,284,0
Brandenburg43,142,644,3
Bremen114,1117,3117,3
Hamburg64,370,775,4
Hessen95,5100,6103,9
Mecklenburg-Vorpommern37,838,737,9
Niedersachsen68,373,075,8
Nordrhein-Westfalen94,699,499,3
Rheinland-Pfalz87,395,894,2
Saarland73,272,772,3
Sachsen36,840,143,6
Sachsen-Anhalt29,929,227,3
Schleswig-Holstein40,542,343,1
Thüringen48,647,545,4

(ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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