Forscher-Team mit neuem Corona-Modell

Corona: Inzidenz steigt weiter an - Forschergruppe sieht Deutschland vor Beginn der vierten Welle

Den zehnten Tag infolge steigt die Inzidenz der Corona-Infektionen an. Kann die Impfkampagne Deutschland vor einer vierten Welle bewahren? Der News-Ticker.

  • Das RKI meldet am Samstag einen Anstieg der Corona-Neuinfektionen.
  • Laut einer Simulation der TU Berlin, ist die vierte Welle bereits auf dem Weg.
  • Um die Lage zu stabilisieren mahnt Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger zu mehr Impfbereitschaft.
  • Dieser News-Ticker zu Corona* in Deutschland* wird ist beendet. Alle aktuellen Corona-News finden sie hier.

Update vom 17. Juli, 11.51 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen steigt weiter an. Doch ist das genauso bedenklich wie noch vor einem Jahr? Schließlich sind inzwischen immer mehr Menschen auch in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. In zwei Bundesländern, Bremen und dem Saarland, wurde am Samstag bei den vollständigen Corona-Impfungen sogar die 50-Prozent-Marke geknackt.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD*) drängt in Anbetracht der voranschreitenden Impfungen auf einen „neuen Warnwert“ zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Samstag. Wichtig sei die Steigerung der Impfquoten. „Und die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen.“ Die Inzidenz solle man dabei nicht ignorieren, sie aber mit den Zahlen der Krankenhausfälle verknüpfen.

Corona in Deutschland: Wer wird ins Krankenhaus eingeliefert? Wer muss auf Intensivstation? Diese Fragen hält SPD-Politikerin Malu Dreyer für wichtiger als die Sieben-Tage-Inzidenz.

Corona: Inzidenz steigt weiter an - Forschergruppe sieht Deutschland vor Beginn der vierten Welle

Erstmeldung: Berlin - Seit dem 6. Juli steigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland Tag für Tag an, auch am Wochenende. Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstagmorgen 1608 Neuinfektionen und dementsprechend eine Sieben-Tage-Inzidenz von 9,4. Am Vortag hatte die noch bei 8,6 gelegen. Besonders betroffen sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

Forschergruppe berechnet Corona-Prognose: Vierte Welle auch in den Krankenhäusern

Diesen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz* wertet eine Forschergruppe der TU-Berlin als „beunruhigend“. Die relativen Zunahmen seien hoch. Ihre Berechnungen sehen uns laut dpa bereits am Anfang einer vierten Welle stehen. Anhand von Modellierungen erwartet die Wissenschaftlergruppe, dass eine vierte Welle auch an den Krankenhäusern nicht vorbeigehen wird. „Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten.“

Die Coronavirus-Zahlen steigen wieder. Wie geht es jetzt weiter?

„Falls die derzeitige Corona*-Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstärken“, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Team nutzt anonymisierte Berliner Mobilfunkdaten, um das Infektionsgeschehen zu modellieren. Die Ergebnisse sind ihm zufolge mindestens auf andere Großstädte übertragbar.

Corona in Deutschland: „Impfen, Impfen, Impfen“ - Arbeitgeberpräsident warnt vor Herbst

Das Modell ergebe „unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird.“ Nur wenn die Impfstoffe gegen die Delta-Variante* deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus.

 „Wir müssen weiter impfen, impfen, impfen, damit sich die Lage weiter stabilisiert“

Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) 

Von der sind wir in Deutschland aktuell allerdings noch weit entfernt, auch weil die Impfbereitschaft in vielen Bundesländern sinkt. „Wir müssen aufpassen, dass wir das Erreichte nicht verspielen“, warnt Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. „Wir müssen weiter impfen, impfen, impfen, damit sich die Lage weiter stabilisiert,“ sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

59,5 % der Deutschen haben laut Dashboard des Robert-Koch-Instituts bereits ihre erste Impfung erhalten, 45,3 % Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. (dpa/vs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © dpa/Robert Michael

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