Nächstes Heft erscheint am 24. Oktober 2019

Comic-Star Asterix: Der Gallier feiert Jubiläum - Teenie-Allüren noch mit 60 Jahren

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Der französische Zeichner Didier Conrad (links) und Autor Jean-Yves Ferri mit einer Asterix-Figur.

Jubiläumsjahr: 1959 wurde die Idee zum ersten Asterix-Comic geboren. Der Gallier trat einen Siegeszug um die Welt an. Das neue Heft erscheint am 24. Oktober.

Im neuen Heft "Die Tochter des Vercingetorix" dreht es sich um Teenager-Probleme. Mehr wird vorab noch nicht verraten.

Obelix ist todunglücklich und schreit seinen Schmerz hinaus, während er sich mit all seinem wuchtigen Gewicht auf den schmächtigen Asterix stützt. „Buuuhuuuu… die anderen Jugendlichen mögen mich nicht!“ Hündchen Idefix stimmt in sein Geheul mit ein, während Asterix betroffen auf seinen verzweifelten Freund blickt.

Asterix und Obelix Teenager? Vielmehr sind die beiden doch schon 60 Jahre alt

Obelix – ein Jugendlicher? Sind er und Asterix nicht vielmehr genau 60 Jahre alt? So lange ist es jedenfalls her, seit Zeichner Albert Uderzo und Comic-Autor René Goscinny sie erfunden haben. Doch im Jubiläumsjahr kommt die ganze Unreife des so stark scheinenden Hinkelstein-Trägers zum Vorschein.

Die Nöte der Jugend sind das Thema im nächsten Band, der am 24. Oktober mit einer internationalen Startauflage von fünf Millionen Exemplaren erscheint, das deutet schon der Titel an: „Die Tochter des Vercingetorix“.

Das gab es bei Asterix und Obelix noch nicht: Probleme der Jugend sind zentrales Thema

Jean-Yves Ferri, Autor des nächsten Comic-Abenteuer von Asterix und Obelix, erzählt bei der Vorstellung des neuen Heftes, das am 24. Oktober 2019 erscheint, ein wenig von dem Inhalt.

Noch nie spielten die Probleme von Jugendlichen eine so große Rolle wie in diesem 38. Heft, sagt Texter und Szenarist Jean-Yves Ferri. Auf der Suche nach einem neuen Ansatz sei man diesmal darauf gekommen. „Interessant war, die Sprache von Teenagern in die Zeit der Gallier zu bringen.“

Es handele sich stets um einen schwierigen Spagat zwischen neuen Ideen und dem Bemühen, dem Ursprungs-Geist von Asterix treu zu bleiben: „Natürlich besteht ein hoher Erwartungsdruck. Wir haben eine gewisse Freiheit, aber immer innerhalb eines Rahmens.“

Viertes Heft von Zeichner Didier Conrad und Autor Jean-Yves Ferri

Wie es der Zufall will, sind Ferri und Zeichner Didier Conrad* im selben Jahr geboren wie Asterix und Obelix und liebten deren Abenteuer seit ihrer Kindheit. Nun gestalteten sie zum vierten Mal gemeinsam ein neues Heft, um das Werk der historischen Schöpfer, Albert Uderzo und René Goscinny (1926-1977), fortzuführen.

Asterix und Obelix sind weltweite Comic-Helden

Zeichner: Didier Conrad.

Die beiden Männer, die eine tiefe Freundschaft verband, schufen fast aus dem Nichts den erfolgreichsten Comic überhaupt mit weltweit insgesamt 380 Millionen verkauften Heften; davon in Deutschland allein 128 Millionen. Diese Tendenz steige momentan, weil jene, die die Asterix-Abenteuer in den 60er und 70er Jahren verschlangen, sie heute ihren eigenen Kindern zeigen, sagt Anja Adam vom deutschen Egmont-Verlag.

Erster Asterix-und-Obleix-Comic erschien am 29. Oktober 1959

Die Comic-Figuren Asterix (links) und Obelix waren 2017 auch die offiziellen Maskottchen der Eishockey-Weltmeisterschaft, die zwischen dem 5. und 21. Mai in Köln und Paris gemeinsam von Deutschland und Frankreich ausgerichtet wurde.

Vorhersehbar war der weltweite Erfolg nicht an jenem Nachmittag, als sich Goscinny und Uderzo zusammensetzten, um Ideen für eine neue Serie mit Anleihen aus der französischen Kulturgeschichte für das Jugendmagazin „Pilote“ zu suchen, dessen erste Ausgabe am 29. Oktober 1959 erscheinen sollte. Damals war eine Arbeit im Comic-Bereich keineswegs angesehen, sondern man galt als Dummkopf und „Pervertierer der Jugend“, erzählte der 1977 verstorbene Goscinny einmal: „Wenn ein Typ einen Meuchelmord begangen hatte, erklärte man, dass er in seiner Jugend Comics gelesen habe (...). Meine Familie fragte mich regelmäßig, wann ich endlich einen ernsthaften Beruf ergreifen würde.“

Obelix - auch nach 60 Jahren noch irgendwie ein Teenie

Dennoch fiel ihnen an diesem Herbstnachmittag vor 60 Jahren mit der Idee der zeitlos widerspenstigen Gallier eine Art Zauberformel ein. Zwei Jahre später erschien das erste Heft „Asterix der Gallier“, die Erfolgsgeschichte hatte begonnen. Dabei, so erzählte der heute 92-jährige Uderzo, war er anfangs gegen Goscinnys Vorstellung von einem kleinwüchsigen Antihelden als Hauptfigur. Er selbst dachte bei einem „echten Gallier“ eher an einen kräftigen Kerl – also bekam Asterix den massigen Obelix an die Seite gestellt. Dass sich dieser auch nach 60 Jahren noch wie ein Teenie verhält, konnte damals freilich keiner ahnen.

Asterix und Obelix in Zahlen: Der große Siegeszug der Gallier

  • 14 Asterix-Kinofilme wurden bisher produziert.
  • 111 Sprachen gibt es inzwischen, in denen die Gallier die Römer foppen, beschimpfen und verfluchen.
  • 1,6 Millionen Exemplare wird die deutschsprachige Auflage des neuen Heftes haben.
  • 50 Millionen Besucher kamen bisher in den Asterix-Park im Norden von Paris, der vor 30 Jahren gegründet wurde.
  • 380 Millionen Asterix-Hefte wurden weltweit verkauft, davon 128 Millionen in Deutschland.

Von Birgit Holzer

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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