Busen-OPs kein Fall fürs Gericht

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Schönheits-OPs (Symbolfoto) gehören zur freien Entfaltung der Persönlichkeit, so der Präsident des Bundesverfassungsgerichts

Karlsruhe - Schlankhungern, Busenvergrößerung oder künstliches Muskelaufpumpen - all das hat die Gerichte nicht zu interessieren.

Die Freiheit des Menschen steht für den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, an erster Stelle. “Solche Eingriffe gehören zur freien Entfaltung der Persönlichkeit, seien sie noch so banal und wenig verständlich“, sagte Voßkuhle am Donnerstag in Karlsruhe auf einer Tagung zum Thema “Immer besser, immer schöner?“ Der Staat könne den Einzelnen nicht vor unwürdigen Handlungen schützen.

Das Freiheitsrecht endet für den Juristen allerdings dort, wo ein Mensch nicht selbst entscheiden kann, etwa bei Kindern, die von ihren ehrgeizigen Eltern zu Schönheitsoperationen genötigt werden. Voßkuhle verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Regelung, nach der sich Transsexuelle erst nach ihrem 25. Geburtstag einer Geschlechtsumwandlung unterziehen dürfen. “Junge Menschen vor einer so schwerwiegenden Entscheidung zu bewahren, ist legitim.“

Es gelte jedoch der Grundsatz, dass der Staat weder Erziehungs- noch Besserungsanstalt sei. “Er kann und darf die Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen.“ Allerdings habe die Autonomie ihre Grenzen dort, wo andere Menschen durch den überzogenen Freiheitswillen Einzelner belästigt werden. In diesen Fällen könne der Staat eingreifen. Als Beispiele nannte Voßkuhle die Helmpflicht für Motorradfahrer und das Rauchverbot. “Das ist keine unzulässige Bevormundung, weil die Folgen von Unfällen und von Passivrauchen andere Menschen betreffen.“

dpa

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