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Fünf Tote in Haus aufgefunden: Drei Kinder unter den Opfern - Abschiedsbrief gefunden

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Von: Jonas Raab, Kai Hartwig

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Königs Wusterhausen (Brandenburg): Kerzen und Kuscheltiere stehen vor dem Einfamilienhaus.
Königs Wusterhausen (Brandenburg): Kerzen und Kuscheltiere stehen vor dem Einfamilienhaus. © LARISSA RAUSCH/afp

Die Trauer in der Gemeinde südlich von Berlin ist groß. Die Polizei entdeckte in einem Einfamilienhaus im brandenburgischen Königs Wusterhausen fünf Leichen - darunter drei Kinder.

Update vom 6. Dezember, 9.48 Uhr: In dem Wohnhaus hat die Polizei am Samstagmittag fünf Leichen entdeckt - darunter drei Kinder (4, 8 und 10). Was hinter dem Verbrechen steckt, ist zunächst noch unklar. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. Bislang sieht es nicht so aus, dass ein Außenstehender für die Tat verantwortlich ist.

Abschiedsbrief gefunden

„Es gibt derzeit keinen Tatverdacht gegen eine dritte Person“, sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon der Nachrichtenagentur dpa. „Es gibt keinen Haftbefehl gegen jemanden.“ Der Bild sagte Bantleon, es sei ein „Abschiedsbrief“ gefunden worden. Genaueres sagte er dazu nicht. „Wir können zurzeit nichts ausschließen.“ 

Königs Wusterhausen liegt im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald und hat knapp 40.000 Einwohner. Senzig ist ein Ortsteil von Königs Wusterhausen und war früher eine eigenständige Gemeinde. Es liegt zwischen Feldern und Seen - eine ruhige Idylle mit vielen Einfamilienhäusern.

„Die Tat ist unfassbar.“

Der Landrat des Kreises, Stephan Loge (SPD), wurde am Sonntag in einer Mitteilung mit den Worten zitiert: die Nachricht von den fünf Todesfällen habe ihn „fassungslos und traurig gemacht. Die Tat ist unfassbar.“ Er drücke Angehörigen und Freunden der fünf Toten sein tiefes Mitgefühl und Bedauern aus. Noch am Abend stellen Anwohner eine Kerze vor dem Haus auf.

Auf die Frage, ob sie die Toten kannten, antwortet ein Mann: „Das hier ist ein Dorf - man kennt sich.“ Ein Frau, die ihr Rad schiebt, sagt: „Das ist schon schlimm, was hier passiert ist.“ Das Haus sei neu gebaut worden. Zwei weitere Anwohner, die nur wenige Häuser von dem Wohnhaus entfernt wohnen, berichten, sie hätten vor einigen Tagen ein Schuss gehört. „Das muss aus einer Schusswaffe gekommen sein. Das waren keine Silvesterkracher“, sagt ein junger Mann.

Im Fenster hing schon der Weihnachtsstern - Familienhund überlebte

Zunächst sind die Rollläden unten, später ist in einem Fenster ein Weihnachtsstern zu sehen. Spekulationen kursieren, die Bewohner hätten sich in Corona-Quarantäne befunden. Bei den Kindern soll es sich um drei Mädchen gehandelt haben. Die Spurensicherung sei die ganze Nacht vor Ort gewesen, sagt ein Polizeisprecher am Sonntag. Anwohner und Bekannte aus dem näheren Umfeld der Toten werden befragt, die Leichen werden von der Rechtsmedizin untersucht. Am Abend wurde ein kleiner Hund aus dem Haus geholt und in ein Tierheim gebracht.

Fünf Tote in Haus in Brandenburg entdeckt: Erste Details bekannt - Drei Kinder unter den Opfern

Update vom 4. Dezember, 18.47 Uhr: Wenige Stunden nach dem Fund von fünf Leichen ist die Bestürzung in Königs Wusterhausen groß. Nachbarn hatten die leblosen Personen in einem Einfamilienhaus gesehen und kurz vor Mittag die Polizei alarmiert. Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon geht von einem Tötungsdelikt aus. Umgehend seien kriminalpolizeiliche Ermittlungen eingeleitet worden, die derzeit noch andauern. Auch Rechtsmediziner sind vor Ort.

In einem Wohnhaus in Königs Wusterhausen wurden fünf tote Menschen gefunden. Die Ermittlungen laufen.
In einem Wohnhaus in Königs Wusterhausen wurden fünf tote Menschen gefunden. Die Ermittlungen laufen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Mit Erkenntnissen über die Hintergründe des Verbrechens rechnete Oberstaatsanwalt Bantleon für Samstag nicht mehr. Damit bleibt zunächst im Dunkeln, ob es sich bei den Toten um eine Familie handelt, ob sich der Täter unter den Opfern befindet, was das Motiv sein könnte, ob sich noch andere Personen im Haus aufhielten. Die Ungewissheit gab Spekulationen einen Nährboden. Laut dpa kursiert das Gerücht, die Bewohner hätten sich in Corona*-Quarantäne befunden. Eine Bestätigung dafür gab es nicht.

Fünf Tote in Haus in Königs Wusterhausen gefunden: Schaulustige vor Ort - Polizei reagiert

In der Straße, in der sich die Tat ereignete, versammelten sich am frühen Nachmittag schnell einige Schaulustige. Kameraleute und Fotografen waren am Ort. Vor dem recht neuen Haus, an dem die Rollläden heruntergelassen waren, standen zahlreiche Polizeifahrzeuge. Kriminaltechniker in weißen Anzügen liefen zwischen ihren Fahrzeugen und dem Haus hin und her. Feuerwehrleute holten in einem Karton ein Haustier aus dem Haus.

Ein Kriminaltechniker sichert Spuren im Wohnhaus, in dem fünf Tote gefunden wurden.
Ein Kriminaltechniker sichert Spuren im Wohnhaus, in dem fünf Tote gefunden wurden. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Am späten Nachmittag sperrte die Polizei den Tatort noch weiträumiger ab. Nachbarn waren kaum zu sehen. Polizisten gingen von Tür zu Tür und sprachen mit den Anwohnern. Ein Mann und eine Frau stellten eine Kerze in der Nähe des Hauses ab. Auf die Frage, ob sie die Toten kannten, antwortet der Mann: „Das hier ist ein Dorf - man kennt sich.“

Fünf Tote in Haus in Brandenburg entdeckt: Erste Details bekannt - Drei Kinder unter den Opfern

Update vom 4. Dezember, 15.27 Uhr: Nach dem Fund von fünf Toten in Königs Wusterhausen hat die Staatsanwaltschaft Cottbus bestätigt, dass die Opfer Schuss- und Stichverletzungen aufweisen. Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon erklärte am Samstag (4. Dezember) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass an den Toten entsprechende Verletzungen festgestellt wurden.

Bei den fünf Toten handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus um zwei Erwachsene und drei Kinder. Die drei Kinder sind im Alter von 4, 8 und 10 Jahren, die beiden Erwachsenen im Alter von 40 Jahren.

Fünf Tote in Haus in Königs Wusterhausen entdeckt - Mordkommission ermittelt

Erstmeldung vom 4. Dezember, 14.33 Uhr: Königs Wusterhausen – In Brandenburg* wurde offenbar ein schrecklicher Fund gemacht. Die Polizei entdeckte laut übereinstimmenden Medienberichten in einem Haus in Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) fünf leblose Menschen.

Ein Sprecher der Polizeidirektion Süd erklärte der dpa, es sei gegen Samstagmittag (4. Dezember) ein Anruf eingegangen. Demnach habe der Anrufer es ungewöhnlich gefunden, dass die Hausbewohner nicht zu sehen seien, gab der Polizeisprecher an. „Wir gehen davon aus, dass es sich um ein Tötungsverbrechen handelt.“

Königs Wusterhausen in Brandenburg: Fünf Leichen in Wohnhaus gefunden - Mordkommission ermittelt

Inzwischen ermittle auch die Mordkommission. Beamten der Spurensicherung waren laut Polizei am Samstagnachmittag vor Ort. Zudem habe man die Straße rund um das Wohnhaus im Königs Wusterhausener Ortsteil Senzig abgesperrt, schilderte der Polizeisprecher. Weitere Angaben wollte die Polizei zunächst nicht machen.

Die Märkische Allgemeine berichtete, dass es sich bei den Toten um zwei Erwachsene und drei Kinder handelt. Diese haben dem Bericht nach Schuss- und Stichverletzungen aufgewiesen. Eine Bestätigung der Polizei über das Alter und die Identität sowie die Todesursache der Toten gibt es bislang noch nicht. (kh, jo, dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de

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