Bischof: Katastrophe Warnung und Strafe Gottes

London/Regensburg - Der Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson wertet die Katastrophe in Japan als Strafe und als Warnung Gottes.

Das menschliche Leid sei häufig eine Strafe für Sünden, schrieb der 71-Jährige am Wochenende in seiner Internetkolumne und betonte: “Wenn irdisches Leiden bremsend auf die Sünde wirkt und somit helfen kann, Seelen in den Himmel zu führen, dann kann Gott - welcher sicherlich auch Herr über die tektonischen Platten ist - ohne Schwierigkeiten die Leiden einsetzen, um die Sünden zu bestrafen.“

Die Frage, ob das japanische Volk besonders sündhaft war, solle allerdings niemand stellen, mahnte Williamson. Vielmehr gelte es, die eigenen Sünden zu betrachten und Buße zu tun. Denn das menschliche Leiden könne auch als Warnung dienen. Gerade jetzt müsse der “ganze gottlose Westen“ seinen eigenen Materialismus und Wohlstand infrage stellen: “Durch die in den letzten Jahren stetig steigende Zahl von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen auf der ganzen Welt will Gott sicherlich unser aller Aufmerksamkeit wecken“, betonte der Bischof der Piusbruderschaft.

Japan-Katastrophe: Bilder vom Wochenende

Japan-Katastrophe: Bilder vom Wochenende

Vielleicht hoffe Gott auf diese Weise zu erreichen, “dass er nicht jenen 'Feuerregen' auf uns niedergehen lassen muss, vor welchem seine Mutter Maria im Jahre 1973 im japanischen Akita warnte“. Es spreche alles dafür, “dass die Japaner größeren Nutzen aus ihrer Katastrophe ziehen“ als der ferne Westen, schrieb Williamson weiter: “Tatsächlich könnten jene Länder sogar die glücklichen sein, welche jetzt einen Vorgeschmack auf die drohende Strafe erhalten.“ Williamson war 2009 von der Piusbruderschaft wegen seiner Holocaust-Leugnung seiner Ämter entbunden worden und lebt seither in London. Er hatte im November 2008 im oberpfälzischen Zaitzkofen in einem Interview die Existenz von Gaskammern zur NS-Zeit bestritten. Im April 2010 wurde er vom Amtsgericht Regensburg wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Regensburg wird wohl in den nächsten Monaten stattfinden. dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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