Bischof bekennt Schuld der katholischen Kirche

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Der katholische Bischof Franz-Josef Bode bekennt sich als erster Deutscher Bischof zur Schuld der katholischen Kirchen in Bezug auf die sexuellen Missbrauchsfälle.

Osnabrück - Als erster katholischer Bischof in Deutschland hat sich Franz-Josef Bode in einem Bußgottesdienst zur Schuld der Kirche bei den sexuellen Missbrauchsfällen bekannt.

Die schweren Verfehlungen Einzelner lasteten auch auf der Kirche, sagte er am Sonntagabend im Osnabrücker Dom. Hier habe ein Klima geherrscht, das die Taten und deren Verschleierung mit ermöglicht habe. In einem Schuldbekenntnis sprach Bode vom “unaussprechlichen Leid der Missbrauchten“.

Um des Ansehens der Kirche willen seien Täter geschützt und Opfer ein zweites Mal geopfert worden. Gott solle auf die sehen, die “den Dingen nicht konsequent genug nachgegangen sind und Schutzmaßnahmen vernachlässigt haben“. Bode bat die Opfer nochmals um Vergebung. Er erneuerte sein Angebot, dass die Kirche ihnen bei der Aufarbeitung des Geschehenen helfen wolle, und versprach konkrete Unterstützung.

“Doch letztlich ist der Schaden nicht wiedergutzumachen“, sagte er. Die Taten dürften das Klima in der Kirche nicht weiter “unentdeckt vergiften“. Er betonte, dass die Missbrauchsfälle Änderungen in der katholischen Kirche in ganz Deutschland zur Folge haben müssten. Im Bistum Osnabrück sind bislang 28 Missbrauchs-Hinweise eingegangen.

Bei einer Klausurtagung im September hatten Laien und Priester über Konsequenzen für das Bistum geredet. Geplant ist unter anderem, mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen zu bringen und den Einfluss von Laien in den Kirchengemeinden zu stärken. Bei dieser Klausurtagung war Bode auch um den Bußgottesdienst gebeten worden.

dpa

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