Wildschafen droht Abschuss 

Umstrittene Mufflon-Herde: Stadt will Tiere retten

In Bielefeld wird eine Mufflon-Herde zum Politikum: In einer Ratssitzung wurde nun beschlossen, dass die Tiere gerettet werden sollen.

  • Eine Mufflon-Herde bei Bielefeld wurde vom Oberverwaltungsgericht Münster zum Abschuss freigegeben 
  • Stadt und Bürgermeister wollen die Tiere retten 
  • Beschluss in Ratssitzung zum Erhalt der Herde 

Update vom 20. November: Am Montagabend (19. November) tagte in Bielefeld der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz zum Thema der Mufflon-Herde im Teutoburger Wald. In diesem Rahmen wurde per Antrag einstimmig beschlossen, die Tiere vor dem Tod zu bewahren. Weitere Maßnahmen zur Rettung der 12 verbleibenden Wildschafe müssen nun erarbeitet werden. Es ist möglich, dass der nächste Schritt zur Rettung der Tiere vor das Bundesverwaltungsgericht führt. Im Ratssaal waren auch etwa 20 Mufflon-Fans anwesend, die den Beschluss bejubelten und Schilder mit Bildern der Tiere hochhielten.

Todesurteil für Mufflon-Herde in Bielefeld: Sind die Tiere noch zu retten?

Update vom 14. November, 12.25 Uhr: Viele Menschen in Bielefeld und darüber hinaus bewegt das Schicksal der Mufflons im Teutoburger Wald. Inzwischen beteiligten sich 60.000 Personen an der Online-Petition, damit die Wildschafe nicht umgesiedelt oder gar abgeschossen werden. Wie bereits berichtet, hat das Oberverwaltungsgericht Münster die Tiere zum Abschuss freigegeben. Die Politik soll sich außerdem mit dem Thema auseinandersetzen. Die Wählergemeinschaft Lokaldemokratie stellte dazu eine Anfrage im Sozial- und Gesundheitsausschuss, der auch für den Tierschutz zuständig ist. Außerdem möchte ein Unternehmer offenbar die Schadenssumme in Höhe von 5.000 Euro jährlich, die durch die Mufflons entsteht, übernehmen, bis eine Lösung gefunden wird.

Oberverwaltungsgericht Münster gibt Bielefelder Mufflon-Herde zum Abschuss frei

Ursprüngliche Meldung vom 12. November: Bielefeld – Bei den Tierschützern herrscht im Augenblick Fassungslosigkeit. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat am Freitag (8. November) die Mufflon-Herde in Bielefeld zum Abschuss freigegeben. Die Entscheidung könnte für die Tiere das Ende bedeuten, berichtet owl24.de*. Doch Oberbürgermeister Pit Clausen und etwa 19.000 Teilnehmer einer Online-Petition wollen das Todesurteil nicht akzeptieren.

Mufflons in Bielefeld: Todesurteil für Schafsherde verkündet? 

Im Teutoburger Wald in Bielefeld lebt seit einiger Zeit eine Mufflon-Herde. Die Wildschafe wurden in den 60er Jahren in dem Gebirge freigelassen. Die Auswilderung ist jedoch bis heute umstritten. In den vergangenen Jahren haben die Tiere mit ihren Hörnern zahlreiche Bäume im Wald beschädigt. 

Die August Klasingsche Familienstiftung aus Bielefeld, der ein Teil des Walds gehört, in dem die Wildschafe leben, fordert deshalb schon seit 2011, dass die Tiere umgesiedelt werden. Andernfalls sollte die Vierbeiner zum Abschuss freigegeben werden. Ein juristischer Streit entfachte. Dieser endet nun mit einem möglichen Todesurteil für die MufflonsÖstlich von Lüneburg sind die Mufflons bereits weg. Dort wird der Wolf für das Verschwinden der Wildschafe verantwortlich gemacht.  

Video: Mufflon macht es sich in Dortmunder Garten gemütlich

Stiftung gegen Mufflons in Bielefeld: Gericht gibt Tiere zum Abschuss frei

Bereits 2013 bekam die Stiftung vom Verwaltungsgericht in Minden Recht. Nach einem Abschussplan der Stadt Bielefeld sollte die Mufflon-Herde auf zwölf Exemplare reduziert werden. Es sollten also nicht alle Wildschafe getötet werden. Das Oberverwaltungsgericht in Münster urteilte jedoch nun, dass der damalige Abschussplan der Stadt nicht korrekt gewesen sei. 

Das Gericht warf der Stadt vor, den entstandenen Schaden, der durch die Mufflons entsteht, unterschätzt zu haben. Laut eines Gutachtens verursachen die Wildschafe jährlich Waldschäden in Höhe von 5.000 Euro. Tierschützer haben jetzt berichtigte Angst, dass die Herde getötet wird und es die Mufflons bald nur noch im Tierpark Olderdissen in Bielefeld zu bestaunen gibt. 

Online-Petition will Mufflons in Bielefeld vor dem Tode bewahren 

Über das Münsteraner Urteil sind Tierschützer in Bielefeld enttäuscht. Sie gründeten eine Online-Petition, die bereits jetzt etwa 19.000 Unterstützer gefunden hat. Die Teilnehmer wollen sich dafür einsetzten, dass die Mufflons nicht abgeschossen werden. Auf dem Portal "change.org" machen sie auf die angespannte Situation aufmerksam. 

Nach Todesurteil gegen Mufflons: Wird die Stadt Bielefeld Rechtsmittel einlegen? 

Die Stadt Bielefeld prüft in den kommenden Tagen, ob sie Rechtsmittel gegen das Urteil der Münsteraner Richter einlegt. Oberbürgermeister Clausen möchte einen Abschuss der Mufflons möglichst verhindern. Der Tierschutz sei seit 2002 im Grundgesetz verankert und diesem wolle man nachkommen. 

Auch Unternehmer sprechen sich für den Erhalt der Mufflons in Bielefeld aus. So auch Henning Kleemann, geschäftsführender Gesellschafter des Straßenbauunternehmens Asphalt Kleemann. "Die Mufflons begleiten mich seit meiner Kindheit. Für mich persönlich gehören sie wie die Sparrenburg zu Bielefdeld", sagte der 55-Jährige gegenüber dem WB

*owl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © dpa / Frank Rumpenhorst

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