Bürgermeister: „Mein Dorf war nun größer“

Landwirt vergrößerte kurzerhand Belgien und verkleinerte Frankreich

Landwirtschaft (Symbolbild)
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Landwirtschaft (Symbolbild)

Ein Landwirt hat für internationalen Wirbel gesorgt, als er kurzerhand einen Grenzstein verrückte. Sogar die Bürgermeister wurden interviewt.

Erquelinnes/Bousignies-sur-Roc - Was nicht passt, wird passend gemacht. Ein Leitsatz, der bei handwerklicher Arbeit oft mal zutrifft. Störfaktoren werden aus dem Weg geräumt, damit das Arbeiten problemlos funktionieren kann. Dabei sollte aber dringend bedacht werden, was alles passieren kann, wenn man die falschen Dinge aus den richtigen Absichten tut.

Ein belgischer Landwirt hatte wohl nicht gedacht, europaweite Schlagzeilen zu schreiben, als er sich in seinen Traktor setzte. Die sonst eher unspektakuläre Arbeit sorgte dafür, dass sich sogar der Bürgermeister im französischen Fernsehen dazu äußerte.

Grenzstein zwischen Belgien und Frankreich: Bürgermeister war „glücklich“

Was war passiert? Ein Grenzstein zwischen dem belgischen Grenzdorf Erquellines und Bousignies-sur-Roc, im Nordosten Frankreichs, versperrte dem Landwirt mit seinem Traktor den Weg. Für den Landwirt ein Störfaktor, den er einfach beiseite schob. Doch dadurch zog er gleich die Landesgrenzen neu.

Über zwei Meter weniger Frankreich, dafür aber mehr Belgien. „Er hat Belgien größer und Frankreich kleiner gemacht, das ist keine gute Idee“, scherzte der Bürgermeister des belgischen Dorfes Erquelinnes David Lavaux laut dem britischen BBC beim französischen Sender TF1. „Ich war glücklich, dass mein Dorf nun größer war, die Bürgermeisterin von Bousignies-sur-Roc allerdings nicht“, legte Lavaux mit einem Schmunzeln nach. Nicht nur das britische BBC oder das französische wie auch belgische Fernsehen, sondern auch in der Schweiz, der Türkei oder den Niederlanden machte die Aktion die Runde.

Grenzstein zwischen Belgien und Frankreich: „Sollten Grenzkrieg vermeiden“

Da der Stein seit dem Jahr 1819 dort liegt, sagte die Bürgermeisterin Aurélie Welonek des „verkleinerten“ französischen Ortes mit einem Grinsen La Voix du Nord: „Wir sollten einen neuen Grenzkrieg vermeiden“. Die offizielle Grenzschließung geht auf den Vertrag von Kortrijk aus dem Jahr 1820 zurück. Fünf Jahre nach Napoleons Niederlage bei Waterloo.

Kurioserweise ging nach dem Verrücken des Grenzsteins laut BBC ein Historik-Liebhaber spazieren und entdeckte den Stein. Der Landwirt ist von seinem Bürgermeister Lavaux angehalten, den Stein auf seine ursprüngliche Position zurückzustellen oder ihm drohen rechtliche Konsequenzen.

In dem an Belgien angrenzenden Nordrhein-Westfalen machten derzeit Nachrichten über eine Hasenpest die Runde. (ank) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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