Notstand ausgerufen

Buschfeuer außer Kontrolle: Flammeninferno treibt Tausende in die Flucht

Katastrophenalarm in Australien: Die Bundesstaaten New South Wales und Victoria rufen den Notstand aus. Tausende Bewohner und Touristen sind auf der Flucht.

  • Verheerende Buschfeuer in Australien
  • Mindestens acht Menschen sind bei den Bränden in Australien ums Leben gekommen
  • Buschbrände: Premierminister ignoriert Klimaschutz
  • Armee unterstützt Feuerwehr

Alle aktuellen Entwicklungen zu den Feuern in Australien * lesen Sie im aktualisierten Ticker. 

Update, 3.1.2020, 07.15 Uhr: Im Südosten Australiens herrscht Katastrophenalarm: Tausende Menschen sind auf der Flucht vor den verheerenden Buschbränden. In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria sollten mehr als ein halbes Dutzend Städte evakuiert werden, darunter beliebte Touristenorte. Am Freitag bildeten sich lange Staus, das Benzin wurde knapp. Die Polizei eskortierte die Autos aus den Feuergebieten. In der Küstenstadt Mallacoota brachte die Marine Menschen in Sicherheit, die sich an den Strand gerettet hatten.

In New South Wales ist es bereits der dritte Notstand dieser Brandsaison, für Victoria ist es das erste Mal in der Geschichte des Bundesstaates. Dort allein werden nach Angaben der Regierung 28 Menschen vermisst. Die für Katastrophen zuständige Ministerin, Lisa Neville, rief die Bewohner dringend dazu auf, die Feuergebiete zu räumen. „Sie sollten weg, um Ihr Leben zu retten. Wenn Sie das nicht tun, schicken wir die Polizei, damit Sie diese Botschaft verstehen.“

Buschfeuer in Australien außer Kontrolle: Touristen werden in Sicherheit gebracht

Update, 2.1.2020, 13.15 Uhr: Die Brände in Australien wüten weiter - und die Lage spitzt sich weiter zu. Jetzt verhängte der Bundesstaat New South Wales erneut einen siebentägigen Notstand – der gilt von Freitag an. Damit bekommen die Helfer mehr Möglichkeiten, die Krise zu bewältigen, etwa durch Evakuierungen und Straßensperrungen. Für New South Wales ist es bereits der dritte Notstand der Brandsaison. Zudem rief Victoria für sechs Gebiete den Notstand aus - in dem Bundesstaat brannten mehr als 50 Feuer.

Unterdessen bekam Australiens Premierminister Scott Morrison den Zorn des Volkes zu spüren. Bei einem Ortsbesuch in Cobargo in New South Wales ließen die Bewohner ihrem Ärger freien Lauf. „Hier unten bekommst du keine Stimmen, Kumpel. Du bist ein Idiot“, riefen die aufgebrachten menschen dem Premier zu, wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete. 

Er verstehe die Angst und Frustration, sagte Morrison bei einer Pressekonferenz in Sydney, „aber das ist eine Naturkatastrophe, die am besten auf ruhige, systematische Art behandelt wird.“ Er nehme die Erderwärmung ernst, so Morrison. Er betonte zugleich, dass er seine Politik nicht auf Kosten der Wirtschaft ändern werde.

Auch in der Hauptstadt Canberra sind die Brände spürbar. Der Rauch dort war so schlimm, dass einige Menschen sogar innerhalb von Gebäuden Schutzmasken trugen.

Die Anteilnahme in der Feuerkrise reicht bis in den Sport. Vor Beginn des ersten Grand-Slam-Tennisturniers des Jahres kündigte der Turnierdirektor der Australian Open in Melbourne Benefizaktionen für die Opfer der Brände an. Außerdem will der australische Tennisspieler Nick Kyrgios für jedes geschlagene Ass diesen Sommer umgerechnet 125 Euro spenden. Sein Kollege und Landsmann Alex de Minaur erhöhte den Betrag auf mehr als 150 Euro. „Weil ich nicht denke, dass ich so viele Asse schlagen werde wie du“, schrieb er auf Twitter.

Buschfeuer in Australien: Touristen sollen Brandgebiete binnen 48 Stunden verlassen

Update, 2.1.2020, 07.00 Uhr: Tausende Urlauber in Australien sind von den Behörden angewiesen worden, von den Buschbränden bedrohte Gebiete im Südosten des Landes bis Samstag zu verlassen. Die Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales wies am Donnerstag eine große Sperrzone für Touristen entlang der Küste aus. Alle Urlauber sollen innerhalb von 48 Stunden aus dieser Zone ausreisen.

Die Sperrzone erstreckt sich vom populären Badeort Batemans Bay über rund 200 Kilometer Richtung Süden zur Grenze des Bundesstaats Victoria. Grund für die Deklarierung der Sperrzone sind die Vorhersagen der Meteorologen für Samstag. Es werden dann eine neue Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius sowie heftige Winde erwartet. Die seit Monaten tobenden Brände könnten dadurch erneut stark angefacht werden.

Feuerwehrleute kämpfen im Bundesstaat New South Wales in Australien gegen die Flammen.

Die Behörden fürchten, dass die Brände am Samstag noch schlimmer wüten könnten als am vergangenen Dienstag - dem bislang schlimmsten Tag der Feuer-Krise. Mindestens acht Menschen kamen am letzten Tag des alten Jahres durch die Flammen ums Leben.

Buschfeuer in Australien: Tausende Menschen eingeschlossen

Update, 1.1.2020, 15.00 Uhr: Inmitten der immer dramatischeren Feuer-Krise in Australien ist eine großangelegte Aktion zur Rettung tausender Menschen in abgeschnittenen Orten angelaufen. Schiffe und Flugzeuge der Armee waren am Mittwoch im Einsatz, um die Betroffenen über das Meer oder die Luft zu versorgen. Im Einsatz war sogar ein schwimmendes Krankenhaus für Verletzte, die sich an Strände gerettet hatten. Die Zahl der Toten stieg auf 17, mehrere Menschen werden vermisst. 

Update, 1.1.2020, 08.05 Uhr: Tausende Menschen sind in Ostaustralien durch die verheerenden Buschfeuer eingeschlossen - nun eilt das Militär mit Schiffen und Hubschraubern zur Hilfe. Die Regierung kündigte am Mittwoch an, mit Seelandungsbooten Nahrungsmittel und Wasser zu den Menschen zu bringen, die vor den Flammen an die Strände fliehen mussten. 

Buschfeuer in Australien: Militär schaltet sich ein 

Die Hilfe soll am Donnerstag oder Freitag in den Küstenstädten der Staaten New South Wales und Victoria ankommen. Zudem sollen Menschen mithilfe von Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. 

Derzeit wüten die Brände am schlimmsten in der Küstenstadt Mallacoota in Victoria, rund 500 Kilometer östlich von Melbourne. Mehr als 4000 Menschen waren alleine dort bis zum Neujahrsmorgen an die Strände geflohen. Die Stadt selbst ist durch das Feuer stark gefährdet. Der Himmel war durch das Feuer tagsüber rot gefärbt.

Update, 31.12.2019, 07.00 Uhr: Zwei weitere Menschen sind bei den dramatischen Buschfeuern im Südosten Australiens ums Leben gekommen. Mindestens fünf Menschen wurden noch vermisst, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Bei den jüngsten Todesfällen handelt es sich nach Angaben der Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales um einen Vater und Sohn, die versucht hatten, ihr Haus in dem Ort Cobargo rund 380 Kilometer südlich der Metropole Sydney vor den Flammen zu schützen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei den anhalten Buschbränden auf insgesamt zwölf, darunter drei freiwillige Feuerwehrleute. Ein weiterer Mann in derselben Gegend wurde nach Angaben der Polizei noch vermisst.

Buschbrände in Australien: Feuertornado hebt Feuerwehrauto an

Update, 30.12.2019, 22.50 Uhr: Ein neuer Todesfall dokumentiert die zerstörerische Wucht der Buschbrände im Südosten Australiens: Ein zwölf Tonnen schweres Feuerwehrauto wurde durch einen von den Flammen ausgelösten Tornado in die Höhe gerissen und krachte anschließend mit dem Dach auf den Boden. Der Fahrer kam ums Leben, zwei weitere Feuerwehrleute kamen mit Verbrennungen und anderen Verletzungen ins Krankenhaus, wie die Feuerwehr des Bundesstaates New South Wales am Dienstag mitteilte. Auch ein kleinerer Einsatzwagen sei durch die von riesigen Feuern angefachten Winde in Tornadostärke durch die Luft gewirbelt worden und auf dem Dach gelandet. Dabei sei ein weiterer Feuerwehrmann schwer verletzt worden.

Der regionale Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons bezeichnete die Lage angesichts des gewaltigen Buschfeuers in der Nähe von Albury im Süden des Bundesstaates als „wahrlich schrecklich“. Das Feuer 550 Kilometer südwestlich von Sydney brennt außer Kontrolle.

Buschfeuer in Australien: Streitkräfte unterstützen Feuerwehr

Update, 27.12.2019, 11.45 Uhr: Im Kampf gegen die Buschfeuer im Süden und Südosten Australiens werden die Feuerwehrleute verstärkt von den Streitkräften unterstützt. Ab sofort würden Verbindungsoffiziere in den 14 regionalen Feuerwehrzentralen des stark betroffenen Bundesstaats New South Wales (NSW) eingesetzt, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Das Militär soll bei der Koordinierung der Brandbekämpfung helfen, da unter anderem die Luftwaffe bereits bei der Betankung von Löschflugzeugen oder beim Transport von Feuerwehrleuten hilft. „Diese Unterstützung im Hintergrund durch die Streitkräfte stellt mehr Feuerwehrleute frei für ihre eigentlichen, spezialisierten Aufgaben bei der Brandbekämpfung“, sagte Verteidigungsministerin Linda Reynolds.

Premier Scott Morrison brachte die Option ins Gespräch, Soldaten und militärisches Gerät zur Unterstützung der rund 2000 Feuerwehrleute einzusetzen. „Wir werden weiterhin alles in unserer Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass unsere Feuerwehrleute alle benötigten Ressourcen und Unterstützung erhalten“, sagte er. Üblicherweise werden Australiens Streitkräfte nicht im Inland eingesetzt.

Für Erstaunen sorgte unterdessen die Ankündigung des NSW-Ministers für Polizei und Rettungsdienste, David Elliott, er werde einen bereits einmal verschobenen Europa-Urlaub nun nehmen. Elliott sagte, er werde auch während seines Urlaubes zweimal täglich von der Feuerwehr in New South Wales, dessen Hauptstadt die Millionenmetropole Sydney ist, gebrieft. „Sollte die Buschfeuer-Lage es nötig machen, werde ich ohne zu Zögern zurückkehren“, versprach er. 

Buschfeuer in Australien: Extreme Hitzewelle erschwert Kampf gegen Brände

Update, 26.12.2019, 12.35 Uhr: Im Kampf gegen die verheerenden Buschfeuer in Australien müssen sich die Feuerwehrleute und die Einwohner in den betroffenen Gebieten auf noch schlimmere Bedingungen einstellen. Der Wetterdienst warnte am zweiten Weihnachtstag für Teile des Kontinents vor einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen von weit über 40 Grad sowie starken Winden. Bereits in der vorigen Woche hatte das Land unter Rekordhitze gelitten.

Am Weihnachtsmorgen hatte ein leichter Regenschauer noch einigen Ortschaften im stark betroffenen Bundesstaat New South Wales etwas Entlastung beschert. „Es ist das beste Weihnachtsgeschenk, das ich bekommen habe“, sagte Phil Sutton der Zeitung „Sydney Morning Herald“. Ausgerechnet rund um die Millionen-Metropole Sydney, das gleich von zwei großen Flächenbränden bedroht wird, habe es aber kaum geregnet. Stärkere Niederschläge werden erst im Februar erwartet. 

Bei einem Frühstück am 25. Dezember dankte Gladys Berejiklian, Premierministerin von New South Wales, den Feuerwehrleuten. Das berühmte Silvester-Feuerwerk über dem Hafen von Sydney soll nach bisheriger Planung trotz der Brände stattfinden.

Auch im Süden Australiens ist der Kampf gegen die Flammen angesichts steigender Temperaturen ein Wettlauf gegen die Zeit. Dort rücken die Buschbrände an Vororte der Küstenstadt Adelaide heran. Die Feuerwehrleute zogen am Donnerstag mit Bulldozern breite Schneisen um Wohngebiete, um die Flammen aufzuhalten. Die Polizei rief die Bewohner der Vororte auf, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Bis zu 50 Grad: Rekordhitze verschärft Buschfeuer in Australien

Update, 21.12.2019, 09.15 Uhr: Die Lage im Kampf gegen die Buschfeuer in Australien spitzt sich zu: Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales wurden wegen der Brände am Samstag Dutzende Straßen gesperrt. „Heute war ein schrecklicher Tag“, sagte Shane Fitzsimmons, der Feuerwehrchef des Bundesstaates New South Wales. „Wir werden diese Brände nicht unter Kontrolle bringen, bevor es nicht ordentlich regnet.“

Rund 10.000 Polizisten, Rettungskräfte, Sanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Nach Behördenangaben war es wahrscheinlich der größte Einsatz von Rettungskräften in dem Staat. Zu schaffen macht ihnen beim Kampf gegen die Flammen vor allem die andauernde Hitzewelle: In den Außenbezirken von Sydney, der Hauptstadt des Bundesstaats, wurden bis zu 47 Grad erwartet.

Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales wurden wegen der Brände Dutzende Straßen gesperrt.

Ein besonders bedrohliches Großfeuer ist lediglich rund 70 Kilometer von der Stadt entfernt. In der Millionenmetropole leiden die Menschen auch unter den Rauchschwaden. Zudem erzeugten die zwei massiven Brände im Süden laut Feuerwehr eigene Gewitter. Ein von einem Feuer generiertes Gewitter kann entstehen, wenn sich Rauchschwaden abkühlen und auf den Druck in der Erdatmosphäre treffen. Hierbei kann eine Wolke erzeugt werden, die Blitze und starke Winde erzeugen kann.

In einigen Teilen des Bundesstaates South Australia wurden gar sengende Temperaturen bis zu 50 Grad erwartet. In der Ortschaft Eucla im Westen des Landes kletterte das Thermometer schon am Donnerstag auf 49,8 Grad.In einer Bergkette nahe Adelaides, der Hauptstadt des Staats, kamen zwei Menschen bei Bränden ums Leben. Insgesamt starben durch die Brände mittlerweile mindestens acht Menschen. Auch die Bevölkerung in Australiens Hauptstadt Canberra leidet unter Temperaturen um die 40 Grad und Rauchschwaden. 

Der wegen einer Familienreise nach Hawaii in die Kritik geratene Premierminister Scott Morrison wurde derweil noch am Samstag in Australien zurückerwartet. 

Australiens Premier fährt trotz Buschbränden in Urlaub – und erntet scharfe Kritik

Update, 17.12.2019, 10.00 Uhr: Seit Oktober wüten in Australien verheerende Buschbrände. Trotzdem soll Australiens Premierminister Scott Morrison das Land für einen Urlaub verlassen haben soll. Örtliche Medien berichteten, der Regierungschef sei mit seiner Frau und den beiden Töchtern in das US-Inselparadies Hawaii gereist. Morrisons Büro wollte sich dazu auf Anfrage am Dienstag nicht äußern. Aus Sicherheitsgründen würden seine Reisen nicht angekündigt, hieß es.

Australiens Premierminister Scott Morrison steht in der Kritik.

In sozialen Netzwerken machte sich scharfe Kritik breit. Viel Popularität gewann der Hashtag #WhereTheBloodyHellAreYou (etwa: Wo zum Teufel bist du). 

Auch der oppositionelle Labor-Abgeordnete Brian Mitchell empörte sich: Es sei verdammt ungewöhnlich, dass der Premier das Land in einer solchen Lage unangekündigt verlasse, empörte er sich auf Twitter.

Buschbrände in Australien lösen Atemprobleme aus - Ärzte schlagen Alarm

Update, 16.12.2019, 14.30 Uhr: Wegen der seit Wochen anhaltenden Buschbrände in Australien haben Experten vor einem Gesundheitsnotstand in Sydney gewarnt. Mehr als 20 Ärzte- und Gesundheitsverbände riefen die australische Regierung in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, die durch die Rauchschwaden verursachte Luftverschmutzung zu bekämpfen. In Teilen Sydneys und des Bundesstaats New South Wales habe die Verschmutzung das Elffache des Normalwerts erreicht.

„Der Rauch von Buschbränden ist wegen des hohen Gehalts winziger Partikel besonders gefährlich“, warnte das Klima- und Gesundheitsbündnis, dem unter anderem der australische Ärzteverband mit 25.000 Mitglieder angehört.

Die Luftverschmutzung durch die Rauchschwaden wird in Australien zusehends schlimmer.

Das Gesundheitsamt von New South Wales verzeichnete nach eigenen Angaben zuletzt einen dramatischen Anstieg der Patientenzahlen in den Notaufnahmen. In der Woche bis zum 11. Dezember sei die Zahl der Menschen, die wegen Atemproblemen behandelt werden mussten, um 48 Prozent im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt gestiegen.

Brände in Australien: Von Feuerwehr gelegtes Feuer außer Kontrolle

Update, 16.12.2019, 14.20 Uhr: Im Kampf gegen einen großen Buschbrandherd im Osten Australiens ist ein von der Feuerwehr gelegtes Gegenfeuer außer Kontrolle geraten. Bei der Aktion zur Bekämpfung des sogenannten Gospers-Mountain-Feuers rund 70 Kilometer nordwestlich von Sydney seien bis zu 20 Grundstücke beschädigt oder zerstört worden, wie die Feuerwehr des südöstlichen Bundesstaats New South Wales mitteilte.

Der auch als Megafeuer bezeichnete Brandherd hat laut Feuerwehr eine Größe von 396.000 Hektar erreicht und Teile mehrerer Nationalparks erfasst. In ganz New South Wales kämpften rund 2000 Feuerwehrleute am Montagnachmittag gegen 108 Brände. Für einen Großteil des Bundesstaats sagt das Wetteramt zudem schwere Hitzewellen voraus.

Buschfeuer in Australien - Premierminister verteidigt Klimapolitik

Update, 12.12.2019, 12.05 Uhr: Australiens Premierminister Scott Morrison hat die Klimaschutzpolitik seiner Regierung verteidigt. Für die verheerenden Buschfeuer seien mehrere Faktoren verantwortlich, sagte er auf einer Pressekonferenz in Melbourne. Einer davon sei der Klimawandel, hauptsächlich habe aber die Dürre im australischen Outback zu den Bränden geführt. 

Währenddessen kämpften im südöstlichen Bundesstaat New South Wales Hunderte Feuerwehrleute weiter gegen rund 130 Brände. Im Nordwesten der Hauptstadt Sydney gibt es eine rund 60 Kilometer lange Feuerfront, dort waren mehrere Brände in einem sogenannten Megafeuer aufgegangen. In der rauchverhangenen Stadt hatten am Mittwoch mehr als 20.000 Menschen dringende Maßnahmen zum Klimaschutz gefordert. 

Morrison ist ein starker Befürworter der Kohleindustrie. Zuvor hatte er die Debatten über einen Zusammenhang zwischen den Buschbränden und dem Klimawandel als „nicht hilfreich“ bezeichnet. Australische Wissenschaftler dagegen gehen von einem deutlich gestiegenen Brandrisiko und einer Verlängerung der Brandsaison durch den Klimawandel aus. 

Hitze und Wind fachen Buschbrände in Australien an - Sydney in dichten Rauch gehüllt

Update, 10.12.2019, 06.15 Uhr: Australien leidet. Die gewaltigen Buschbrände nehmen einfach kein Ende, die Rettungskräfte bekommen sie nicht unter Kontrolle. Verschlimmert wurde die Situation jetzt auch noch durch enorm hohe Temperaturen und starken Wind. Auch in den nächsten Tagen ist keine Entspannung in Sicht. Im Gegenteil: Laut Wettervorhersage steigen die Temperaturen bei starkem Wind und geringer Luftfeuchtigkeit auf mehr als 40 Grad. Diese Bedingungen bezeichneten staatliche Behörden als „tödlich“. 

Betroffen ist vor allem der südöstliche Bundesstaat New South Wales, in dem auch Sydney liegt. Die Millionen-Metropole war in Rauch gehüllt. Das Amt für Meteorologie warnte vor schlechter Luft und schlechter Sicht. Allein in der Umgebung Sydneys wüten etwa 80 Brände. Im Nordwesten gibt es eine rund 60 Kilometer lange Feuerfront. Mehr als 2000 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Das Sydney Opera House ist in Rauch gehüllt.

Wegen des Rauchs war die Sicht in den meisten Teilen Sydneys laut Luftqualitäts-Index der staatlichen Umweltbehörde extrem gering. Das Gesundheitsministerium teilte mit, die „ätzende“ Luftverschmutzung stelle eine große Belastung für anfällige Menschen dar, besonders für ältere. Inzwischen sind viele in Sydney mit Atemschutzmasken unterwegs. Kindergärten und Schulen lassen die Kinder nicht mehr ins Freie. Befürchtet wird, dass das Wasser knapp wird.

Update, 9.12.2019, 14.00 Uhr: Bei den schweren Buschbränden in Australien erwarten Experten am Dienstag den nächsten dramatischen Höhepunkt. Es werde ein „sehr gefährlicher“ Tag werden, sagte die Regierungschefin des südöstlichen Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian. Meteorologen rechneten mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius sowie mit Trockenheit und Wind - ein Mix, der die Feuer weiter begünstigen dürfte.

Die Umstände seien zwar nicht so schlimm wie im vergangenen Monat, als in dem Bundesstaat der Notstand ausgerufen werden musste, sagte Shane Fitzsimmons von der örtlichen Feuerwehr. Vor allem aber sei die Nähe der Brände zu bewohnten Gebieten bedrohlich. Auch Richard Broome, Gesundheitsminister des Bundesstaates, rechnete mit einem „miesen Tag“. Hitze und Rauch würden vor allem alte und kranke Menschen belasten, sagte er.

Buschbrände in Australien: Koalas „funktionell ausgestorben“

Update, 25.11.2019, 11.30 Uhr: Die Vorsitzende der australischen Koala Foundation, Deborah Tabart, schätzt, dass mehr als 1.000 Koalas bei den verheerenden Bränden in Australien getötet wurden und dass 80 Prozent ihres Lebensraums zerstört worden sind. Damit wären die Koalas „funktionell ausgestorben“. Das funktionale Aussterben tritt ein, wenn eine Population so begrenzt wird, dass sie in ihrem Ökosystem keine bedeutende Rolle mehr spielt und die Population nicht mehr lebensfähig ist.

Andere Forscher weisen darauf hin, dass es schwierig sei, die genaue Anzahl der Koalas zu bestimmen. Die Population könnte viel größer als von der Koala Foundation vermutet. Tierschützer gehen davon aus, dass bei den verheerenden Buschbränden im November allein im Bundesstaat New South Wales hunderte Koalas verendeten. Eine Koala-Klinik nördlich von Sydney rettete zuletzt 31 der Beuteltiere. 

Der Koala ist in seinem natürlichen Lebensraum bedroht.

Bei einer Online-Spendenaktion für die betroffenen sind mehr als eine Million australische Dollar (rund 600.000 Euro) zusammengekommen. Die Sammelaktion habe mehr Spenden erzielt als jede andere derartige Kampagne in diesem Jahr, teilte die Plattform GoFundMe mit. Das ursprüngliche Ziel von 25.000 Dollar wurde damit weit übertroffen. Spenden kamen von mehr als 20.000 Menschen aus zahlreichen Ländern.

Buschbrände in Australien: Scott Morrison ignoriert Klimaschutz

Australiens Premierminister Scott Morrison wies derweil Vorwürfe zurück, wonach seine Klimapolitik die beispiellosen Feuer befördert habe. Australien trage "seinen Teil" zum Klimaschutz bei, sagte er am Donnerstag im Radiosender ABC. Morrisons Regierung hatte die Bedrohungen durch den Klimawandel in der Vergangenheit bereits relativiert.

Wissenschaftler, ehemalige Feuerwehrchefs und von den Feuern betroffene Bewohner verwiesen dagegen immer wieder auf einen Zusammenhang zwischen den schweren Bränden zu dieser Jahreszeit und dem Klimawandel.

Update, 15.11.2019, 7:49 Uhr: Mittlerweile sind in Australien mehr als 350 Häuser durch die gewaltigen Buschbrände beschädigt oder völlig zerstört worden. Im Bundesstaat Queensland an der Ostküste wurden Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Auf Schildern war die Warnung „Leave now“ („Gehen Sie jetzt“) zu lesen. 

Nach Angaben der Behörden wüten in dem Bundesstaat jetzt mehr als 60 Brände. Die Bekämpfung wird durch hohe Temperaturen und heftigen Wind erschwert. Mehr als 1000 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Buschbrände in Australien: Zahl der Todesopfer steigt

Update, 14.11.2019, 7:20 Uhr: Die Zahl der Todesopfer bei den verheerenden Buschbränden in Australien ist auf vier gestiegen. Bei Löscharbeiten in Kempsey im Bundesstaat New South Wales sei die Leiche eines Mannes entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Der Mann galt seit einigen Tagen als vermisst.

Die Behörden haben inzwischen zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen. Feuerwehrleute waren nach Angaben der Polizei bei einem Einsatz zur Rettung eines Gleitschirmfliegers aus einem Baum nahe Wollongong, knapp 80 Kilometer südlich von Sydney, auf einen 20-Jährigen aufmerksam geworden, der eben einen Buschbrand entfacht hatte. Der Brand sei umgehend gelöscht worden, da die Flammen nur einen kleinen Bereich erfasst hatten.

Ein weiterer mutmaßlicher Brandstifter sei am Mittwochabend gefasst worden, nachdem die Besatzung eines Armeehubschraubers verdächtiges Benehmen eines Mannes im Royal National Park bei Sydney beobachtet hatte. Die Soldaten unterstützten die Polizei bei der Suche nach dem Mann, der sich vor den Beamten versteckt hatte, berichtete der "Daily Telegraph" am Donnerstag.

Nach Dafürhalten der Behörden sind einige der vielen Buschbrände absichtlich gelegt worden. Die Flammen haben in New South Wales und im benachbarten Queensland bereits mehrere Tausend Quadratkilometer Buschland erfasst. Beide Regionen haben den Notstand ausgerufen. 

Buschbrände an der Ostküste: Evakuierungen an beliebtem Touristenort

Update, 13.11., 10.50 Uhr: Die Situation in Australien wird immer dramatischer. Die Buschfeuer sind weiter außer Kontrolle, mancherorts bleibt nur das Meer als Fluchtweg. So beispielsweise auch in Noosa North Shore, einem Strandort rund 150 Kilometer nördlich von Brisbane, der Hauptstadt des Bundesstaates Queensland. Das Feuer loderte weniger als einen Kilometer entfernt von einem Campingplatz an der Küste. Hier wie auch in anderen Gemeinden an der Ostküste haben die Behörden inzwischen Evakuierungen angeordnet. Es gilt die höchste Warnstufe der Feuerwehrbehörde, die zum sofortigen Verlassen der Gegend auffordert. Die Menschen sollen sich per Fähre in Sicherheit bringen, solange sie noch können. 

Lesen Sie auch: Brandrisiko: Australische Politiker bezeichnen Klimawandel als „Quatsch“

Ebenfalls in Queensland verunglückte ein Löschhubschrauber beim Einsatz gegen Buschbrände in Pechey, wie der australische Sender ABC berichtete. Den Angaben nach überlebte der Pilot den Absturz mit leichten Verletzungen. Auch in Pechey galt der Aufruf zur sofortigen Räumung. In ganz Queensland brannten am Mittwoch vier Buschfeuer als Notfall auf höchster Gefahrenstufe, darunter jenes in Noosa.

Wind und Temperaturen von fast 40 Grad heizen die Feuer immer wieder an. Bei den Löscharbeiten ist ein Hubschrauber verunglückt, wie merkur.de* berichtet.

Buschfeuer in Australien außer Kontrolle

Erstmeldung, 12.11.: Experten vergleichen die derzeitigen Bedingungen in Australien bereits mit dem sogenannten „Schwarzen Samstag“ des Jahres 2009, als 173 Menschen starben. Extreme Temperaturen gepaart mit trockenen Bedingungen und starken Winden haben fast 80 Feuer angefacht, von denen etliche außer Kontrolle geraten sind. 3000 Feuerwehrleute kämpfen derzeit gegen eine Feuerfront, die sich bereits über tausend Kilometer entlang der Ostküste Australiens zieht.

Mehr als 600 Schulen blieben am Dienstag geschlossen, einige mussten während des Unterrichts evakuiert werden. In den vergangenen Tagen schon rückten die Feuer immer näher an die Millionenmetropole Sydney heran, eine Region, in der etwa sechs Millionen Menschen leben.

Gladys Berejiklian, Ministerpräsidentin des Bundesstaates New South Wales, in dem auch Sydney liegt, hat einen siebentägigen Ausnahmezustand ausgerufen. Sie sagte am Dienstag, es gehe darum, „Leben zu schützen, Eigentum zu schützen und dafür zu sorgen, dass jeder so sicher wie möglich ist“.

Verschärft der Klimawandel die Situation bei Sydney?

Bisher sind bei den Feuern drei Menschen ums Leben gekommen und fast 200 Häuser abgebrannt. Die Außenbezirke Sydneys wurden am Dienstag aufgerufen zu evakuieren. Einige Buschfeuer brachen auch direkt in der Stadt aus, die von Nationalparks durchzogen ist.

Bewohner bei Sydney bringen ihre Ponys in Sicherheit.

Vor allem in den ländlichen Gegenden strömten viele Frauen und Kinder teils mit ihren Haustieren in Evakuierungszentren, während die Männer sich oftmals dafür entschieden, zu bleiben und ihr Haus und Gut gegen das Feuer zu verteidigen. „Mein Mann ist immer noch im Haus und wird alles im Auge behalten“, sagte eine Frau aus der Gegend von Hillville lokalen Medien.

Einer der Orte, der besonders schlimm betroffen ist, ist Tenterfield, etwa 700 Kilometer nördlich von Sydney. Christian Uhrig, ein deutscher Auswanderer, der dort mit seiner Frau zusammen ein deutsches Café betreibt, schrieb, dass er sehen könne, wie ein starker Wind eine große schwarze Wolke vor sich her gen Osten treibe. „Diejenigen, die ihr Haus und Hab und Gut verloren haben, sind in Schock“, sagte er. „Und diejenigen, auf die das Feuer zubrennt, in großer Angst und zumeist schon evakuiert in eines der Massenlager oder bei Freunden.“ Obwohl die kleinen Kommunen zusammenhalten und sich gegenseitig bestmöglich unterstützen würden, sei es doch schwer zu ertragen und die langfristigen Folgen seien nicht absehbar. An Normalität sei derzeit nicht mehr zu denken.

Während die Feuerwehr gegen die Katastrophe kämpft, wird in der Bevölkerung wie auch in der Politik darum gestritten, ob der Klimawandel die Situation verschärft. Grundsätzlich sind sich die Wissenschaftler einig, dass die höheren Temperaturen und die zunehmende Trockenheit die Feuer intensivieren, auch wenn sich einzelne Ereignisse nicht eindeutig als Folge des Klimawandels interpretieren lassen.

Australien: Buschbrände wüten im Südosten

Die Feuerwehr in Australien hatte gewarnt

Trotzdem weigerte sich der australische Premierminister Scott Morrison diese Woche, Fragen zum Klimawandel zu beantworten und sandte nur seine „Gedanken und Gebete“ an alle Betroffenen. Kritiker verglichen dies mit der Rhetorik in den USA, wenn nach Amokläufen Waffenreformen abgelehnt werden. Der stellvertretende Premierminister Michael McCormack ging sogar so weit, den Klimawandel völlig als ein Gespinst der „verrückten, innerstädtischen Linken“ abzutun. „Wir hatten in Australien schon immer Feuer“, sagte er gegenüber Medienvertretern.

Die Feuerwehr hingegen stellt sich auf die Seite der Wissenschaft. Bereits im April veröffentlichten 23 ehemalige Feuerwehrchefs und Einsatzleiter einen Brief, in dem sie die Regierung vor „zunehmend katastrophalen Extremwetterereignissen“ warnten. Sie forderten ein Treffen, das von der Regierung abgelehnt wurde. (mit afp)

(Von Barbara Barkhausen)

Im Hafen von Gabuns Hauptstadt ist es zu einem Piratenangriff gekommen.

Millionen Hektar Land sind mittlerweile in Australien verbrannt. Der Rauch zieht in die Städte und sorgt für gesundheitliche Probleme. Ein Arzt erklärt die Gefahren.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Robert Oerlemans

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