In den Niederlanden

Asbestalarm: Zentrum von Roermond: abgeriegelt

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Das krebserregende Asbest wurde bei einem Brand im Jachthafen freigesetzt. Foto: Ginopress

Roermond  - Wegen Asbest ist das Zentrum der niederländischen Stadt Roermond nahe der deutschen Grenze abgeriegelt. Roermond ist bei Deutschen beliebt wegen des Designer-Outlets.

Der krebserregende Stoff wurde bei einem Brand im Jachthafen am Dienstagabend freigesetzt und verbreitete sich.

Große Teile des historischen Zentrums sind möglicherweise betroffen, wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte. Der Bürgermeister verhängte eine Notverordnung. Der Zutritt für Unbefugte ist damit verboten. 

In der Nacht war die Feuerwehr zunächst von einer begrenzten Menge des Stoffes ausgegangen. Doch bei Tageslicht zeigte sich dann das Ausmaß: Nachdem an mehreren Stellen Reste von Asbest gefunden wurden, wurde die Sperrzone erweitert. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Räumungsarbeiten bis zum Donnerstag dauern.

Feuerwehrleute spülen Asbest von einem Auto, das aus der verseuchten Zone kommt.

Das Feuer war in zwei Bootshäusern an der Maas ausgebrochen. Dutzende Segeljachten wurden zerstört, verletzt wurde niemand. Doch in den Dächern der Lagerhallen war Asbest verarbeitet, der nach Einatmen Krebs erregen kann.

Roermond in der südlichen Provinz Limburg wirkte am Morgen wie eine "Geisterstadt", wie Reporter schilderten: Die Straßen waren fast menschenleer. Der Bahnhof und wichtige Zufahrtstraßen wurden gesperrt.

Bewohner dürfen das Gebiet nur an speziellen Dekontaminationspunkten verlassen und müssen Fenster und Türen geschlossen halten, bis der krebserregende Stoff entfernt ist. Geschäfte bleiben vorerst geschlossen. Autos und Fahrräder, die das Gebiet verlassen, werden abgespritzt. Die Stadt rät Bürgern, ihre Häuser und Wohnungen ohne Schuhe zu betreten.

Roermond ist etwa 35 Kilometer von Mönchengladbach entfernt. Für Menschen in Deutschland besteht laut den Behörden keine Gefahr: Geplante Messungen der Luft seien wieder abgesagt worden, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr Viersen. Der Deutsche Wetterdienst in Essen erklärte, der starke Niederschlag in der Grenzregion wasche die Asbest-Partikel an Ort und Stelle aus der Atmosphäre nach unten.

Die Herstellung und Verwendung von Asbest ist seit 1993 in Deutschland verboten, seit 2005 auch in der ganzen EU. Doch in vielen älteren Gebäuden befindet sich der Stoff noch. Werden die Fasern des Mineralstoffes eingeatmet, kann das zu einer chronischen Entzündung in der Lunge und zu Krebs führen.

dpa

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