Anschlag auf Weltjugendtag geplant?

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Betende Pilger beim Weltjugendtag in Madrid

Madrid - Die spanische Polizei hat einen Austauschstudenten festgenommen, der verdächtigt wird, einen Anschlag auf den Weltjugendtag in Madrid geplant zu haben. Wie die Beamten ihm auf die Schliche kamen:

Ein Chemiestudent hat nach Angaben der spanischen Polizei am Rande des katholischen Weltjugendtags einen Giftgas-Anschlag auf Papstgegner geplant. Der Mexikaner habe das Attentat bei einer Kundgebung gegen den anstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. verüben wollen, teilten die Ermittler mit. Der 24-Jährige wurde festgenommen.

Die Polizei war dem Mann auf die Spur gekommen, weil er in erzkonservativen Internetforen um Unterstützung für seine Pläne geworben hatte. Die Ermittler sahen nach Medienberichten vom Mittwoch darin eine Parallele zum Fall des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik, der am 22. Juli auf der Ferieninsel Utøya ein Massaker unter Teilnehmern eines Jugendlagers angerichtet hatte.

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Die Madrider Polizei ließ allerdings offen, wie konkret die Attentatspläne des Chemiestudenten waren. In der Wohnung des jungen Mannes hatten die Beamten Aufzeichnungen über die Herstellung von Giftgas sichergestellt, aber keine Chemikalien.

Rund 140 Organisationen hatten in Madrid für den Vorabend der Ankunft des Papstes zu einer Kundgebung aufgerufen. Sie wollen dagegen protestieren, dass für den Weltjugendtag und die Visite des Pontifex nach ihrer Ansicht Steuergelder ausgegeben werden. Die Kirche bestreitet dies und betont, dass das Treffen sich selbst finanziere.

Der Papst wird an diesem Donnerstag in Madrid erwartet, wo er bis zum Sonntag am Weltjugendtag teilnehmen will. Dazu werden insgesamt mehr als eine Million Gläubige erwartet. Das Treffen ist damit die bisher größte internationale Zusammenkunft der katholischen Kirche. Es war am Dienstagabend mit einem Gottesdienst vor Hunderttausenden von jungen Katholiken auf dem Cibeles-Platz eröffnet worden. Der Madrider Erzbischof Antonio María Rouco Varela rief die jungen Leute dazu auf, bei ihren Altersgenossen für den christlichen Glauben zu werben. “Die Jugend des 21. Jahrhundert muss ebenso oder noch mehr zu Gott finden als frühere Generationen“, sagte der Kardinal.

dpa

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