Amoklauf: Streit oder Rassismus waren der Grund

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Amoklauf in Bratislava.

Bratislava - Der Amokläufer von Bratislava hat laut Polizei aus Ärger über seine lauten Nachbarn gehandelt, es könnten aber auch rassistische Motive in Betracht kommen.

Da es sich bei sechs der 15 Toten - darunter auch ein zwölfjähriger Junge - aber um Roma handelt, wollten die Behörden am Dienstag nicht ausschließen, dass der Täter aus rassistischen Motiven handelte. “Wir prüfen alle Motive“, sagte Innenminister Daniel Lipsic bei einer Pressekonferenz. Bei dem Täter handelt es sich nach Auskunft des Ministers um einen 48-Jährigen. Dieser habe im selben Haus gelebt wie einige seiner späteren Opfer, die ein “reges Sozialleben“ mit vielen Besuchern gehabt hätten, sagte Polizeichef Jaroslav Spisiak.

Amoklauf in Bratislava

Amoklauf in Bratislava

Der Schütze sei seit August 2008 arbeitslos und alleinstehend gewesen. Er habe legal sechs Waffen besessen und sei Mitglied eines Reservistenclubs gewesen, sagte Spisiak. Zwischen 1981 und 1983 habe der Täter bei den Streitkräften gedient, sei aber nie Berufssoldat gewesen, teilten die Behörden mit. Ein am Dienstagmorgen entdecktes verdächtiges Päckchen in der Nähe des Tatorts stellte sich im Nachhinein als harmlos heraus. Es enthielt nach Polizeiangaben ein altes Radio. Zwtl: Ministerpräsidentin erklärt Donnerstag zum nationalen Trauertag Während seines Amoklaufs hatte der Täter sieben Menschen und anschließend sich selbst getötet. Weitere 15 Personen, darunter ein Polizist und ein dreijähriger Junge, wurden bei der Bluttat zum Teil schwer verletzt.

Der Täter, laut einer Meldung der slowakischen Nachrichtenagentur TASR ein Einheimischer, war nach Angaben des Innenministeriums mit einem Maschinengewehr und zwei Pistolen bewaffnet. Das Blutvergießen begann in der Wohnung der Roma-Familie im Stadtteil Devinska Nova Ves, wie Innenminister Daniel Lipsic mitteilte. Dort erschoss der Amokläufer vier Frauen und eine männliche Person. Eine weitere männliche Person, möglicherweise ebenfalls ein Mitglied der Roma-Familie, wurde vor dem Mietshaus ermordet. Eine Frau, die die Schüsse hörte und auf den Balkon ihrer Wohnung trat, wurde tödlich getroffen. Acht der Verletzten konnten das Krankenhaus auch am Dienstag noch nicht verlassen, sagte ein Sprecher der Universitätsklinik. Zwei der Opfer befänden sich noch in kritischem Zustand. Die slowakische Regierung berief wegen des Amoklaufs eine Sondersitzung des Kabinetts ein. Für (den morgigen) Mittwoch wurde eine Gedenkfeier zu Ehren der Toten im Martinsdom in Bratislava anberaumt. Ministerpräsidentin Iveta Radicova erklärte den Donnerstag zum nationalen Trauertag.

dapd

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