Betrugsverfahren

Urteil gegen Deutsche-Bank-Manager Fitschen erwartet

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Der Co-Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen im Landgericht München.

München - Beinahe wäre das Urteil auf den Jahrestag gefallen: Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Prozessbeginn gegen den Co-Chef der Deutschen Bank wird mit dem Abschluss des Betrugsverfahrens gerechnet.

Ein Jahr nach Prozessbeginn soll das Urteil im Strafverfahren gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier ehemalige Manager des Frankfurter Instituts verkündet werden. Für die Angeklagten wird mit einem Freispruch vom Betrugsvorwurf gerechnet.

Der Vorsitzende Richter Peter Noll hatte schon klargemacht, dass ihn die Anklage nicht überzeugt hat. Die Staatsanwaltschaft hält die Manager hingegen für schuldig und forderte zum Teil sogar Gefängnisstrafen. Sie geht davon aus, dass die Männer sich abgesprochen haben, um vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München falsch auszusagen. Damit wollten sie aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Deutsche Bank vor Schadenersatz-Zahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch bewahren. Alle fünf hatten dies zurückgewiesen. Falls es einen Freispruch gibt, will die Anklagebehörde eine Revision prüfen.

Auf den letzten Metern des Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft noch eine Beschwerde beim Oberlandesgericht München eingelegt. Dadurch kam es in der vergangenen Woche noch nicht zu dem erwarteten Urteil. Vor wenigen Tagen wies das Gericht die Beschwerde aber als unbegründet ab und machte damit den Weg für den Abschluss des Verfahrens frei. Zunächst haben die Manager am Montag die Möglichkeit für ein letztes Wort zur Anklage. "Vorbehaltlich der anschließenden Beratung durch die Strafkammer ist an diesem Tag auch mit der Urteilsverkündung zu rechnen", teilte das Gericht mit.

In dem Verfahren geht es um die Frage, ob Fitschen zusammen mit vier ehemaligen Bankern vor fünf Jahren Richter hinters Licht führen wollte. Die Staatsanwaltschaft ist nach der zähen Beweisaufnahme an mehr als 30 Verhandlungstagen davon überzeugt. Am härtesten muss aus Sicht der Behörde Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer bestraft werden - für ihn forderte der Staatsanwalt dreieinhalb Jahre Haft.

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte Breuer zeitlebens für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht, weil dieser sich in einem Fernsehinterview kritisch über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäußert hatte.

dpa

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