Stiefvater randaliert bei Prozess im Amtsgericht

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Symbolfoto

Lüdenscheid/Schalksmühle - Randale im Amtsgericht Lüdenscheid: Zwei Justizwachtmeister und ein Polizist mussten im Gerichtssaal kraftvoll zugreifen, um den Stiefvater eines Angeklagten zu bändigen.

Beide Männer hatten zunächst versucht, grundsätzliche Fragen zur Zuständigkeit Gottes im Allgemeinen und des Amtsgerichts Lüdenscheid im Besonderen zu klären. Weil der Stiefvater des Angeklagten Oberamtsanwalt Lehmann bei der Verlesung der Anklageschrift störte und mit seinem Handy Aufnahmen von der Verhandlung zu machen versuchte, rief Richterin Kristina Thies die Wachtmeister zu Hilfe. In Handschellen wurde der sich heftig wehrende Randalierer aus dem Saal geführt. Ihn erwartet nun eine Anklage wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Absolut fahruntüchtig

Der Angeklagte (38) blieb während der anschließenden Verhandlung konsequent stehen. Die Anklage warf dem Schalksmühler vor, dass er sich am 18. Januar den Autoschlüssel des Firmentransporters genommen hatte und anschließend zum Einkaufen gefahren war. Das Problem war, dass der Mann keine Fahrerlaubnis hatte und zudem absolut fahruntüchtig war, wie eine Blutprobe einige Stunden nach dem Vorfall zeigte. Die chemische Analyse ergab einen Wert von 1,59 Promille. Es fanden sich außerdem Abbauprodukte von Cannabis und Aufputschmitteln im Blut des Angeklagten.

Aktenkundig wurde die Geschichte nur dadurch, dass der Transporter eine Zeit lang als verschwunden galt und sich die Besitzer deshalb an die Polizei wandten. Kurz darauf fand die Frau des Firmenchefs den Transporter zwar auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarktes, doch die alarmierten Polizeibeamten interessierten sich zu diesem Zeitpunkt weitergehend für die Frage, wer das Fahrzeug bewegt hatte.

Marihuana bringt weitere Anklage

Im Auto fanden sie eine Tüte mit Einkaufsgut, zu denen der Angeklagte die Kassenbons hatte. In seiner Hosentasche stellten die Beamten zudem den Fahrzeugschlüssel und eine kleinere Menge Marihuana sicher, was ihm eine weitere Anklage wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln einbrachte.

Zeugen bestätigten noch vor Ort, dass der 38-Jährige zumindest auf dem Firmengelände mit dem Wagen gefahren war. Das gab der Angeklagte im Gerichtssaal auch zu. Er bestritt aber, auf öffentlichen Straßen unterwegs gewesen zu sein.

Richterin spricht Geldstrafe aus

Angesichts der schlüssigen Beweislage glaubte ihm Richterin Kristina Thies dies aber nicht. Sie verurteilte den Angeklagten wegen einer vorsätzlichen Straßenverkehrsgefährdung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 50 Euro.

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