Spatenstich am Seniorenpark Reeswinkel

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Machten den Spatenstich (von links): Projektbegleiter Tobias Latton, Heimleiter Steffen Mischnick, Haustechniker Dirk Specht und die Betreiber Sigrid sowie Andreas Mischnick. J Foto: Wilczek

Schalksmühle - Am Dienstagnachmittag erfolte der Spatenstich für den Erweiterungsbau des Seniorenparks Reeswinkel. Mehr als drei Jahre hatte die Planungs- und Genehmigungsphase gedauert.

„Dass wir jetzt wirklich anfangen können, glaube ich tatsächlich erst, seit der Bagger auf unserem Grundstück steht“, sagt Einrichtungsbetreiber Andreas Mischnick. Mittlerweile liegen auch die letzten benötigten Papiere vom Märkischen Kreis und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vor. Sohn Steffen, Heimleiter des Seniorenparks ergänzt: „Uns fällt mit dem Baubeginn eine große Last von den Schultern.“

Mit dem zweigeschossigen Neubau, der auf der Wiese zum Reeswinkeler Weg hin errichtet wird, soll die Qualität der Betreuung und Pflege der Senioren in Reeswinkel weiter gesteigert werden. „Der Trend in der Pflege geht heute weg vom stationären Denken, hin zu kleineren Wohngruppen. So sieht auch unser Betreuungskonzept aus. Dem versuchen wir mit der Bautätigkeit Rechnung zu tragen“, sagt Andreas Mischnick.

Mehr Qualität und Komfort

Durch den Erweiterungsbau, der im Frühjahr 2017 fertiggestellt sein soll, wird sich die Bettenzahl der Einrichtung geringfügig von 71 auf 80 erhöhen. „Hauptsächlich geht es uns aber um mehr Qualität und Komfort. Wir werden die Zimmergröße erhöhen, ebenso die Anzahl der Einzelzimmer und mehr Platz für Therapie- und Begegnungsräume schaffen“, erklärt Andreas Mischnick. Entstehen sollen auf rund 1000 Quadratmetern zwei Wohngruppen mit eigenem Küchenbereich für jeweils neun Bewohner. Der Neubau wird mit dem Bestand über einen Glaswandelgang verbunden. „Sonst soll der Neubau sich aber auch ein Stück weit seinen autonomen Charakter bewahren, um das Kleingruppenkonzept auch wirklich umsetzen zu können“, sagt Mischnick.

Rund 1,5 Millionen Euro soll der Neubau kosten, anschließend wollen die Mischnicks noch etwa eine Millionen Euro in die Sanierung des Altbaus investieren. Sukzessive sollen alle Einzelzimmer mit einer Nasszelle nachgerüstet und die Zimmer vergrößert werden. Für die gesamte Maßnahme sind mehr als zwei Jahre veranschlagt.

90 Prozent Einzelzimmer

„Wir werden dann nur noch ein kleines Kontingent an Doppelzimmern für Ehepaare vorhalten, die Einzelzimmerquote auf mehr als 90 Prozent erhöhen“, sagt Andreas Mischnick.

Derzeit sind rund 60 Personen im Seniorenpark beschäftigt, mit Fertigstellung der Erweiterung sollen neue Arbeitsplätze entstehen. „Sogenannte Alltagsbegleiter werden mit den Senioren durch den Tag gehen und der Ablauf wird längst nicht mehr so stark pflegerisch bestimmt. Unsere Pflegekräfte können sich dadurch ausschließlich auf pflegerische Tätigkeiten konzentrieren“, erklärt Steffen Mischnick das Konzept.

Bisher liegt in Reeswinkel einer der Schwerpunkte auf der Betreuung Demenzkranker. Dies soll auch zukünftig der Fall sein. „Aber nach Abschluss der Sanierung wollen wir den Fokus auch noch stärker auf die Hospizbegleitung legen, werden beispielsweise Zimmer für Angehörige und eigene Wohnbereiche vorhalten“, sagt Andreas Mischnick.

„Wir bauen direkt in den Hang“

Errichtet wird der Neubau teilweise in Holzständerbauweise mit Fertigteilen. „Die besondere Herausforderung ist, dass wir in Reeswinkel direkt in den Hang bauen“, sagt Projektbegleiter, Diplom-Bauingenieur Tobias Latton, der vor einigen Jahren selbst als Zivildienstleistender im Seniorenpark gearbeitet hat. „Das erste Geschoss wird nach vorne komplett verglast, alles wird hell und offen, zudem schaffen wir eine Holzoptik“, erklärt Latton, der zudem verspricht: „Das alte Gebäude wird durch den Neubau nicht verdeckt. Das war auch ein Wunsch der Schalksmühler Politik. Wir schaffen von der Straße aus stattdessen eine völlig neue Gesamtansicht“, verspricht Latton.

Die Arbeiten rund um Neubau und Sanierung sollen hauptsächlich von heimischen Firmen ausgeführt werden. „Wir versuchen das Geld in der Region zu belassen“, sagt Andreas Mischnick.

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