Tat in Reeswinkel: Anklage wegen Totschlags erhoben

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Nach dem Tötungsdelikt in Reeswinkel waren auch die Experten der Spurensicherung mit ihren Fahrzeugen vor Ort.

Schalksmühle - Nach dem Tötungsdelikt Anfang März in Reeswinkel hat die Staatsanwaltschaft Hagen jetzt Anklage wegen Totschlage erhoben. Zudem gibt es neue Ermittlungsergebnisse

Die Tat sorgte für Entsetzen in der Volmegemeinde: Anfang März erstach ein 41-Jähriger seine 18-jährige Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Reeswinkel, die das Paar erst kurz zuvor bezogen hatte. Anschließend stellte er sich in blutverschmierter Kleidung den Polizeibeamten auf dem Präsidium in Hagen und gestand die Tat. Seitdem sitzt der Raumausstatter in Untersuchungshaft. Mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse, unter anderem war während der Tat noch eine dritte Person in der Wohnung.

In dieser Woche erhob der ermittelnde Staatsanwalt Bernd Haldorn (Staatsanwaltschaft Hagen) Anklage wegen Totschlags gegen den 41-Jährigen und gab den Fall zur Bearbeitung damit an das Landgericht Hagen weiter.

Dritte Person involviert

Im Zuge der Ermittlungen in den vergangenen Wochen gab Haldorn auf Anfrage unserer Zeitung zudem zahlreiche neue Erkenntnisse bekannt. So war mit einem 20-jährigen Freund der Getöteten eine dritte Person in die Geschehnisse rund um die Tat zumindest involviert, erklärte Haldorn, der die Stunden vor dem schließlich tödlich geendeten Beziehungsstreit in der Wohnung in Reeswinkel wie folgt rekonstruiert:

In der Nacht von Mittwoch, 9. März, auf Donnerstag, 10. März, fuhr der 20-Jährige die 18-Jährige und ihren Lebensgefährten aus Berlin, der Heimat der Getöteten, mit dem Auto nach Schalksmühle. „Dort wollte die Geschädigte verbliebene Kleidung aus der Wohnung holen“, sagte Haldorn. Dabei sei es schließlich zum Streit gekommen, bei dem der 41-Jährige ein Messer zückte und auf seine Lebensgefährtin einstach.

Während der Tat in der Wohnung

Während der Streitigkeiten war laut Haldorn auch der Freund der Getöteten in der Wohnung in Reeswinkel. An der Tat sei dieser aber völlig unbeteiligt. Der 20-Jährige war es auch, der den Raumausstatter unmittelbar nach den tödlichen Messerstichen zum Polizeipräsidium in Hagen fuhr.

Von dort schickten die Beamten sofort ein Großaufgebot an Polizei und Rettungskräften los, die in der Wohnung aber nur noch den Tod der 18-Jährigen feststellen konnten. Der Leichnam wies mehrere Schnittverletzungen – vorwiegend am Oberkörper – auf.

Blutprobe ist analysiert

Mittlerweile ist auch die Blutprobe, die dem Täter im Präsidium entnommen wurde, analysiert. „Dabei wurden keine Blutalkoholwerte festgestellt, die einen Einfluss auf die Schuldfähigkeit haben“, sagte Haldorn. Wann der Prozess vor dem Landgericht eröffnet wird, konnte der Staatsanwalt gestern noch nicht sagen.

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