Parkendes Auto als Gehweg genutzt

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Noch am Tatort musste sich der 19-Jährige einem Alkoholtest unterziehen.

Schalksmühle - Als zwei Polizisten am 27. März in Schalksmühle gerade eine Anzeige aufnehmen, trauen sie ihren Augen kaum. Ein 19-Jähriger spaziert wie selbstverständlich ganz in ihrer Nähe über ein parkendes Fahrzeug.

Dabei verursacht er durch Lackkratzer von der Motorhaube über das Dach bis zum Kofferraum einen Schaden von mehr als 2000 Euro. Sofort halten die Beamten den Mann fest. Jetzt musste der „Autoläufer“ sich wegen Sachbeschädigung im Amtsgericht Lüdenscheid verantworten.

„Ja, die Geschichte ist so passiert“, gab der 19-Jährige zu. Aufgrund seines Alkoholpegels – eine Messung ergab 1,28 Promille – könne er sich zwar nicht mehr an die Details erinnern. Plötzlich habe jedoch ein Polizeibeamter neben ihm gestanden und ihn gefragt, warum er über das Auto gelaufen sei.

„Warum sollte der Polizist mich anlügen“, erklärte der Angeklagte im Gerichtssaal. Ausgelassen habe er das Osterfest gefeiert. Irgendwann habe er sich nach Hause aufgemacht. An das, was unterwegs geschah, könne er sich nicht mehr erinnern.

Offensichtlich hatte der Angeklagte statt des Fußweges die Straße benutzt. Auch ein auf der Volmestraße geparktes Fahrzeug konnte den 19-Jährigen nicht stoppen. Kurzerhand kletterte er über den Wagen hinweg.

Schon mehrfach auffällig geworden

Der Lüdenscheider stand gestern nicht zum ersten Mal vor einem Richter. In der Vergangenheit war er bereits wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und sexuellen Missbrauchs auffällig geworden. Die meisten Verfahren wurden eingestellt.

Auch jetzt endete die Verhandlung für den 19-Jährigen mit einer vorläufigen Einstellung. 600 Euro muss der Auszubildende an die Staatskasse zahlen. „Das ist die letzte Einstellung“, machte der Richter deutlich. Und: „Wenn sie die 600 Euro nicht zahlen, sehen wir uns hier wieder.“

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