Lkw-Verkehr in der Klagebach: Verkehrszählung entscheidend

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So sieht es derzeit am Kreisverkehr an der Volmestraße aus: Lastwagen, die zur Autobahn 45 wollen, werden die Klagebach hinaufgeleitet – egal, ob sie die A45 in Richtung Frankfurt oder Hagen befahren wollen.

Schalksmühle - Die Anwohner der Klagebach und die Menschen in Heedfeld dürfen sich zumindest geringe Hoffnungen machen, in Kürze deutlich weniger Lastwagenverkehr aushalten zu müssen. Entscheidend werden die Ergebnisse einer einwöchigen Verkehrszählung sein.

Nach dem neuerlichen Vorstoß von UWG-Ratsherr Erhard Fischer bereits im Februar, der in einem offenen Brief an Landrat Thomas Gemke gefordert hatte, nur noch die Lkw via Klagebach Richtung Autobahn-45-Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord zu schicken, die dort in Richtung Frankfurt auffahren wollen, den übrigen Schwerlastverkehr aber über die Bundesstraße 54 durch das Volmetal zur Anschlussstelle Hagen-Süd zu leiten, kommt nun Bewegung in die Angelegenheit.

Der Märkische Kreis führt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schalksmühle an der Klagebach eine einwöchige Verkehrszählung mittels Seitenradar in beiden Fahrtrichtungen, sowie zwischen dem Kreisverkehr Volmestraße und Dahlerbrück in Richtung Hagen durch. Sobald die Ergebnisse vorliegen und ausgewertet sind, soll bei einem Behördentermin über die Anregung Fischers entschieden werden.

Behördentreffen im April

Zuvor hatten Vertreter der Gemeinde, des Kreises, der Stadt Hagen, von Straßen.NRW und der Bezirksregierung Arnsberg bereits am 20. April zu diesem Thema zusammengesessen. „Die Stadt Hagen hat auf die etwa zwei Jahre dauernde Baumaßnahme an der B 54 im Bereich Rummenohl und die damit zu erwartenden erheblichen Verkehrsbehinderungen hingewiesen“, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Kreises, auf Anfrage unserer Redaktion. Zudem, so sei die Meinung der Runde gewesen, benutze ein Großteil der Kraftfahrer ohnehin Navigationsgeräte und orientiere sich weniger an der Straßenbeschilderung.

Auf Basis von Daten aus dem Jahr 2010, damals hatte Straßen.NRW eine Verkehrszählung machen lassen, habe Einigkeit darüber bestanden, die Beschilderung nicht zu ändern. „Jetzt wird aber auf die Ergebnisse der aktuellen Zählung gewartet und auf dieser Basis eine Entscheidung getroffen“, sagt Klein.

Fischer zeigt sich verärgert

Erhard Fischer, von unserer Zeitung über den Sachstand informiert, kann die vorgebrachten Argumente nicht wirklich nachvollziehen. „Wenn die LKW-Fahrer ohnehin nur nach Navigationsgerät fahren, warum bauen wir dann nicht gleich die komplette Beschilderung ab?“, fragt der UWG-Ratsherr verärgert.

Dass die Ergebnisse der Verkehrszählung etwas verändern werden, glaubt Fischer mittlerweile nicht mehr: „Die Verkehrsführung wird bestehen bleiben. Das wird den Betroffenen allerdings nicht plausibel zu vermitteln sein!“

Über den Umweg direkt in den Stau?

Für ihn macht es weiterhin keinen Sinn, die vielen Lkw sich die mehr als 200 Höhenmeter an der Klagebach hinauf und dann weiter durch Heedfeld quälen zu lassen, um dann an der in Fahrtrichtung Hagen für Schwerlastverkehr gesperrten A45-Zufahrt Lüdenscheid-Nord zunächst in Gegenrichtung bis nach Lüdenscheid ausweichen zu müssen. „Von dort aus geht es direkt in den Stau, weil Richtung Hagen ja bereits aktuell und auch in den nächsten Jahren einige Brückenbaustellen den Verkehrsfluss behindern. Das ist zumindest mit meinem Umweltgedanken nicht zu vereinbaren“, schimpft Fischer.

An anderen Stellen im Märkischen Kreis, beispielsweise am Kreishaus Lüdenscheid, am Bräuckenkreuz, in Oberbrügge, Kierspe oder Altena, werde der Schwerlastverkehr bereits erfolgreich geteilt und zu unterschiedlichen Anschlussstellen geleitet. „Warum ist das in Schalksmühle nicht möglich? Zählen die Menschen und die Umwelt an der Klagebach und in Heedfeld weniger als auf Hagener Stadtgebiet?“, fragt Fischer.

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