Kein Rehkitze auf Wiesen in Gefahr

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Gemeinsam durchforsteten 15 Jäger und ihre Helfer insgesamt drei Wiesen an Waldrändern nach Rehkitzen, bevor die Landwirte mit den Mähdreschern anrückten.

Schalksmühle - Wie vor jeder größeren Wiesenmähung wurde der Hegering Schalksmühle- Hülscheid zu drei, insgesamt acht Hektar großen Wiesenflächen zwischen Harrenscheid und dem Gewerbegebiet Ramsloh gerufen. Die Jäger suchten auf den Wiesen nach Rehkitzen, die im schlimmsten Fall durch Mähwerke getötet werden könnten.

Winfried Schindler, Jagdaufseher im Revier Heedfeld, Lauenscheid und Schalksmühle erklärte dazu: „Nach der Geburt werden Rehkitze oft auf waldnahen Wiesen wie diesen hier abgelegt und in den ersten vier Wochen alle paar Stunden von dem Muttertier versorgt. Womit sie allerdings nicht rechnen, ist, dass die Wiesen immer wieder gestutzt werden müssen – das bedeutet Lebensgefahr für die Kitze. Denn durch die bis zu zehn Meter breiten Mähwerke hätten sie, selbst wenn sie schon laufen könnten, keine Chance zu entkommen.“

Deshalb sei für die insgesamt 15 Jäger und Bekannte an diesem Morgen die wichtigste Aufgabe gewesen, die Wiesen nach Rehkitzen abzusuchen und diese zu retten, bevor die Landwirte mit dem Mähen beginnen. So durchforsteten sie unter der Leitung von Winfried Schindler wachsam nebeneinander die Wiesen.

Erstmals wurden die entsprechenden Bereiche dazu noch mit einer Drohne abgeflogen. „Ich überfliege die Wiesenflächen, um mit einer Live-Bild-Übertragung eventuell auch noch Rehkitze zu sehen. Optimal wäre natürlich eine Wärmebildkamera, somit ist dieses Prinzip noch ausbaufähig.“, sagte Nico Reichel der die Drohne gekonnt steuerte.

Dass bei dieser Begehung kein einziges Rehkitz gefunden wurde, sei durchaus ein Erfolg: „Wir sind froh, dass wir heute zwar Ablagestellen, dennoch kein einziges Rehkitz gefunden haben, denn die Rettung dieser Tiere bringt Gefahren mit sich“, erzählte Thimo Lückmann, ebenfalls Jäger im Hegering Schalksmühle-Hülscheid. Beim Versetzen wird das Kitz mit reichlich Gras an den Waldrand gesetzt. Dabei sei wichtig, dass es nicht mit Menschen direkt in Berührung kommt, oder zu weit von der vorherigen Stelle entfernt platziert wird, sonst bestünde die Gefahr, dass das Muttertier sein Rehkitz verstoße.

Im Anschluss fuhren die Tierschutz-Engagierten noch zu einer weiteren Wiese bei Schlöten, dort hatten die Landwirte bereits begonnen die Wiese zu mähen. Aber es wurde auch dort kein Rehkitz aufgefunden. Winfried Schindler: „Wir sind froh, dass die Zusammenarbeit mit den Landwirten wie Bauer Piepenstock so reibungslos funktioniert. Auch wenn es oft nur spontan geht, konnten wir schon viele Rehkitze retten.“

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