Heedfelder sprechen sich für Kreisverkehr aus

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Ortwin Schmidt von der UWG begrüßte etwa 100 Heedfelder zum Bürgergespräch im Gemeindehaus. Von der Gemeindeverwaltung war Ralf Bechtel (vorne, links) dabei.

Heedfeld - Einstimmig pro Kreisverkehr sprachen sich am Donnerstagabend im Heedfelder Gemeindehaus Anwohner und Interessierte beim UWG-Bürgergespräch zur Verbesserung der Verkehrssituation an der Einmündung Heedfelder Straße/Sterbecker Straße aus.

„Ampel oder Kreisverkehr: Wodurch lösen wir das Problem an der Einmündung der Sterbecker Straße in die Heedfelder Straße am besten?“ lautete die Fragestellung, die die UWG in den Raum stellte. Mit rund 100 Besuchern bekundeten die Heedfelder großes Interesse am Bürgergespräch.

„Gut, wenn wir miteinander reden“, meinte Pfarrerin Doris Korte als Hausherrin. „Ich finde die Idee der Bürgerversammlung gut.“ Als Vertreter der Verwaltung war Ralf Bechtel vom Fachbereich Planen und Bauen dabei. „Wir wollen eigentlich keine Lösung vorgeben, sondern hören, was für Sie die beste Lösung ist“, führte Klaus Nelius, Fraktionsvorsitzender der UWG, aus.

12.700 Fahrzeuge pro Tag

Angesichts von 12 700 Fahrzeugen pro Tag wolle Straßen.NRW in Heedfeld tätig werden. Nelius stellte beide Lösungsmöglichkeiten – Ampel und Kreisverkehr – mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen vor. Als Vorteile einer Vollampellösung benannte er die Kosten und die erwartete Sicherheit für Fußgänger, insbesondere Schulkinder. Die geschätzt 150 000 Euro für die Anlage und die Kosten für die Umbaumaßnahmen und Wiederherstellung der Straßen in Höhe von rund 350 000 Euro würde Straßen.NRW übernehmen. Der Gemeinde würden weder Bau- noch Unterhaltungskosten entstehen.

Größter Nachteil einer Ampelanlage wäre, betonte Nelius, dass der Verkehr auf der Heedfelder Straße angehalten werden müsse und daher besonders zu Stoßzeiten mit Rückstaus aus Fahrtrichtung Lüdenscheid zu rechnen sei. Das „Anfahren am Berg“ verzögere den Abfluss.

Zu Stoßzeiten ist es besonders für Linksabbieger schwierig, aus der Sterbecker Straße auf die Heedfelder Straße zu kommen.

Für einen Kreisverkehr als Alternative spreche, dass es praktisch keine Staubildung, zudem Verkehrsberuhigung durch langsameres Fahren gebe. Insbesondere mit Zebrastreifen für Fußgänger sei ein Kreisverkehr ein sicherer Knotenpunkt. Als Nachteile sprach der UWG-Fraktionsvorsitzende die höheren Kosten für die Gemeinde bei der Herstellung (circa 500 000 Euro), den notwendigen Ankauf/Abriss eines im Weg stehenden Gebäudes der evangelischen Kirchengemeinde, jährliche Kosten für die Unterhaltung und Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Fußgängern an. Letztere konnte er anhand von Studien zur Sicherheit von Kreisverkehren ausräumen.

Rückendeckung vom Bezirksbeamten

Rückendeckung erhielt er vom Polizei-Bezirksbeamten Holger Getzlaff, der „glasklar für den Kreisverkehr“ plädierte und von „trügerischer Sicherheit“ an der Ampelanlage in Heedfeld sprach. Viele würden bei Gelb noch einmal aufs Gaspedal drücken.

In der Diskussion führten Befürworter des Kreisverkehrs unter anderem eine zu erwartende Zunahme des Verkehrs aufgrund der Brückensanierung auf der A 45 sowie „massive Probleme mit Lkw im Winter“, die bei Glätte an der Steigung fest hängen würden, an. Auch eine Aufwertung des Höhengebiets durch einen ansprechend gestalteten Kreisverkehr und eine mögliche Unterführung als Problemlösung waren Thema.

Wie Presbyter Hendrik Gräff erklärte, würde die Kirchengemeinde der Lösung Kreisverkehr zustimmen.

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