Heedfeld: Ampel statt Kreisverkehr?

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Besonders während des Berufsverkehrs haben Linksabbieger aus der Sterbecker Straße Schwierigkeiten auf die Heedfelder Straße zu fahren, weil der Verkehr dort zu dicht ist.

Heedfeld - Knapp 13 000 Fahrzeuge befahren täglich die Heedfelder Straße. Besonders zu Stoßzeiten, beispielsweise während des Berufsverkehrs, führt diese Verkehrsdichte in Heedfeld im Kreuzungsbereich Sterbecker Straße häufiger zu Problemen.

Schon seit längerer Zeit wird deshalb immer wieder über den Bau eines Kreisverkehrs an dieser Stelle diskutiert. Auch aus Kostengründen zeichnet sich jetzt allerdings ab, dass statt eines Kreisels die Errichtung einer Ampelanlage wahrscheinlicher ist.

„Der durchschnittliche tägliche Verkehr von 12 700 Fahrzeugen macht im Kreuzungsbereich die Errichtung einer Signalanlage erforderlich, weil die Linksabbieger aus der Sterbecker Straße Schwierigkeiten haben, eine ausreichende Anzahl an Zeitlücken vorzufinden. Allerdings würde an dieser Stelle auch ein Kreisverkehr, in den bis zu 25 000 Fahrzeuge pro Tag einfahren können, funktionieren“, sagt Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr von Straßen.NRW in Südwestfalen, auf Anfrage unserer Redaktion.

Für die Ampelanlage kalkuliert Straßen.NRW, in dessen Zuständigkeit die Heedfelder Straße als Landesstraße 561 fällt, mit Kosten in Höhe von etwa 150 000 Euro, für einen Kreisverkehr liege die Größenordnung bei mindestens 400 000 Euro.

Kreisverkehr nur mit Eigenleistung

„Wir würden die Summe zur Verfügung stellen, die eine Signalanlage kostet, die Kommune müsste sich nicht beteiligen“, sagt Zimmerschied. Soll es ein Kreisel werden, müsste den Differenzbetrag die Gemeinde zahlen, denn Hoffnung auf Fördergelder für dieses Projekt macht sich Zimmerschied derzeit – wenn überhaupt – nur „mir einer sehr langen Wartezeit“.

Die politischen Gremien in Schalksmühle hatten sich mit dem Kreisverkehr zuletzt vor ziemlich genau einem Jahr beschäftigt und eine Verkehrszählung in Heedfeld gefordert. „Auf das Ergebnis dieser Knotenstromzählung warten wir noch“, sagt Ralf Bechtel, Leiter Technisches Bauamt der Gemeindeverwaltung. Laut Zimmerschied ist diese Zählung allerdings noch gar nicht veranlasst. Straßen.NRW warte derzeit ab, ob sich die Gemeinde für die Errichtung einer Ampelanlage oder den Bau eines Kreisverkehrs ausspreche: „Alles passiert in enger Abstimmung, wir setzen das um, was die Gemeinde wünscht.“ Einen besonderen Handlungsdruck gebe es nicht, da es sich bei diesem Kreuzungsbereich nicht um einen Unfallschwerpunkt handele.

Gebäude müsste abgerissen werden

Um den Kreisverkehr (Durchmesser mindestens 25 Meter) bauen zu können, müsste die Gemeinde zunächst ein Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde an der Heedfelder Straße erwerben, und dieses abreißen. „Diese Kosten kämen noch zu den reinen Baukosten hinzu“, erklärt Bechtel. Anders als noch im vergangenen Jahr steht das Gebäude derzeit allerdings nicht leer. Die Gemeinde hat es angemietet und Flüchtlinge darin untergebracht.

Mit dem Bau des Kreisverkehrs müsste übrigens die Fußgängerampel wenige Meter weiter weichen. „Sonst käme es zu Rückstaus im Kreisel“, erklärt Bechtel. Als Querungshilfe würden stattdessen Zebrastreifen dienen. „Als Schulweg wären von dieser Änderung aktuell nur 13 Kinder betroffen, die aus dem Bereich Heedfeld in die Grundschule Spormecke gehen“, sagt Bechtel. Die Gemeinde habe bereits einen Fragebogen vorbereitet, um bei den betroffenen Eltern die Akzeptanz einer Kreisellösung abzufragen.

„Bei einer Ampelanlage bestünde die Möglichkeit, diese nur zu bestimmten Zeiten einzuschalten, den Verkehr ansonsten aber ungestört fließen zu lassen. Auch deshalb geht die Tendenz momentan eher in diese Richtung“, sagt Bechtel, der ankündigt: „Sobald Ergebnisse vorliegen, wird die Verkehrssituation in Heedfeld wieder Thema im Bau- und Planungsausschuss.“

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