Gesprächskreis: Pfarrer Beckmann sieht „Lückenpresse“

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Pfarrer Torsten Beckmann referierte beim Offenen Gesprächskreis am Mathagen.

Schalksmühle - Das „Elend der politischen Korrektheit“ war am Dienstag Thema im Offenen Gesprächskreis der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück im Gemeindezentrum der Kreuzkirche am Mathagen. Pfarrer Torsten Beckmann lieferte ein wütendes Plädoyer gegen „Meinungsdiktatoren und Gesinnungspolizisten“ ab, die seiner Ansicht nach angetreten sind, die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht umzuerziehen.

Die Debattenkultur, so Beckmann, habe in der jüngsten Vergangenheit an Offenheit verloren, denn es gäbe Tabuthemen, von denen all jene offensichtlich lieber die Finger lassen sollten, die sich nicht öffentlich isolieren wollen. Beckmann vertrat die These, dass in der heutigen Gesellschaft die Tendenz seitens Politik und Medien vorherrsche, konservative Ansichten als politisch inkorrekt und radikal darzustellen, radikale linke Ansichten und Bestrebungen jedoch zu verharmlosen, zu vertuschen und kleinzureden. „Warum macht es einen Unterschied, ob ein früherer SS-Mann den Namen Günter Grass oder Horst Tappert trägt?“, fragte Beckmann, und lieferte die Antwort gleich nach. „Der eine war links angehaucht, der andere eher konservativ. ,Derrick’ wird in einigen Ländern nicht mehr ausgestrahlt, Grass bleibt eine Ikone der Linken.“

Kritik übte Beckmann auch an der seiner Ansicht nach linksradikalen Amadeu-Antonio-Stiftung, deren Anti-„Hatespeech“-Kampagnen der Bund über das SPD-geführte Familienministerium finanziere. „Es gibt in dieser Hinsicht auch gewichtige publizistische Helfershelfer“, erklärte der Referent. So sei die Wochenzeitung „Die Zeit“ „eng verbunden mit der Amadeu-Antonio-Stiftung und gemeinsame Initiatorin der Hetzplattform ,Netz gegen Nazis’, die mit ausgewiesenen Linksextremisten kooperiert, um Politiker von CDU und AfD in die braune Ecke zu rücken“, so Beckmann. In diesem Zusammenhang kritisierte der Referent die Presse im allgemeinen: „Die meisten Journalisten in Deutschland denken politisch links, und deren Vorlieben spielen natürlich auch in der Berichterstattung eine Rolle.“ Er wolle nicht von „Lügenpresse“, aber von „Lückenpresse“ sprechen, so Beckmanns Resümee.

Im Anschluss an allgemeine Ausführungen über die Ursprünge der „political correctness“ in den USA sowie das für und wieder darüber, was von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen als politisch korrekt angesehen wird und was nicht, wandte sich Beckmann im zweiten Teil einer zornigen Kritik am „Gender Mainstreaming“ zu, bei dem zwischen dem biologischen und dem sozialen Geschlecht eines Menschen unterschieden wird. Die Genderforschung, die laut Beckmann an vielen Universitäten „indoktrinierenden Blödsinn“ produziere, stellte der Referent als einen besonders perfiden Auswuchs der politischen Korrektheit dar, die von nahezu allen politischen Parteien unterstützt und gefördert werde. „Gender Mainstreaming ist ein Kampf gegen die Wirklichkeit, antidemokratisch und autoritär“, so die Ansicht Beckmanns.

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