Flüchtlingsunterkünfte auf Jahnsportplatz fast bezugsfertig

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Mitglieder der CDU-Fraktion besichtigten mit Ralf Bechtel die Flüchtlingsunterkünfte auf dem Jahnsportplatz. Zwischen den Häusern gibt es asphaltierte Wege.

Schalksmühle - Die Flüchtlingsunterkünfte auf dem Jahnsportplatz sind so gut wie bezugsfertig. Am Donnerstagnachmittag machten sich die Mitglieder der CDU-Fraktion ein Bild von der Einrichtung und informierten sich bei Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter technisches Bauamt der Gemeinde, über die baulichen Details, die sich deutlich von vielen vergleichbaren Einrichtungen unterscheiden.

Zwar fehlen noch die Stufen vor den Eingangstüren und noch sind nicht alle Installationsarbeiten abgeschlossen, aber ein wesentliches Bild der Unterkünfte konnten sich die Politiker bereits machen. Schon jetzt gebe es immer wieder Anfragen von anderen Kommunen, die sich danach erkundigen, berichtete Bechtel. Und auch von den Politikern gab es Lob für das Vorgehen der Gemeinde, keine Container in Fertigbauweise aufstellen zu lassen, sondern heimische Unternehmen mit der Errichtung von Häusern in Holzrahmenbauweise zu beauftragen.

Entstanden sind 16 Häuser mit jeweils 50 Quadratmetern an Fläche mit einem „einfachen, pragmatischen Grundriss“, wie Bechtel betonte. Es gibt jeweils einen zentralen Wohnraum mit Kochzeile, Badezimmer und drei Schlafräume. Vorrangig sollen die Wohnungen für Familien genutzt werden, dabei könnten bis zu zwei Personen pro Schlafraum untergebracht werden. Sollten alleinstehende Flüchtlinge auf dem Jahnsportplatz untergebracht werden, würden sie einen Schlafraum allein bekommen.

Die Rahmenbauweise habe viele Vorteile beispielsweise im Vergleich zu typischen Blockhäusern oder Containern. Die Dämmung sei erheblich besser, was sich nicht nur auf den Komfort, sondern auch auf die Unterhaltungskosten auswirken werde. Die Fenster verfügen zumindest in den Schlafräumen und Badezimmern über Jalousien. Das gesamte Areal werde über eine Nahwärmezentrale beheizt und mit warmem Wasser versorgt. Sollte diese nicht mehr benötigt werden, bestehe sogar die Möglichkeit, Einfamilienhäuser mit Energie zu versorgen, erklärte Bechtel einen weiteren Nachhaltigkeitseffekt.

Die Idee der Gemeinde, sich nicht an dem Run auf die zentralen Anbieter von Wohncontainern zu beteiligen, bei denen die Kosten stetig steigen, sondern individuelle Angebote einzuholen, habe sich in vielerlei Hinsicht bewährt. Die Unterkünfte seien in Qualität und Komfort deutlich besser, die Kosten seien niedriger gewesen und das Geld sei fast ausschließlich an Betriebe der Region geflossen, weil diese bei der Ausschreibung die besten und vor allem auch reelle Angebote abgegeben hätten. Selbst das Holz für die Häuser stamme aus der Region. Lediglich Mobiliar und Elektrogeräte wurden andernorts beschafft. Rund eine Million Euro hat die Errichtung der Häuser inklusive des Mobiliars gekostet, erklärte Bechtel. Zwei Millionen Euro für Flüchtlingsunterkünfte waren bei der Haushaltsplanung für dieses Jahr vorgesehen worden.

Voraussichtlich Ende des Monats könne die Abnahme der gesamten Unterkunft erfolgen, sagte Bechtel. Sollte es zu einem plötzlichen Bedarf wegen neuer Zuweisungen von Flüchtlingen nach Schalksmühle kommen, könnten einzelne Häuser theoretisch aber schon innerhalb von zwei Tagen bewohnbar gemacht werden.

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