Delegation von Wald und Holz besichtigt Sammelunterkunft

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Samuel Esterle (Esterle Holzbau/von links), Jörn Hevendehl (stv. Leiter Regionalforstamt Märkisches Sauerland), Andreas Wiebe (Leiter Wald und Holz NRW), Ralf Bechtel (Fachbereich Planen und Bauen der Gemeinde), Markus Gumpricht (Mitarbeiter Regionalforstamt Märkisches Sauerland), Bernd Josef Schmitt (Leiter Regionalforstamt Märkisches Sauerland) und Andreas Voß (Mitarbeiter Wald und Holz NRW) besichtigten in dieser Woche die Sammelunterkunft auf dem Jahnsportplatz.

Schalksmühle - Eine Delegation des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen um Leiter Andreas Wiebe besichtigte in dieser Woche die Sammelunterkunft für Flüchtlinge auf dem Jahnsportplatz. Wiebe sprach sich dafür aus bei der Unterbringung von Flüchtlingen auch in anderen Kommunen auf Holzbau zu setzen.

In der nächsten Woche sollen die letzten Arbeiten rund um die Sammelunterkunft für Flüchtlinge auf dem Jahnsportplatz an der Bergstraße abgeschlossen werden. Die zwölf Holzhäuser in Rahmenbauweise mit Platz für insgesamt maximal 96 Menschen wären dann bezugsfertig. Wann die ersten Einheiten belegt werden, ist allerdings weiterhin nicht abzusehen. Zuweisungen von Flüchtlingen durch die Bezirksregierung Arnsberg hat Schalksmühle in diesem Jahr bislang keine Erhalten. Aber auch in noch leer stehendem Zustand ist auf dem Jahnsportplatz schon einiges los.

Zuletzt schaute sich die CDU Schalksmühle die Unterkunft an, in dieser Woche besichtigte auch Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, mit einer Delegation die Holzbau-Flüchtlingsunterkünfte.

Und das nicht ohne Grund: Wiebe sieht bei der Errichtung der insgesamt knapp eine Millionen Euro teuren Sammelunterkunft die regionale Wertschöpfungskette des Baustoffes Holz hervorragend umgesetzt. Das in den heimischen Wäldern geerntete Holze werde in den nahegelegenen südwestfälischen Säge- und Spanplattwerken industriell zu modernen Holzbaustoffen verarbeitet. Aber nicht nur die hiesigen Waldeigentümer und Holzbetriebe profitieren laut Wiebe. Meist seien es die örtlichen Zimmereibetriebe, die aus den industriell hergestellten Holzelementen so in kürzester Bauzeit Gebäude errichten.

Auch die Waldbesucher profitieren indirekt durch den modernen Holzbau, erweitert Forstamtsleiter Bernd Schmitt vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland in Lüdenscheid den Blickwinkel dieses Projekts. Nur durch den Verkauf des Holzes sei es den Waldeigentümern möglich, auch wieder Geld in das Wegenetz zu investieren, so Schmitt.

„Wir haben zu viel Holz im Wald“

„Insgesamt bauen wir bislang leider zu wenig mit unserem heimischen und nachwachsenden Rohstoff. Zumal wir zu viel Holz, vor allem Laubholz, im Wald haben“, erklärt Wiebe, für den die Holzbauweise auch aus Klimaschutzgründen Vorteile mit sich bringt. „Bei einer Lösung, wie sie beispielsweise hier in Schalksmühle gewählt worden ist, bleibt das gebundene Kohlenstoffdioxid weiterhin im Holz gespeichert. Zudem wirkt der Substitutionseffekt: Die gesamte Energie, die sonst für die Produktion zum Beispiel eines Stahlcontainers aufgebracht werden müsste, wird eingespart“, sagt Wiebe.

Ralf Bechtel (Zweiter von links) führte die Wald-und-Holz-Delegation um Andreas Wiebe (Dritter von links) durch eines der Holzhäuser und erläuterte das Projekt.

Jörn Hevendehl, stellvertretender Forstamtsleiter für den Bereich Märkisches Sauerland, belegt diese Aussagen mit eindrucksvollen Zahlen. Rund 200 Kubikmeter Holz seien für die Sammelunterkunft verbaut worden. In diesen werde Kohlenstoffdioxid von 200 Tonnen gespeichert. „Weitere 50 Tonnen werden durch den Substitutionseffekt eingespart. Insgesamt entspricht die Menge des gebundenen und eingesparten CO2 1,5 Millionen Pkw-Kilometern“, sagt Hevendehl. Somit partizipiere und profitiere also die gesamte Bevölkerung an und von Holzbauprojekten.

Wie Samuel Esterle, Inhaber der gleichnamigen Holzbaufirma aus Halver, die die Hütten fertigte und aufstellte, erklärte, es sei für eine Folgenutzung problemlos möglich, jedes der aus zwölf Einzelteilen bestehende Haus zu demontieren und an anderer Stelle wieder aufzubauen. In der Hochzeit der Flüchtlingswelle hätten auch andere Kommunen wie Meinerzhagen oder Lemgo wegen einer Sammelunterkunft nach Schalksmühler Vorbild angefragt, warteten aber aktuell zunächst die weitere Entwicklung ab.

Wiebe zeigte sich aber überzeugt, dass die Holzbauweise bei der Schaffung von neuem Wohnraum im Bereich des Mietwohnungsbaus im Zuge der Nachverdichtungswelle ganz bald ein großes Thema werden dürfte, da eine modulare Bauweise viele Vorteile habe.

„Die Holzbauweise ist klimaschonend, flexibel und kostengünstig. Also eine super Lösung, die man sofort erfinden müsste, wenn es sie nicht längst gebe“, sagte Wald-und-Holz-Leiter Andreas Wiebe abschließend.

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