Archivarin Nina Koch digitalisiert Schalksmühler Namensregister

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Nina Koch ist Archivarin und unter anderem für die Gemeinde Schalksmühle zuständig. Eineinhalb Jahre benötigte sie, um die Namen aus allen zugänglichen Registern zu digitalisieren – nun können sie von jedem im Internet eingesehen werden.

Schalksmühle - Seit 1874 werden in Schalksmühle und Umgebung Personenstandsregister geführt – sie umfassen die Namen derer, die innerhalb einer Kommune geboren wurden, heirateten oder starben. Archivarin Nina Koch hat die Namensverzeichnisse für Schalksmühle nun digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht.

Um an konkrete Informationen zu gelangen, mussten stets zahlreiche Namensregister gewälzt werden. „Die Bücher mussten erstmal auf dem Dachboden rausgesucht und durchgesehen werden“, sagt die Archivarin der Gemeinde Schalksmühle, Nina Koch, die dieser mühseligen Arbeit kurzerhand ein Ende bereitet hat. Ob der gesuchte Name überhaupt in einem der Register gefunden wird, war oft gar nicht klar – eine häufig erfolglose Suche.

Von Sütterlin ins digitale Archiv

Eineinhalb Jahre hat Koch gebraucht, um alle Namen der Register zu erfassen. Nun sind sie über die Homepage der Gemeinde Schalksmühle zu finden – alphabetisch sortiert. „Wenn es auch viel Arbeit war, ist es jetzt eine deutliche Arbeitserleichterung.“ Und für die Erhaltung der Bücher sei es ebenfalls besser. Neben der mühseligen Suche gab es auch einige Hindernisse beim durchstöbern der Bücher: „Das Standesamt Schalksmühle hat erst in den 50er-Jahren eine Schreibmaschine erhalten“, weiß Koch. Bis dahin wurden alle Register handschriftlich erfasst – in alter Kurrent- und Sütterlinschrift. Die Archivarin lernte diese im Rahmen ihrer Ausbildung, für Besucher allerdings erschwerten sie die Suche meistens erheblich.

Nun sind die Namensregister digital im Archiv von NRW zu finden. Dabei sind aber nur die Namen der Geborenen oder Verstorbenen, der Geburtsort und die -zeit sowie Ehepartner aufgelistet. „Für nähere Informationen muss nach wie vor das Archiv in Schalksmühle aufgesucht werden.“ Über die Liste könne jeder vorab prüfen, ob der gesuchte Name überhaupt in einem Register auftaucht. Außerdem ist die Urkundennummer mit angegeben, so dass das zugehörige Buch direkt zu finden ist.

Unbedingt beachtet werden müssten jedoch die sogenannten Fortführungsfristen. Denn nicht alle Register sind derzeit zugänglich – es gibt Fristen, innerhalb derer sie beim Standesamt aufbewahrt werden müssen. Dabei gehe man bei allen Registern in etwa von der möglichen Lebenszeit der Menschen aus. Bei Geburtsregistern beträgt die Frist 110 Jahre, bei Heiratsregistern 80 und bei Sterberegistern 30 Jahre. „Es kann immer sein, dass etwas eingetragen werden muss – wenn man Kinder bekommt oder heiratet – oder aber auch noch nach dem Tod“, sagt Koch.

Erste Register in Schalksmühle ab 1903

Da Schalksmühle bis 1912 ein Ortsteil von Halver war und erst seit 1903 ein eigenes Standesamt erhielt, sind die ersten Register ab 1903 erfasst. Am häufigsten würden die Sterberegister eingesehen: „Das hat oft was mit Erbschaft zu tun.“

Neben den Namensregistern sind im digitalen Archiv auch weitere Verwaltungsunterlagen der Gemeinde Schalksmühle zu finden. „Das ist ein bisschen google-mäßig – man kann konkret suchen und den Bestand prüfen. Dann sieht man direkt, ob man das Passende vor Ort finden kann“, sagt Koch.

Ein Link zu den Archiven ist auf der Homepage der Gemeinde Schalksmühle unter www.schalksmuehle.deoder direkt unter www.archive.nrw.deunter der Rubrik Kommunalarchive und Informationen für Benutzer zu finden.

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