Arbeiten entlang der Strecke der Volmetalbahn sorgen für Ärger

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Tagsüber ruhen die Arbeiten zur Felssicherung. Der Bahnverkehr soll möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Schalksmühle - Eine unruhige Woche, in der nachts an Schlaf häufig kaum zu denken war, liegt hinter einigen Anwohnern im Strücken. Grund sind Arbeiten zur Felssicherung entlang der Strecke der Volmetalbahn, die eine Fachfirma derzeit in Nachtarbeit im Auftrag der Deutschen Bahn durchführt.

Die Arbeiten beginnen um ein Uhr in der Nacht, wenn der letzte Zug die Strecke befahren hat, und enden am Morgen um fünf Uhr, bevor die Bahn den Betrieb auf dieser Strecke wieder aufnimmt.

„In dieser Zeit ist es nicht möglich zur Ruhe zu kommen“, erzählt ein Anwohner im Gespräch mit unserer Zeitung. In der Nacht von Sonntag auf Montag habe er bei Lärmmessungen in seinem Schlafzimmer in Spitzen einen Pegel von 79 Dezibel registriert.

Zum Vergleich: Eine Kreissäge in Betrieb liegt bei etwa 90 Dezibel. Verursacht wurde der Lärm hauptsächlich durch Bohrungen in den Fels. In die Bohrlöchern werden Eisenstangen verankert, an denen später die Netze zur Hangsicherung befestigt werden.

Massive Beschwerden bei der Fachfirma

Nach massiven Beschwerden von Anwohnern bei der Fachfirma wurde zwar auch in der Nacht von Montag auf Dienstag gearbeitet, die Bohrungen, die neben Lärm auch eine heftige Staubentwicklung verursachten, ruhten allerdings. Nach Anwohneraussagen seien die weiteren Bohrungen auf den Zeitraum vom 7. bis 23. Oktober verschoben worden, wenn die Bahnstrecke noch einmal für gut zwei Wochen komplett gesperrt wird, um auch am Tage arbeiten zu können.

Eine Bestätigung darüber und Aussagen zu einer möglichen Auswirkung auf die Dauer der Streckensperrung waren bis Redaktionsschluss von der Deutschen Bahn nicht zu erhalten. Auf Anfrage erklärte die Pressestelle bislang nur, Anwohner-Beschwerden seien nicht eingegangen.

„Uns ist klar, dass diese Arbeiten nicht leise sind, dennoch bitten wir um Verständnis, weil sie aus Sicherheitsgründen erforderlich sind“, sagte ein Bahnsprecher. Generell sei man bemüht die Nacharbeit so gering wie möglich zu halten und habe die betroffenen Anwohner frühzeitig informiert.

„Ich habe bis heute keine Information erhalten“, beteuert dagegen ein Anwohner, der seit Jahrzehnten an der Strecke der Volmetalbahn wohnt. Arbeiten an und entlang der Gleise habe man sonst immer klaglos akzeptiert. „Aber eine Störung der Nachtruhe in dieser Form haben wir hier noch nicht erlebt“, erklärt er.

Kreis genehmigt Nachtarbeit

Möglich wird die Nachtarbeit durch eine Ausnahmegenehmigung nach dem Landesimmissionsschutzgesetz, die der Märkische Kreis bewilligt hat, weil es sich bei der Hangsicherung an der Bahnstrecke um eine Maßnahme von öffentlichem Interesse handelt.

„Bei dieser Art von Genehmigung gibt es keinen Lärmgrenzwert, den die Firma, die schon öfter im Auftrag der Deutschen Bahn gearbeitet hat, einhalten muss“, sagte Hendrik Klein, Pressesprecher des Kreises, auf Anfrage.

Die Genehmigung gelte bis zum 22. Oktober und erlaubt den Einsatz von zwei Baggern, einem Kompressor und einer Bohrlafette. Anschließend sollen die Arbeiten beendet sein und der Zugverkehr der Volmetalbahn wieder aufgenommen werden. „Die Arbeiten liegen im Plan“, bestätigte der Bahn-Sprecher.

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