Ampelanlage oder Kreisverkehr in Heedfeld?

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Sollte die Entscheidung zugunsten eines Kreisverkehrs ausfallen, müsste das Haus Heedfelder Straße 6 abgerissen werden.

Heedfeld - Soll an der Kreuzung Heedfelder Straße/Sterbecker Straße eine Ampelanlage installiert oder ein Kreisverkehr gebaut werden? Anfang Juli hatten sich Bürger und Politiker im Rahmen eines Bürgergesprächs der UWG zuletzt mit dieser Frage beschäftigt.

Jetzt hat die Gemeindeverwaltung erneut mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW Gespräche über Möglichkeiten zur Finanzierung eines Kreisverkehres geführt.

„Für Kreisverkehre gibt es ein Priorisierungsverfahren“, teilte Ralf Bechtel vom Fachbereich Planen und Bauen der Schalksmühler Verwaltung auf Nachfrage mit. „Die Priorität für solch ein Vorhaben ist umso höher, je größer das Verkehrsaufkommen ist“, so Bechtel.

Eine Zählung des Landesbetriebs habe ergeben, dass in beiden Richtungen insgesamt gut 12 000 Fahrzeuge täglich die Heedfelder Straße befahren. Dazu kommen einer Zählung der Gemeinde zufolge rund 3000 Fahrzeuge, die täglich aus der Sterbecker Straße aus- beziehungsweise auf diese Straße einbiegen – besonders für diese Autos ist die aktuelle Situation während des Berufsverkehrs oder anderen Stoßzeiten schwierig.

Diese Zahlen erfasse Straßen.NRW für alle Kreisverkehr-Anfragen und entscheide anschließend, ob und wann der Landesbetrieb ein Vorhaben finanziert. Er rechne noch im Laufe dieses Jahres mit einer entsprechenden Mitteilung, sagte Bechtel. „Allerdings könnte auch darin stehen, dass das Land erst in zehn oder zwölf Jahren die Kosten übernimmt“, gab der Verwaltungsmitarbeiter zu bedenken. In diesem Fall müsste die Politik darüber entscheiden, ob die Gemeinde den Kreisverkehr doch selbst finanziert oder stattdessen eine Ampelanlage vorzuziehen ist.

Zur Erinnerung: Die Kosten für eine Ampelanlage schätzt Straßen.NRW auf etwa 150 000 Euro. Diese Kosten würde der Landesbetrieb komplett übernehmen, da die Heedfelder Straße (L 561) in seinen Zuständigkeitsbereich fällt. Ein Kreisverkehr würde mit rund 500 000 Euro zu Buche schlagen. Diese Summe zahlt das Land nur dann vollständig, wenn das Schalksmühler Projekt weit genug oben auf der genannten Prioritätenliste steht – und die Gemeinde lang genug wartet.

Für Kreisel müsste Haus abgerissen werden

Soll das Projekt früher umgesetzt werden, muss die Gemeinde einen Eigenanteil zahlen. Straßen.NRW würde in diesem Fall nur den Betrag zuschießen, den es für eine Ampelanlage aufbringen müsste. Das wären allerdings wohl nicht nur die Kosten für die Ampel selbst, sondern zusätzlich die Summe, die für Umbaumaßnahmen und Wiederherstellung der Straßen anfallen würden. Fällt die Entscheidung zugunsten des Kreisverkehrs aus, müssen Land oder Gemeinde außerdem in Verhandlungen mit der evangelischen Kirchengemeinde treten. Denn um einen Kreisel errichten zu können, müsste das Haus Heedfelder Straße 6, das der Kirchengemeinde gehört, abgerissen werden.

Bechtel: „Das Haus steht quasi leer“

Dass darin Flüchtlinge untergebracht sind, wie im Frühjahr berichtet wurde, sei jedoch eine Fehlinformation gewesen, stellte Ralf Bechtel klar. „Das Haus steht quasi leer und ist in keinem guten Zustand“, sagte der Verwaltungsmitarbeiter. Die Kirchengemeinde habe im Rahmen des UWG-Bürgergespräches schon ihre Zustimmung signalisiert, das Gebäude zu verkaufen.

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