Abschied von einem Urgestein

Professor Harald Hoeren (Cembalo), Professor Günther Höller (Flöte) und Alexander Schmitt (Bariton) begeisterten das Publikum mit Kompositionen aus der Zeit des Barocks. ▪
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Professor Harald Hoeren (Cembalo), Professor Günther Höller (Flöte) und Alexander Schmitt (Bariton) begeisterten das Publikum mit Kompositionen aus der Zeit des Barocks. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Abschied bei der „Musik alter Meister“. Viele der Besucher, die sich am Sonntag in der Kreuzkirche am Mathagen einfanden, wollten in diesem Jahr nicht allein der barocken Musik lauschen, sondern ein Urgestein der Konzertreihe verabschieden. Professor Günther Höller, Initiator und Mitbegründer der beliebten „Musik alter Meister“, stand dort ein letztes Mal auf der Bühne.

Mit stehenden Ovationen bedachten die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche die letzten Solobeiträge des Pioniers für die Blockflötenmusik. Mit einem Trio in g-moll von Antonio Vivaldi präsentierte Höller noch einmal den warmen weichen Klang der Flöte und bewies zum wiederholten Male seine große Virtuosität auf dem Instrument.

Für das vielseitige Programm des Abends war in diesem Jahr bereits Höllers Nachfolger Professor Harald Hoeren zuständig. Der Spezialist für historische Tasteninstrumente zeigte eindrucksvoll, was in seinem Cembalo steckte. Bei der Französischen Suite Nr. 5 in G-Dur von Johann Sebastian Bach zog Hoeren die verschiedenen Register seines Instrumentes und entlockte ihm mit großer Fingerfertigkeit mal nachdenkliche, mal heitere Töne. Sein Instrument beeindruckte nicht nur durch den Klang, sondern auch durch die kunstvolle Malerei auf der Innenseite des Flügels. „Dies ist zwar ein modernes Instrument, doch zu Zeiten des Barocks waren solche Gemälde oder Inschriften durchaus üblich“, erklärte der Professor.

Mit zwei Kantaten erfreute Bariton Alexander Schmitt die Zuhörer. Nur zwei Tage nach Epiphanias passte die Kantate am Feste der heiligen drei Könige von Georg Philipp Telemann bestens ins Programm. „Ihr Völker hört, wie Gott aufs Neue spricht: Es werde Licht!“ heißt es darin. Zum Beginn des neuen Jahres wünschte Pfarrer Torsten Beckmann in diesem Zusammenhang ein helles, von Gott erleuchtetes Jahr 2012.

Ein weniger geistliches Thema behandelte die zweite Kantate des Abends. In „Della Guerra amorosa“ von Georg Friedrich Händel dreht sich alles um den Kampf der Liebe. Alexander Schmitt gab eine kurze Einführung zu dem italienischen Text, bevor er mit seiner warmen Baritonstimme das heitere Stück vortrug.

Einen wenig bekannten Barockkomponisten stellte Violinistin Annette Wehnert in ihrem Solopart vor. Bei der technisch sehr anspruchsvollen Sonate B-Dur von Francesco Maria Veracini zeigte sie allerdings teilweise Schwächen bei der Bogenführung. Für eine sichere Begleitung aller Stücke sorgte Imola Gombos am Violoncello und der Viola da gamba. Bei der Sonate e-Moll von Telemann konnte sie mit diesem historischen Instrument auch als Solistin überzeugen. ▪ rit

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