Cyber-Mobbing macht Schüler krank

Interessiert hörten die Sechstklässler zu, was Susanne Bisterfeld ihnen erzählte. Dass Beleidigungen in sozialen Netzwerken keinesfalls als Kleinigkeiten abzutun sind, war den Kindern danach klar. -  Foto: Beil

Meinerzhagen - Die Beschimpfungen, die Schüler in sozialen Netzwerken im Internet manchmal über sich ergehen lassen müssen, mag Lehrer Heiner Schwarz vom Evangelischen Gymnasium nicht wiedergeben, so schlimm sind die Beleidigungen.

Cyber-Mobbing kommt – wenn auch selten – laut Schwarz auf dem Bamberg durchaus vor. Und daher lautet die Devise dort: „Wehret den Anfängen.“

Aus diesem Grund gibt es an der Schule schon seit etwa fünf Jahren den Cyber-Mobbing-Workshop, der auch am Donnerstag wieder stattfand. Heiner Schwarz ist Erprobungsstufenleiter und zuständig für Intervention und Prävention in Sachen Mobbing. Er hatte zum Workshop Susanne Bisterfeld, Leiterin der Awo-Familienberatungsstelle in Meinerzhagen, eingeladen. Der Fachfrau gegenüber saßen die Kinder der sechsten Klassen.

„Cyber-Mobbing geschieht rund um die Uhr. Und generell gilt: Was zwei Stunden im Netz steht, lässt sich nicht mehr löschen. Doch man kann herausfinden, wer der Absender ist. Und die Dinge, über die wir heute sprechen, sind strafbar“, erklärte Susanne Bisterfeld den Schülerinnen und Schülern. Die hörten interessiert zu und stellten Fragen – und nach dem etwas anderen Unterricht waren die Kinder für die Probleme durch Cyber-Mobbing sensibilisiert.

Genau das bezweckt Heiner Schwarz mit dem Workshop. Er erläuterte aus seinen Erfahrungen: „Handys und vor allen Dingen das Netzwerk Whats App werden seit Jahren intensiv genutzt und auch zum Mobbing von Schülern missbraucht. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit der Awo-Beratungsstelle zusammenarbeiten. Und auch die Kreispolizei ist mit dabei. Das Kommissariat Prävention hat bei uns eine Veranstaltung für Eltern durchgeführt.“

Das Hauptproblem, so Schwarz, seien kleinere Whats-App-Gruppen, Facebook spiele eher eine untergeordnete Rolle. „Wir verfolgen jeden Fall von Mobbing, der uns bekannt wird. Schließlich leiden die Betroffenen sehr darunter. Das hat bei uns zwar noch nicht dazu geführt, dass wir Suizid-Ankündigungen hatten. Krankschreibungen von Schülern, die unter dem Mobbing so gelitten haben, dass sie sich in psychologische Behandlung begeben mussten, gab es aber auch an unserer Schule.“

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