Ehepaar Jendral legt an Knochenmühle Rast ein

Zwischenstopp an der Knochenmühle. Auf ihrem Weg von Selfkant bis Görlitz stattete das Ehepaar Jendral der Knochenmühle in Mühlhofe einen Besuch ab. Rudi Lahme (Bildmitte) führte durch die Anlage. - Fotos: Helmecke

Mühlhofe - Sie bilden seit 1999 den „Zipfelbund“. In diesem Jahr schlossen sich die vier Städte Selfkant, List auf Sylt, Oberstdorf und Görlitz zu einer Städtepartnerschaft der besonderen Art zusammen.

Ihre Gemeinsamkeit: Alle liegen an den äußersten „Ecken“ Deutschlands. Flensburg und Füssen im Norden beziehungsweise Süden. Selfkant und Görlitz nehmen diese geografischen Positionen im Westen und im Osten der Republik ein.

Das Ehepaar Gisela und Egon Jendral indes beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den „Strecken dazwischen“. Mehr als 50 Jahre teilt das Paar aus Kirchhellen die Leidenschaft des Wanderns und war dadurch kreuz und quer in Deutschland unterwegs.

Eine Idee aus dem Jahr 2009 brachte dann eine gewisse Ordnung in das Wanderleben. Der 78-Jährige und seine vier Jahre jüngere Frau planten eine von Flensburg bis nach Füssen. In mehreren Etappen, jeweils 14 Tage im Frühjahr und im Herbst, sollte die rund 1000 Kilometer Luftlinie lange Strecke bewältigt werden. Wegen einiger interessanter „Umwege“ waren es am Ende gut 1700 Kilometer.

Im Oktober des vergangenen Jahres starteten beide nun einen weiteren „Wandermarathon“. In Selfkant ging es, nach einem Besuch des dortigen Bürgermeisters Herbert Corsten, auf in Richtung Osten. Rund 1000 Wanderkilometer – aufgeteilt in fünf Etappen voller Natureindrücke und spannender Begegnungen – sollen bis zum Herbst 2017 erwandert werden. Dann wollen die Jendrals in Görlitz ankommen. Dort werden sie dem Amtskollegen des Bürgermeisters den an ihn gerichteten Brief überreichen.

„Wir haben Herrn Corsten gleich gesagt, dass es mit der Zustellung etwas dauern kann“, erzählt das Ehepaar schmunzelnd beim Besuch der Knochenmühle. Nach der Kontaktaufnahme mit den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Knochenmühle hatten sich diese sofort zu einer Sonderbesichtigung bereiterklärt. Und so hatte das Wanderpaar nach einer Übernachtung im Hotel Wirth nicht nur die Zeit zum Gespräch mit der MZ vor Ort, sondern auch zur intensiven Betrachtung der Knochenmühle und der zahlreichen Ausstellungsstücke.

„Von hier aus geht es weiter bis ins hessische Guxhagen“, so Egon Jendral. Akribisch bereitet er die en vor und plant nicht nur die Streckenverläufe, sondern auch im Vorfeld die Übernachtungen. Nicht geplant sind natürlich die zahlreichen Eindrücke und Bekanntschaften. Über diese Erlebnisse wird im Tagebuch alles vermerkt und natürlich gehören auch die vielen Fotos über alles Sehenswerte mit zum Wanderalltag der Jendrals.

Während die Eheleute bereits am Samstag in die Knochenmühle „eintreten“ konnten, müssen sich die anderen Interessenten des historischen Baudenkmals noch etwas gedulden. Am Pfingstmontag, 16. Mai, dem alljährlichen, bundesweiten Mühlentag, ist es dann aber soweit. Ab 11 Uhr klappert dann die alte Mühle quasi am rauschenden Bach. Stündliche Vorführungen der alten Knochenstampfe, die Schusterwerkstatt und andere Exponate, aber natürlich auch der Markt auf dem Mühlengelände, laden dann zum Besuch ein.

Rund 20 Standbetreiber haben für diesen bereits ihre Teilnahme zugesagt. Entsprechend vielseitig wird das Angebot sein und wie in den vergangenen Jahren Einblicke in alte Handwerke und Haushaltstechniken bieten. Und eigentlich überflüssig zu erwähnen: Schmackhaftes und Erfrischendes um den Hunger und den Durst zu stillen, ist mit dabei. - jjh

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