Daten vom „Patienten“ Wald - Zustandserhebung startet

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„Trockenheit ist in diesem Jahr wohl nicht das ganz große Problem“: Lutz Falkenried, Andreas Wiebe und Staatssekretär Horst Becker (von links) erlebten im Forstrevier Beckerhof „Sauerländer Wetter“.

Meinerzhagen - Hoher Besuch im tiefen Wald: Der parlamentarische Staatssekretär Horst Becker war am Dienstag nach Meinerzhagen gekommen – unter anderem, um bei strömendem Regen im Forstrevier Beckerhof bei Schürfelde festzustellen: „Trockenheit ist in diesem Jahr wohl nicht das ganz große Problem.“

Doch nur um dieses Fazit zu ziehen, war der prominente Besucher nicht angereist. Der eigentliche Grund der Stippvisite war der „Start der Erhebung zum Waldzustandsbericht in Nordrhein-Westfalen“. Zusammen mit dem Staatssekretär hatten sich auch hohe Beamte des Landesbetriebes Wald und Holz NRW im Ebbe eingefunden, unter anderem Leiter Andreas Wiebe und Lutz Falkenried, Chef der NRW-Waldstanderhebung.

Und wie geht es dem Wald? Auch wenn die Ergebnisse der Erhebung 2016 natürlich noch nicht feststehen, kommt „Wald und Holz“ zu dem Ergebnis: „Der Gesundheitszustand des NRW-Waldes hat sich im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren verbessert.“ Zur weiteren Gesundung trug auch der Regen bei, der beim Pressetermin in Beckerhof jedenfalls reichlich fiel.

Dass es dennoch massive Probleme – auch im Ebbe und im ganzen Sauerland – gibt, das machten die Experten gestern deutlich: „Es sind der Klimawandel und seine Folgen, die dem Wald besonders zusetzen.“ Tendenziell nehme die Niederschlagsmenge im Sommer immer mehr ab, zudem würden Fraßinsekten und Pilze den geschädigten Bäumen immer mehr zusetzen, erläuterte Falkenried. Wiebe ergänzte am Beispiel einer Ulme am Wegesrand: „Wir stehen hier an der vordersten Front, was die Erkrankung der Wälder angeht. Hier sehen wir das Eschentriebsterben. Es ist so, dass wir kaum noch junge Eschen hoch bekommen. Verantwortlich ist der Pilz mit dem Namen weißes Stängelbecherchen – eine wohl aus Asien eingeschleppt Art.“ Und auch den Eichen geht es nicht gut. Durch den Klimawandel stehen sie unter Stress. Schädlinge – selbst Profiteure der höheren Temperaturen – haben leichteres „Spiel“. „2015 wiesen 40 Prozent der Eichen schwere Schäden auf“, erläuterte Wiebe.

„Unsere Forstleute müssen sich jetzt um den Wald von übermorgen kümmern, damit sich die Menschen auch im nächsten Jahrhundert noch im Wald erholen und eine artenreiche Natur erleben können. Die von unseren Forschern laufend aktualisierten Daten der Waldzustandserhebung erlauben einen detaillierten Rückblick in über 30 Jahre Waldentwicklung in Nordrhein-Westfalen“, befand Horst Becker, der auch darauf hinwies, dass der Forst wichtigster Lieferant für den nachwachsenden Rohstoff Holz sei.

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