Wald, wohin das Auge blickt

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Die Waldinventur brachte wichtige Erkenntnisse

Meinerzhagen - Als Sauerländer kaum zu glauben: Nordrhein-Westfalen gilt als „waldarmes“ Bundesland. Und das, obwohl der Staatswald im Ebbe allein etwa 5000 Hektar groß ist.

Die Stadt Meinerzhagen liegt im Bezirk des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland. Auch hier wurde jetzt eine Waldinventur durchgeführt. Die brachte Ergebnisse zutage, die für die Zukunft von großem Wert sind.

Das Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland hingegen ist zuständig für den Staatswald im Ebbe und im Bezirk Lieberhausen und den Privat- und Staatswald im benachbarten Kreis Olpe. Was den Waldanteil an der Gesamtfläche angeht, belegt diese Behörde mit 57 Prozent Platz 4 unter den insgesamt 16 Ämtern in der NRW.

Waldreicher sind lediglich der Arnsberger Wald (98 Prozent), der Nationalpark Eifel (72 Prozent) und Siegen-Wittgenstein (71 Prozent). Den letzten Platz – und damit den geringsten Waldanteil – stellten die Statistiker am Niederrhein mit nur 16 Prozent Waldanteil fest. Das Ruhrgebiet kommt immerhin noch auf 22 Prozent. Für ganz Nordrhein-Westfalen lautet die Bilanz der jüngsten Waldinventur: „27 Prozent von NRW sind bewaldet.“

Immerhin: Die Meinerzhagener können sich – bezogen auf das Kurkölnische Sauerland mit dem Ebbe – über 2500 Quadratmeter Wald pro Einwohner freuen. Das ist ein Spitzenwert. Im Ruhrgebiet beispielsweise stehen jedem Bewohner (statistisch gesehen) nur 300 Quadratmeter Wald zur Verfügung.

Trotz dieser eher bescheidenen Gesamtquote kommt Landesumweltminister Johannes Remmel zu dem Schluss: „Nordrhein-Westfalen ist Waldland. Auch wenn die Wälder unterschiedlich verteilt sind – im Süden gibt es mehr Wald als im Norden, im Osten mehr als im Westen – so sind sie in allen Regionen wertvolles Natur- und Kulturerbe. Dieses zu erhalten und zu entwickeln ist Aufgabe von Landesforstverwaltung und Waldbesitz. Die Wälder erfüllen wichtige Funktionen. Sie sind Ort der Erholung und Begegnung, von Freizeitnutzung und Umweltbildung, sie bieten Tieren und Pflanzen Lebensraum und produzieren den nachwachsenden Rohstoff Holz.“

Und damit die Forstexperten wissen, wovon sie sprechen, wurden jetzt fleißig Bäume gezählt – auch im hiesigen Raum. Die Landeswaldinventur lieferte zahlreiche Daten, so zum Beispiel zum Alter der Waldbestände, zur Baumarten-Zusammensetzung, zur Situation des ökologisch wichtigen Totholzes in den Wäldern sowie zur Höhe des Holzvorrats und der Vielfalt in den Wäldern. Auch Auswirkungen von schwerwiegenden Natureinwirkungen wie des Orkans „Kyrill“ im Jahre 2007, der insbesondere im waldreichen Sauer- und Siegerland die Waldbestände betroffen hat, können durch eine Waldinventur deutlich gemacht werden.

Dass sich im Wald in den vergangenen Jahren einiges geändert hat, ist nun auch belegbar: „In unseren Wäldern wachsen mehr Laub als Nadelbäume. Dies ist auch ein Erfolg des aktiven Waldumbaus. Die häufigsten Baumarten sind Fichte, Buche, Eiche und Kiefer. Die Fichte bleibt aber die wichtigste Wirtschaftsbaumart“, teilt der Landesbetrieb Wald und Holz mit und kommt zu dem Fazit: „58 Prozent unserer Wälder bestehen aus Laubbäumen.“ Eine Ausnahme macht hier der heimische Raum: „Die höchsten Nadelbaumanteile haben die Wälder der Forstämter Kurkölnisches Sauerland mit 69 und Oberes Sauerland mit 62 Prozent.“

51 Baumarten wurden bei der landesweiten Waldinventur erfasst. Dazu gehören unter anderem Fichte, Kiefer, Trauben-/Stieleiche Rotbuche, Birke, Esche, Schwarzerle, Ahorn, Europäische Lärche und Douglasie. Und auch das kam bei der Waldinventur heraus: „Der mit 375 Jahren älteste in Nordrhein-Westfalen registrierte Baum ist eine Stieleiche im Bereich des Regionalforstamtes Soest-Sauerland.“

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