Stolpersteine

Stolperstein-Initiative will mit Faltblatt gegen das Vergessen ankämpfen

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Ingolf Becker, Jochen Trambacz und Elisabeth Brinkmann stellten jetzt das neue Stolperstein-Faltblatt vor.

Meinerzhagen - Die Initiative "Stolpersteine Meinerzhagen" hat jetzt ein Faltblatt mit den Standorten der Erinnerungen an ehemalige jüdische Mitbürger herausgegeben.

Sie sind seit einigen Jahren fester Bestandteil eines Spaziergangs durch die Innenstadt: die Stolpersteine, die – mit Messingtafeln versehen – an die ehemaligen jüdischen Mitbürger erinnern, die in Zeiten des Nationalsozialismus vertrieben oder ermordet wurden. Sie liegen jeweils vor den letzten frei gewählten Wohnungen der Opfer. „Diese Stolpersteine in unserem Ort sind Teil des größten dezentralen Mahnmal der Welt“, sagt Jochen Trambacz von der Initiative „Stolpersteine Meinerzhagen“.

Die vom Kölner Künstler Gunter Demnig geschaffenen Steine sollen bekanntlich an die Opfer erinnern und für Unrecht, Gewalt und Tod stehen. „Alles was geschehen ist, kann nicht mehr gutgemacht werden. Aber es erinnert uns daran, alles zu tun, dass sich so etwas nicht wiederholt“, so die Initiatoren, die nun ein neues Faltblatt vorgestellt haben. Das achtseitige Heftchen nimmt Bürger und Besucher mit auf einen Stadtrundgang, zeigt auf, wo die Stolpersteine, die bis jetzt verlegt werden konnten, zu finden sind. Und weist auch hin auf weitere Orte der Erinnerung an jüdische Mitbürger.

„Ein Arbeitskreis der Initiative hat sich intensiv um die Umsetzung des Faltblattes, welches man von Anfang an im Blickfeld hatte, gekümmert. Für die grafische Gestaltung ist vor allem Hans-Martin Brinkmann zu danken, aber auch Stefanie Schildchen, die die ersten Gestaltungsvorschläge erarbeitet hat“, heißt es von Seiten der Initiative. Das Resultat sei ein schönes und handliches Faltblatt, „das sicherlich eine Bereicherung für die Stadt darstellt“.

Vorerst ist das Faltblatt in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt worden. Zu finden ist es im Bürgerbüro und im Weltladen, in der Buchhandlung Schmitz, in der Sparkasse und der Volksbank und in den katholischen und evangelischen Kirchen. Am verkaufsoffenen Sonntag (8. Mai) sind sie vor der Töpferei Hoppe erhältlich.

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