Betrug im Internet landet vor Gericht

Weil er einen Internetbetrug begangen haben soll, stand jetzt ein 26-jähriger Valberter vor dem Amtsgericht. - Symbolfoto

Meinerzhagen - Über das Internet-Auktionshaus Ebay hatte ein Mann aus Valbert einen DJ-Controller angeboten. Ein Käufer erwarb das Gerät für 60 Euro. Das Geld gelangte umgehend auf das Konto des Verkäufers. Auf die Ware wartet der Geschädigte bis heute.

Auch sein Geld hat der Käufer des Gerätes bislang nicht zurückbekommen. Da das Vorgehen des Valberters einen Betrug darstellt, fand sich der Mann jetzt vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wieder. Urteil: drei Monate Haft auf Bewährung.

Der Controller sei ein Geschenk seiner Freundin gewesen. Nachdem die Beziehung gescheitert war, habe er sich auch vom Geschenk der Ex trennen wollen und es bei Ebay eingestellt. Dann sei das Paar jedoch wieder zusammen gekommen. Aus Angst vor Ärger mit seiner Freundin habe er das DJ-Equipment doch lieber nicht verkaufen wollen.

Dummerweise hatte der Käufer die 60 Euro aber schon überwiesen. „Ich wollte das Geld zurückzahlen, aber es gab so viele Abbuchungen von meinem Konto“, erklärte der 26-Jährige. Dann sei sein Ebay-Konto auch noch gesperrt worden, weshalb er keine Daten mehr vom Käufer gehabt hätte.

Dafür zeigte der Meinerzhagener Richter aber kein Verständnis: „Man kann anhand des Kontoauszuges doch sehen, woher das Geld gekommen ist und dann kann man es auch zurückschicken.“ Für den Angeklagten offenbar eine völlig neue Information. Betrügen habe er jedenfalls nicht wollen, stellte er fest. Für den Vorsitzenden angesichts dreier einschlägiger Vorstrafen schwer zu glauben. „Das ist ein typischer Ebay-Betrug“, brachte er es auf den Punkt.

Am Ende verurteilte er den Meinerzhagener zu drei Monaten Haft auf Bewährung. Der 26-Jährige muss 600 Euro an die Staatskasse und bis Ende September 60 Euro an den Geschädigten zahlen.

Ob das Urteil so bestehen bleibt, ist noch nicht klar. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte nämlich aufgrund der Vorstrafen drei Monate Haft ohne Bewährung gefordert. Die Einlegung eines Rechtsmittels gegen die Entscheidung ist also nicht ausgeschlossen.

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