Betrunken und ohne „Lappen“ mit dem Auto auf Tour

Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wurde am Dienstag gegen einen 38-jährigen Meinerzhagener verhandelt. - Symbolfoto

Meinerzhagen - Der Streit mit seiner Schwester machte einem Meinerzhagener am 7. Mai schwer zu schaffen und so gab er sich dem Alkohol hin. Nach einem Nickerchen setzte er sich ans Steuer seines Wagens – mit etwa 1,6 Promille Alkohol im Blut. Der Mann machte sich auf den Weg zu seiner Schwester, um noch einmal mit ihr zu reden.

Mit guten Vorsätzen an Bord, dafür aber ohne Führerschein und Haftpflichtversicherung fuhr der 38-Jährige durch Meinerzhagen. Kurz vor dem Haus seiner Schwester überlegte er es sich jedoch anders und kehrte um. Kaum in seiner Wohnung angekommen, bemerkte er einen Streifenwagen vor der Tür. Aus Angst vor der Polizei rannte er aus dem Haus und versteckte sich im Garten. Dort fanden ihn die Beamten schließlich. Am Dienstag fand sich der 38-Jährige auf der Anklagebank des Amtsgerichts in Meinerzhagen wieder.

Er habe sich nach dem Schläfchen frisch gefühlt, übernahm der Verteidiger das Reden. Dass er keinen Führerschein besaß und das Auto nicht versichert war habe der Angeklagte gewusst. 2004 hatte der Mann seine Fahrerlaubnis wegen Trunkenheit im Straßenverkehr verloren. Seither sei er immer wieder an der MPU gescheitert, weshalb er bis heute keine Fahrerlaubnis habe, erklärte der 38-Jährige. Verwundert wandte sich der Richter an den Angeklagten: „Wenn Sie seit zwölf Jahren keinen Führerschein haben, warum steht dann ein Auto vor der Tür?“ Das stammte noch von seiner Lebensgefährtin. Inzwischen sei das Fahrzeug verkauft. Neun Vorstrafen brachte er mit. Die meisten wegen Fahrens ohne Führerschein und Trunkenheitsfahrten. Sogar ins Gefängnis haben ihn diese Delikte schon gebracht. Er wisse, dass er ein Alkoholproblem habe, räumte er ein. Trotzdem gehe er einer geregelten Arbeit nach und zahle Unterhalt für seine Kinder. Umstände, die den Richter dazu bewegten, die sechs Monate Strafe zur Bewährung auszusetzen. Und: Der 38-Jährige habe seine erste Haftstrafe verbüßt. Nun sei abzuwarten, welchen Eindruck sie auf ihn gemacht hat. Als Bewährungsauflage muss der Meinerzhagener 300 Euro an die Staatskasse zahlen. Zudem ordnete der Vorsitzende eine Sperre von einem Jahr zur Erlangung einer Fahrerlaubnis an.

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