Schläger bekommt die Quittung

Meinerzhagen - Nach dem Besuch einer Kneipe polterte ein 31-Jähriger mitten in der Nacht in den Flur eines Meinerzhagner Mehrfamilienhauses. Dort schlug er wild um sich. Sieben Monate Haft auf Bewährung lautete im Amtsgericht Meinerzhagen das Urteil gegen den Randalierer.

Der gab in der Verhandlung an, sich aufgrund des Alkoholkonsums nicht mehr an die Ereignisse vom 18. Oktober vergangenen Jahres erinnern zu können. Er wisse nur noch, dass er viel getrunken habe und dass es im Hausflur zu einer Rangelei gekommen sei. Die Bewohner des Hauses halfen dem Angeklagten auf die Sprünge. „Wir waren gerade aus dem Urlaub zurück, als es unten an der Haustür ein Geräusch gab“, berichtete ein 44-Jähriger. Da ein Nachbar manchmal etwas durcheinander sei und schon mal seinen Schlüssel vergesse, seien der 44-Jährige und seine Frau rausgegangen. „Ich war auf Socken“, erinnerte sich der Zeuge. Als er die Tür ein Stückchen geöffnet hätte, sei diese sofort ganz aufgeflogen. Der Angeklagte sei reingekommen und habe nach jemandem gesucht. Der Zeuge habe dem 31-Jährigen erklärt, dass niemand mit diesem Namen im Haus wohne. Gegangen sei der Angeklagte trotzdem nicht, weshalb der Bewohner die Polizei wegen Hausfriedensbruchs alarmiert habe. Kaum habe er aufgelegt, da habe ihm der Angeklagte einen ersten Faustschlag ins Gesicht verpasst. Dabei sei die Brille weggeflogen. Es sei zur Schlägerei gekommen. „Der hat richtig draufgekloppt. Das war ein Überfall. Ich habe mich gewehrt“, schilderte der Mann.

Auch die Freundin des 44-Jährigen war mit im Hausflur. Sie habe die Tür aufgehalten, um für den Angeklagten den Weg nach draußen frei zu machen. „Dann fing er an zu dreschen. Ich stand hinter der Haustür. Es ging alles so schnell. Jedenfalls habe ich auch eine mitgekriegt“, erklärte die 51-Jährige. Nach dem Schlag sei ihr Schneidezahn lose gewesen. Zwei Wochen lang habe sie eine Zahnschiene tragen müssen. „Richtig fest ist er nicht mehr geworden“, sagte die Frau. Ihr Lebensgefährte trug bei der Attacke des Angeklagten einen Sehnen- und Kapselriss an der Schulter sowie Schwellungen davon. Sechs Monate lang war der Geschädigte arbeitsunfähig. Richtig arbeiten könnte er seither nicht mehr, zu groß sei die Gefahr, dass wieder etwas passiere, berichtete der 44-Jährige.

Erst einen Monat vor der Tat war der Angeklagte wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Weitere Vorstrafen wegen Beleidigung und Trunkenheit im Verkehr zieren seinen Auszug des Bundeszentralregisters. Zudem seien die Verletzungen der Opfer erheblich. Aus diesen Gründen käme nur eine Freiheitsstrafe in Betracht, erklärte der Richter. Als Bewährungsauflage muss der arbeitslose Kiersper 600 Euro an die Staatskasse zahlen. Der Verteidiger des Mannes, der eine in der Höhe nicht festgelegte Geldstrafe gefordert hatte, kündigte bereits die Einlegung eines Rechtsmittels gegen das Urteil an.

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