Valberter Hültekanne schließt Ende September

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Zunächst noch vorläufig war die Flatterbandabsperrung Anfang der Woche. Bis Ende September werden die Eheleute Junge die Hültekanne noch als Pächter führen. Bis dahin sollen alle Terminreservierung eingehalten werden.

Valbert - Verglichen mit der über 500-jährigen Tradition der Valberter Hültekanne sind die zurückliegenden rund eineinhalb Jahre, in denen das Ehepaar Daniela und Frank Junge dort die Wirtsleute waren, ein Wimpernschlag. Ende September werden sie nun Valbert verlassen, die Gaststätte im Ebbedorf wird dann schließen.

Anfang Februar 2015 hatten die beiden das Traditionsgasthaus übernommen. Mit vielen Ideen, darunter unter anderem auch der „kleinen Mittagskarte“, wollten sie die Valberter wieder zum Kneipengang motivieren. Gleichfalls wollten sie sich darum bemühen, wieder mehr als „gute Stube“ für die ansässigen Vereine und ebenso für kleinere und große Familienfeiern bereitzustehen.

Die Absicht war gut, der Erfolg indes blieb aus.

Und so teilte die Krombacher Brauerei als Pächterin dem Eigentümer der Immobilie im August dieses Jahres mit, dass wegen des Umsatzrückgangs das Pachtverhältnis beendet werde. In den vorausgegangenen Gesprächen hatten sich, so ist zu hören, keine Perspektiven ergeben, um die Situation nachhaltig zu verbessern und eine profitable Fortsetzung der Hültekanne zu erreichen.

Als einer der Hauptgründe stellte sich bei der Betrachtung der Lage heraus, dass es einen nicht ausreichenden Zuspruch der Valberter Bürger für ihre Hültekanne mitten im Dorf gibt und die Vereine zudem auch mehr und mehr andere Lokalitäten für ihre Zwecke nutzen. Hinzu kam, dass die Kegelbahn vor gut zwei Monaten geschlossen wurde. Durch widrige und stark von der Witterung abhängige Umstände sei die Gebäudesubstanz des Kegelbahnanbaus stark sanierungsbedürftig, heißt es. Gutachterlich festgestellte Kosten liegen nach Auskunft der Brauerei und von Friedrich-W. Schulte als Eigentümer der Gaststätte im mittleren fünfstelligem Bereich.

Die aktuelle Konsequenz aus der gesamten Sachlage: Die Eheleute Junge verlassen zum Ende dieses Monats Valbert in Richtung Lennestadt, wo sie eine andere Gaststätte übernehmen. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn wenn es für uns wirtschaftlich vertretbar gewesen wäre, wären wir gerne geblieben“, so das Ehepaar. Für die Zukunft der Hültekanne gibt es aber durchaus noch Hoffnung. Im Raum stehen derzeit Überlegungen, die Fläche für den Gaststättenbetrieb zu verkleinern, insbesondere durch Abtrennung der Saalfläche. Verbleiben würden dann der eigentliche Schankraum und das angegliederte Gesellschaftszimmer. Natürlich ebenso die Küche und die Sanitäranlagen.

In „Vorbereitung“ eines derartigen Konzeptes hat Eigentümer Friedrich-W. Schulte nach eigenem Bekunden zwischenzeitlich die betroffenen Vereine gebeten, ihre im Moment noch in der Hültekanne befindlichen Gegenstände wie etwa Fahnen, Bilder, Pokale oder ähnliches, zeitnah abzuholen. Im Gespräch erwähnte Schulte zusätzlich, dass er in der entsprechenden Mitteilung an die Vereine den Sachstand geschildert habe, ebenso sein Bedauern und seine Betroffenheit über die aktuelle Entwicklung.

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