Stellungnahme der Stadtverwaltung

Stadthalle zu „90 Prozent aus Steuergeldern finanziert“

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Die Stadthalle verfügt über insgesamt vier Dachebenen – sie alle entsprechen nach Aussage der Stadtverwaltung längst nicht mehr dem heutigen Standard.

Meinerzhagen - Kein Thema bewegt die Meinerzhagener derzeit mehr: Die Pläne für den Abriss der Stadthalle, die durch die Recherchen der MZ veröffentlicht wurden, sorgt für Gesprächsstoff und emotionale Diskussionen. Auf Anfrage der Redaktion nahm die Stadtverwaltung jetzt gezielt Stellung zu Leserbriefen und Vorwürfen.

Dabei wiederholt sie den Wunsch, mit einem Einkaufszentrum in Kombination mit einer neuen Stadthalle als Veranstaltungssaal eine „erhebliche Verbesserung der Infrastruktur“ in der Innenstadt zu erreichen. Detaillierter gehen die Verantwortlichen nun auch auf die erforderlichen Kosten ein, die für eine Sanierung der alten Stadthalle notwendig seien.

Es seien in den vergangenen Jahren durchaus Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden, um einem Sanierungsstau vorzubeugen. „Künftig müssten die Investitionen aber nicht zuletzt aufgrund sich verändernder rechtlicher Rahmenbedingungen und Sicherheitsbestimmungen extrem ausgeweitet werden, um heutigen Vorgaben und Umweltstandards Genüge zu tun“, heißt es in der Stellungnahme. So müssten Elektrik, Beheizung, Sanitäreinrichtung und auch die Brandmeldeanlage erneuert werden. Hinzu kämen notwendige Modernisierungsmaßnahmen etwa an der Fassade sowie an der Heizungs- und Lüftungsanlage. Summasummarum könnten sich die in den nächsten Jahren zwingend anfallenden Investitionen auf mehr als zwei Millionen Euro belaufen.

Kein Geld aus der Stiftung

Aufräumen wollen die Stadtverantwortlichen zudem mit dem Gerücht, dass das Geld der Otto-Rudolf-Fuchs-Stiftung für Sanierungszwecke zur Verfügung stünde – zumal nicht die Stiftungssumme von einer Million Euro, sondern lediglich die Zinserträge daraus eingesetzt werden könnten. Laut Stiftungszweck dürften diese Gelder aber lediglich für wissenschaftliche, soziale und kulturelle Zwecke eingesetzt werden, nicht aber für die Sanierung der Stadthalle – und dies sei auch nie geschehen.

Und so sieht man die Einbindung eines Investors auch als „deutlich günstigeres und risikofreies Modell“ an. Dabei würde sich die Stadt erst dann auf einen – auf seine Bonität geprüften – Investor festlegen, wenn dieser ein überzeugendes Gesamtkonzept vorlegt. „Die Stadt könnte die neue Stadthalle bedarfsgerecht anmieten und in gewohnter Zusammenarbeit mit Vereinen und Kulturschaffenden nutzen“, wie es weiter heißt.

Dazu strebe man auch weiterhin eine Lösung für Vereine an, die die Stadthalle bislang einmal jährlich kostenlos nutzen können – mit Ausnahme des Vereins KuK, der die Stadthalle nach Aussage der Verwaltung habe komplett kostenfrei nutzen können und nur für Nebenkosten in Höhe von knapp über 1000 Euro pro Jahr aufkommen musste. Dass über die künftigen Kosten zu reden sein wird, daraus macht die Verwaltung jedoch keinen Hehl: „Aktuell werden bei jährlichen Gesamtaufwendungen der Stadt von über 500 000 Euro für die Stadthalle in Gegenrechnung von Erträgen in Höhe von circa 50 000 Euro rund 90 Prozent der Aufwendungen der Stadthalle aus dem städtischen Haushalt und damit ausschließlich aus Steuergeldern (...) finanziert“, heißt es.

Geschäfte bislang „reine Spekulation“

Welche Geschäfte sich ansiedeln könnten, bezeichnet die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt als reine Spekulation. Sie verweist auf das Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2012, in dem die Ansiedlung bislang unterrepräsentierter Geschäfte als Ziel formuliert worden sei. Die Interessen der Bürger, Händler, Kulturschaffenden und Vereine wolle man dabei nicht aus den Augen verlieren – und dazu sei etwa auch eine Einwohnerversammlung denkbar.

Lesen Sie dazu auch die komplette Pressemitteilung der Stadtverwaltung.

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