Zukunft der Stadthalle

Stadthalle: Verwaltung beantwortet Fragenkatalog

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Der Otto-Fuchs-Saal mit Maró-Gemälde in der Stadthalle Meinerzhagen.

Meinerzhagen - Seit Ende Juli wartet die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf die Beantwortung eines Fragenkatalogs zur Stadthallen-Zukunft. Gleich 15 Punkte wollten Ingolf Becker und Karl Hardenacke geklärt wissen – seit Montag liegt nun eine umfangreiche Antwort der Verwaltung vor.

Auf sechseinhalb Seiten liefert die Stadt Antworten – wobei oftmals eine detaillierte Auskunft nicht möglich sei, wie es heißt. So befinde sich die Planung noch in einer zu frühen Phase, um bereits jetzt nähere Informationen über mögliche Einzelhandelsbranchen, einen Bauzeitplan oder den künftigen Standort des Maró-Gemäldes, an dessen Erhalt auch die Stadtverwaltung interessiert sei, liefern zu können. 

Hier ein Auszug aus dem Frage-Antwort-Katalog (die Pressemitteilung in voller Länge gibt es hier):

- Zum Beginn der ersten Überlegungen hinsichtlich eines Einkaufszentrums: „Konkrete Gedanken für eine neue Bebauung im Bereich der Stadthalle kamen im Verlauf der Verhandlungen mit Rewe Dortmund zur Zukunft des Kaufparks an der Hauptstraße auf.“ Nach deren Scheitern habe die Stadt Anfang des Jahres „den Gedanken aus verschiedenen Gesprächen“ aufgegriffen. 

-Zur Zahl und Identität der Investoren: „Welche Investoren sich mit welchen Überlegungen interessiert gezeigt haben, kann an dieser Stelle nicht offengelegt werden. Eine Ausschreibung – sollte es dazu kommen – unterliegt strengen Regeln, unter anderem auch der, dass potenzielle Teilnehmer einer solchen Ausschreibung vorab nicht genannt werden dürfen.“ J Zum Einzelhandelskonzept und der Einbindung von Stadtmarketing und Einzelhandel: „(...) die Stadthalle und ihr Umfeld werden als geeignete Fläche für eine [solche] Weiterentwicklung angesprochen. Insofern korrespondieren die Überlegungen vollständig mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt.“ 

- Zu den mit 2 Millionen Euro bezifferten Sanierungskosten der Stadthalle heißt es, dass diese „auf vorsichtigen Schätzungen des in Bauangelegenheiten versierten Fachbereichs“ beruhen. Zu diesen Kosten der kommenden Jahre gehörten zunächst alle Maßnahmen, die aus brandschutztechnischer, energetischer und bautechnischer Sicht notwendig seien. „Hinzu kommen Modernisierungsmaßnahmen, um die Stadthalle zukunftsfähig aufzustellen, wie beispielsweise die Erneuerung der sanitären Anlagen.“ Im Falle eines Denkmalschutzes müssten jedoch alle Modernisierungsmaßnahmen mit dem Landschaftsverband abgesprochen werden.

- Zur Möglichkeit eines Baustopps am Stadthallenumfeld: „Die Fertigstellung des Stadthallenumfelds ist zunächst von der Frage nach der Zukunft der Stadthalle nicht berührt.“ Alle weiteren Maßnahmen auch im Stadthallenumfeld würden von der Entscheidung zum Denkmalstatus abhängen. Die Kosten könnten bei einer Unterschutzsstellung der Stadthalle jedoch, so heißt es, „deutlich in die Höhe gehen“. 

-Zur Zukunft der anderen im Stadthallen-Komplex untergebrachten Einrichtungen: „Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass – sollten neue Räumlichkeiten benötigt werden – diese auch zu finden sein werden.“ J Zur Auslastung der Stadthalle: „Der wesentliche Aspekt in Bezug auf die finanzielle Bilanz ist die kostenfreie Nutzung der Halle für Vereine und Organisationen, die jeweils eine Veranstaltung im Jahr ohne Miet- oder weitere Gebühren durchführen dürfen, sowie die durchgehend mietfreie Nutzung durch KuK.“ Alle Veranstaltungen des Kulturvereins in der Stadthalle würden demnach von der Stadt mitfinanziert. „So kann eine bessere finanzielle Balance nach derzeitigem Stand kaum erreicht werden.“ Eine kostendeckende Vermarktung würde nach heutigen Standards weitestgehend das Ende des kulturellen Lebens in der Stadt bedeuten. 

- Die Personalkosten der Stadthalle belaufen sich im Haushaltsansatz für 2017 auf etwa 180 000 Euro, die jährlichen Energiekosten auf 73 000 Euro zuzüglich des Gaststättenanbaus (15 000 Euro). Eine Photovoltaikanlage komme aus statischen Gründen nicht in Frage. 

- Zur Denkmalschutzwürdigkeit heißt es: „Von Seiten des LWL sind bislang keinerlei Hinweise oder Einschätzungen zu einer Denkmalwürdigkeit der Stadthalle aufgekommen.“ 

Zudem würde eine Überplanung auch aufsichtsbehördlichen Überprüfungen standhalten und auch die im Rahmen der Regionale ausgegebene städtebauliche Zielsetzung nicht in Frage stellen.

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