Einkaufszentrum: „Investoren sehen Potenzial“

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In die Jahre gekommen: Die Stadthalle versprüht immer noch den Charme der späten 1970er-Jahre. Sie könnte einem Neubau weichen.

Meinerzhagen - Die Zukunft der Stadthalle bewegt ganz Meinerzhagen. Auch in den lokalen Gruppen der sozialen Medien und hier auf come-on.de ist das am Dienstagmittag veröffentlichte Vorhaben Thema Nummer eins.

Bekanntlich gibt es Planungen, die Stadthalle abzureißen und ein Einkaufszentrum mit integriertem Veranstaltungssaal an gleicher Stelle zu errichten. (Stellungnahme der Stadt)

Die Reaktionen reichen von heftiger Kritik über Skepsis bis hin zu ausgiebigem Lob – wobei die Zahl der positiven Beiträge überwog. Unterdessen ist die Erleichterung bei manchen Ratsmitgliedern, die von den Plänen der Verwaltung im Vorfeld informiert worden waren, groß. „Endlich ist Katze aus dem Sack“, sagte einer. Es seien immer mehr Gerüchte zu dem Thema im Umlauf gewesen.

Bürgermeister Jan Nesselrath wiederum ist von der ersten Resonanz in der Bürgerschaft positiv überrascht: „Wir sehen das Echo, auch in den sozialen Medien und auf come-on.de, durchaus als Arbeitsauftrag“, sagte er am Mittwoch gegenüber der Redaktion. 

Es habe im Vorfeld zahlreiche Anfragen von Investoren gegeben, die das Potenzial Meinerzhagens sehen. „Das Korsett ist durch die jetzigen Maßnahmen am Stadthallenumfeld gesteckt, wobei es natürlich Anküpfungspunkte geben wird.“ Förderschädlich für die Maßnahmen Stadtplatz oder Volme-Offenlegung sei das Projekt „Stadthalle“ allerdings nicht. Zumal die Stadt im Rahmen der europaweite Ausschreibung die Kriterien für einen Neubau selbst festlegen kann. „Wir werden zunächst nur einen Grundsatzbeschluss im Rat fassen. Im Laufe der Ausschreibungsvorbereitung sollen dann natürlich auch die Bürger intensiv beteiligt werden“, so Nesselrath.

Stadthalle mit langer (Vor-)Geschichte

Die Geschichte der Stadthalle, ist viel älter als der Bau selbst, der sich seit Ende der 1970er-Jahre zu einem zentralen Anlaufpunkt für Vereine und Kulturschaffende entwickelt hat. Bereits in den 1920er-Jahren wurde, so berichtete Wilhelm Langemann 1978 anlässlich der Eröffnung, laut über eine „den Gemeinschaftsgedanken fördernde Halle“ nachgedacht. Bis zur Realisierung des Baus sollten aber noch Jahrzehnte vergehen. 1962 entstand ein Stadthallenbauverein, 1966 folgte die Gründung der Stadthallen-GmbH, die in der Nähe von Bern ein geeignetes Vorbild für den Meinerzhagener Bau fand. Entstehen sollten Räume für die Stadtbücherei, die Altentagesstätte, das Stadtarchiv, für Filmvorführungen, für Ratssitzungen und andere Veranstaltungen. So finden nun bis zu 670 Personen im großen Saal Platz. Sogar eine „öffentliche Bedürfnisanstalt“ wurde gefordert. All das konnte auch umgesetzt werden – die Baukosten beliefen sich am Ende auf 8,8 Millionen D-Mark.

Auch die Firma Otto Fuchs war schon damals maßgeblich an der Realisierung beteiligt – und ist dies bis heute: Der im Dezember verstorbene Ehrenbürger Otto Rudolf Fuchs gab anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Halle die Gründung einer Stiftung bekannt, die mit einem Kapital von einer Million Euro ausgestattet ist. „Damit die Stadthalle auf alle Zeiten erhalten werden kann...“, hatte Fuchs die Zielsetzung damals beschrieben. Nach MZ-Informationen soll der Stiftungszweck allerdings in keinem direkten Zusammenhang mit dem bestehenden Stadthallengebäude als Bauobjekt stehen.

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