Stadthallen-Zukunft

Stadthallen-Diskussion: Überraschung und Befremden

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Umgeben von einer Großbaustelle – und künftig selber eine? Die Stadthalle bleibt ein heißes Eisen.

Meinerzhagen - Aus dem Ratsbürgerentscheid zur Stadthalle wird vorerst nichts und den Befürwortern der Verwaltungspläne bläst ausgerechnet von einem SPD-Ratsherrn aus Hilchenbach Gegenwind ins Gesicht – die MZ berichtete beide Male. Am Wochenende gab es weitere Reaktionen zu den jüngsten Entwicklungen.

So zeigte sich Grünen-Sprecher Karl Hardenacke, Initiator der „Denkmal-Anfrage“ beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), „völlig überrascht“ von der Aussage der Verwaltung, dass seine Anfrage den Prozess völlig zum Erliegen bringen soll. „Davon ausgehend, dass die Verwaltung unsere Fragen vom 18. Juli fundiert und ehrlich beantwortet, wovon wir ausgehen, hätte die Anfrage an den LWL durch die Verwaltung allemal gestellt werden müssen. Die Frage nach Schutzwürdigkeit ist unter anderem ja schon im Fragenkatalog der Grünen enthalten. Insofern handelt es sich eher um die Beschleunigung des gesamtem Prozesses“, so Hardenacke. 

Die Unterschutzstellung eines Gebäudes aus den 1970er-Jahren werde nach abgestuften Bewertungskriterien beurteilt. Wenn es also überhaupt zu einer Unterschutzstellung komme, werde dies den Befürwortern des Abrisses zwar nicht gefallen. „Da aber sowieso schon hohe Sanierungskosten angeführt wurden, wird das nicht erheblich ins Gewicht fallen. Eine energetisch zeitgemäße Sanierung wird damit wohl kaum verhindert.“ 

Bezugnehmend auf den Hinweis des Bürgermeisters, dass die weiteren Schritte nun in der Hand einer Behörde liegen, verweist Karl Hardenacke auf weitere Einflüsse durch andere Stellen. „So wird die Bezirksregierung nach landesplanerischen und städtebaulichen Vorgaben für Einkaufszentren und nach dem Einzelhandelserlass NRW zu Standort, Einzelhandelsverträglichkeit (auch für Nachbarkommunen), Verkehrsauswirkung, Ortsbild und Sortimentsstruktur mitentscheiden“, sagte der Grünen-Sprecher abschließend in seiner Stellungnahme.

SPD-Kritik am Hilchenbacher Genossen

Für Aufsehen, insbesondere bei der Meinerzhagener SPD, sorgte überdies der MZ-Bericht vom jüngsten Treffen der Initiative „Pro Stadthalle“, veröffentlicht am 19. August. Darin war Klaus Stötzel, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Hilchenbach und SPD-Mitglied, mit den Worten zitiert worden, dass es in Meinerzhagen zum Thema Stadthalle keine transparente Kommunalpolitik gebe – womit er bei seinen Meinerzhagener Genossen für „Unverständnis und Befremdung“ sorgte.

„Die Behauptungen, die in der Presse wiedergegeben sind, entbehren jeglicher Grundlage“, schreiben die Vorsitzende des Ortsverbands Petra Freudenreich und Fraktionsvorsitzender Rolf Puschkarsky, die zugleich an die ausführliche Pressemitteilung der Stadt vom 21. Juni erinnern, in der umfassend über das angedachte Projekt informiert worden sei. „Ebenfalls waren die Fraktionen im Vorfeld informiert. Im weiteren Verlauf wurden am 4. Juli in einer weiteren Presseerklärung die Bürgerinnen und Bürger über die Durchführung eines Ratsbürgerentscheides informiert.“

Freudenreich und Puschkarsky verweisen dabei auch an die entsprechenden Veröffentlichungen in der MZ. „In Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, in Leserbriefen und Kommentaren wurden Für und Wider diskutiert. Hier davon zu sprechen, dass die Transparenz fehle, ist eine Anmaßung von außen, die so nicht von uns getragen wird. Herr Stötzel hat sich im Vorfeld weder bei den Verantwortlichen des Ortsvereins noch bei der Fraktionsführung gemeldet oder informiert“, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Daher distanzieren wir uns auf das Schärfste von den Äußerungen und Beiträgen von Herrn Stötzel.“

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