Sekundarschule: Mittags ist Geduld gefragt

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13.11 Uhr am Mittwoch in der Sekundarschul-Mensa: An der Ausgabestation bildet sich eine lange Schlange.

Meinerzhagen - Die Mensa wird zum Wartebereich, die Pause zur Geduldsprobe: Vertreter von Schulkonferenz und Pflegschaft üben jetzt scharfe Kritik an der Situation in der Mittagszeit am Rothenstein. Schüler, die über Mittag verpflegt werden, müssten bis zu 25 Minuten für ihr Essen anstehen – womit mehr als die Hälfte der Pause in der Warteschlange verstreicht.

Eigentlich soll der Sekundarschule die Zukunft gehören: Nach ihrer Eröffnung im Jahr 2013 löst sie die auslaufende Real- und Hauptschule sukzessive ab, um für Meinerzhagener Schüler nach der Grundschule – neben dem Gymnasium – künftig Anlaufstelle Nummer eins zu sein. Dafür investierte die Stadt intensiv in die Ausstattung – die MZ berichtete mehrfach. Allerdings nicht in die Mensa, wie Schulpflegschaftvorsitzender Andreas Giesbrecht sowie Anja Dörner und Monika Klaes als Mitglieder der Schulkonferenz kritisieren.

„Wir fühlen uns sprichwörtlich verschaukelt“, sagt Klaes, die sich an die von der Stadt seit langem angekündigte Erweiterung der Mensa erinnert. Die etwa 95 Sitzplätze würden schon seit langem nicht mehr ausreichen, um der Nachfrage gerecht zu werden, ein Anbau an das 2011 (noch zu Realschulzeiten) eingeweihte Gebäude sei zwingend notwendig. Auch Tiefkühlmöglichkeiten gebe es nicht, die räumlich nah genutzt werden können. „Das Küchenteam muss die Ware aus den Hauswirtschaftsräume der Realschule holen“, beschreibt Monika Klaes die Situation. Die Mensa, sagt sie, sei einst als das Zugpferd für die neue Sekundarschule propagiert worden. Investiert worden sei durchaus, aber: „An digitalen Whiteboards kann man nicht essen!“

Lange Schlange innerhalb kurzer Zeit

Ortstermin. Mittwoch, 13 Uhr: Tatsächlich wird schnell deutlich, dass sich die Mädchen und Jungen der Klassen 5 und 6 in Geduld üben müssen. Aufgrund der Platzprobleme werden die täglich durchschnittlich 140 Portionen bereits in zwei Schichten gegessen. Es bildet sich innerhalb weniger Minuten eine Schlange, die sich von der Ausgabestelle bis zur gegenüberliegenden Wand erstreckt, dort einen 90-Grad-Knick macht und bis zur nächsten Wand weiterreicht. Die Letzten erhalten ihr Essen erst 20 Minuten vor Ende der Mittagspause. „Eine zweite Ausgabestelle würde schon helfen“, heißt es. Und Schulpflegschaftsvorsitzender Andreas Giesbrecht sagt: „Es gibt viele Schüler, die deshalb schon gleich auf den Besuch der Mensa verzichten.“ Und auch Schülersprecherin Daniela Popek glaubt, dass die Zahl der Nutzer bei entsprechender Größe der Mensa höher wäre. „Das Team ist nett und hilfsbereit, aber bis wir essen können, dauert es einfach zu lange und hinterher fehlt die Zeit, um die Pause auch noch anders nutzen zu können“, sagt die Achtklässlerin, die für das kommende Schuljahr eine Verschärfung der Situation erwartet. Denn: Noch zwei ganze Jahrgangsstufen stehen aus, bis die Sekundarschule komplett ist. Bei jeweiliger Dreizügigkeit wächst die Schule also um bis zu 180 Mädchen und Jungen an.

Daher ist ein Anbau seit langem geplant. Mehr als 400 000 Euro – aufgeteilt in Planungs- und Baukosten – waren ursprünglich schon für 2016 und 2017 im Haushalt eingestellt, dann aber verschoben worden. Der zuständige Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz weist auf Anfrage der MZ auf die nicht ausreichende Zahl an Anmeldungen und damit einhergehend von Mensanutzern hin. „Da erschien ein Anbau bislang nicht notwendig.“ Beim Blick in die Ausschussunterlagen aus dem August des vergangenen Jahres wird allerdings auch deutlich, dass die im Haushaltsjahr 2015 nicht ausgezahlten Baukosten zur Deckung eventueller Mehrausgaben für das Stadthallenumfeld genutzt wurden – zumindest bilanziell.

Fachbereich räumt Notwendigkeit ein

„Aber dass wir da etwas tun müssen, steht außer Frage“, sagt Maikranz. So seien für das kommende Haushaltsjahr die Planungskosten eingeplant, im darauf folgenden die Baukosten – wobei mit dem Bau eventuell noch Ende 2017 begonnen werden könnte. Die dann durch eine zum Schulhof hin verlängerte Mensa etwa 20 zusätzlichen Sitzplätze wird es aber demnach frühestens zum Schuljahresanfang 2018/19 geben.

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