Nur wenige Zuschauer am Straßenrand

Schützenzüge präsentieren Mottowagen in der Meinerzhagener Innenstadt

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Weiß-blaue Gemütlichkeit im Schützengarten der Birkeshöher.

Meinerzhagen - In so manchem Blaukittelgesicht zeigten sich am dritten Schützenfesttag durchaus die Spuren der vorangegangenen langen, vergnüglichen Nächte – und auch die ein oder andere Stimme zeugte von außergewöhnlichem Einsatz und hatte an diesem Morgen einen ganz besonderen Klang. Dennoch waren die Schützenzüge mit ihren Motivwagen pünktlich zum Antreten am Rathaus erschienen.

Nicht jeder hatte Zeit für ein ausgiebiges Frühstück gehabt oder nach den ersten Marschkilometern bereits wieder Appetit auf ein zweites. Deshalb wurden die belegten Brötchen, die vor dem Rathaus gereicht wurden, gern entgegengenommen und mit einem Glas Gerstensaft hinuntergespült.

Gut gestärkt ging’s dann zum Schützenzelt und zum Frühschoppen. „Schade nur, dass wieder mal so wenig Zuschauer an der Straße stehen,“ meinte ein Schütze mit Bedauern.

„Denn auch in diesem Jahr haben sich die einzelnen Züge wieder viel Mühe bei ihren Motivwagen gegeben.“ Die mussten während des Antretens an der Volmestraße geparkt werden und fuhren anschließend alle an der Spitze des Schützenzuges.

Schützenfest Meinerzhagen - Der Montag

Zunächst der Wagen der Südschützen, die offensichtlich nach Freilegung der Volme auf eine Floßfahrt hoffen. Vielleicht, so wurde spekuliert, werden sie sich aber auch nur mit einer Entenregatta zufrieden geben müssen.

Die Osterbauern, im Rot der Böllermänner gekleidet, erwiesen mit ihrem Wagen der Dicken Berta alle Ehre, die seit nunmehr 50 Jahren bei jedem Fest der Feste den Böller vom Ebbehang krachen lässt.

Wie sich ein Schütze den Garten Eden erträumt, hatten die Birkeshöher in Szene gesetzt. Weiß-Blau muss er sein, mit Biertischgarnitur, Gartenzaun und Blümchen sowie „Gerstensaft und strammen Weibern“. Einen kleinen Seitenhieb auf die Südschützen, die beim Trinken von Fahnenwasser immer blasser werden, inbegriffen.

Die Löher dagegen klagten über die vielen Kneipen, die in ihrem Heimatstädtchen in den letzten Jahren geschlossen haben, sowie über die unliebsamen Konsequenzen: Gähnende Langeweile!

Die hat allerdings alle zwei Jahre beim Fest der Feste keine Chance. Und auch am Montagmorgen war das letzte Bier noch lange nicht getrunken, die Fahnenwasserflasche bis zur Neige geleert. Denn beim Frühschoppen im Festzelt war auch die letzte Müdigkeit verflogen, und es konnte richtig rund gehen.

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