Immer mehr Bank-Kunden wollen ein Schließfach

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Sebastian Vogt, Abteilungsdirektor Privatkunden der Volksbank, hat in der Hauptstelle an der Hauptstraße keine freien Bankschließfächer mehr.

Meinerzhagen - Es sei die „Unsicherheit in der Bevölkerung“, die die Nachfrage nach Bankschließfächern steigen lasse, sagt Sebastian Vogt, Abteilungsdirektor Privatkunden der Volksbank im Märkischen Kreis in Meinerzhagen.

In der Volksbank-Filiale in der Innenstadt sind zurzeit alle 320 Fächer belegt, die Mitarbeiter führen eine Warteliste. Auch bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen sieht es nicht anders aus.

„Unsere Kapazitäten sind absolut erschöpft“, sagt Wolfgang Opitz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. Anfang 2016 sei die Entscheidung getroffen worden, die Anzahl der Bankschließfächer um 40 Prozent zu erweitern. „Momentan befinden wir uns mitten in der Umsetzung.“ Bis zum Ende des Jahres sollen in der Hauptstelle in Meinerzhagen 250 neue Fächer entstehen, in Kierspe sind es 200. „Dabei sprechen wir von Fächern in den Haupttresoren“, betont Opitz. Vor wenigen Jahren habe die Sparkasse schon einmal die Fächeranzahl erweitert.

Bisher gibt es in den beiden Städten 1100 Bankschließfächer. „Sie konzentrieren sich auf die beiden Hauptstellen“, erklärt Opitz. Denn dort könnten aufgrund der Haupttresore andere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, als in den Geschäftsstellen. Die Sparkasse bietet Fächer in vier verschiedenen Größen an, die zwischen etwa 60 und 150 Euro pro Jahr kosten.

Als Grund für die erhöhte Nachfrage der Kunden nach Bankschließfächern – es sind rund 28 000 in Meinerzhagen und Kierspe – sieht Wolfgang Opitz die erhöhten Einbruchszahlen. Aber auch die Entwicklung der eigenen Währung könne dazu geführt haben. „Das Thema Schließfächer wird auf jeden Fall im Blickfeld der Kunden bleiben“, ist sich der Vorstandsvorsitzende sicher. Früher seien es eher Urkunden und wichtige Policen gewesen, die die Menschen in den Fächern sicher aufbewahrt hätten. Heute kommen laut Opitz auch noch Bargeld und Schmuck hinzu. „Wenn in dem Schließfach Sachen mit einem Wert von mehr als 3000 Euro aufgehoben werden, dann muss eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden“, erläutert Opitz in diesem Zusammenhang. Vielen Kunden sei das nicht bewusst. Außerdem sollte die Versicherungssumme – vor allem beim Wert des Hausstandes – regelmäßig überprüft und aktualisiert werden.

Die Hauptstelle der Volksbank in Meinerzhagen verweist die Kunden an andere Geschäftsstellen. „In Valbert sind 44 von 192 Fächern frei“, weiß Annabell Steiner, Marketing-Mitarbeiterin der Volksbank im Märkischen Kreis. Die Stelle an der Mühlenbergstraße hat keine Schließfächer. Diese drei Filialen der Volksbank haben rund 14 200 Kunden.

„Viele fahren für ein Schließfach auch nach Müllenbach in Marienheide. Die Kunden gehen dort gerne hin, weil es ein kleiner, abgelegener Ort ist“, so Vogt. Die Schließfächer der Volksbank im Märkischen Kreis bietet Bankschließfächer in vier verschiedenen Größen an. Laut Steiner kosten sie zwischen 42 und 119 Euro im Jahr.

„Seit rund zwei Jahren ist die Nachfrage so groß“, erinnert sich Volksbank-Kundenberaterin Elvira Löwen. Für Sebastian Vogt ist nicht nur die ansteigende Einbruchsrate in Deutschland ein Grund für die erhöhte Nachfrage: Auch die Veränderungen bei den Zinsen könnten eine Rolle spielen. „Die Kunden bekommen nur noch wenig Zinsen“, so Sebastian Vogt. Daher würden sie ihr Geld vermutlich lieber in einem gesicherten Schließfach in der Bank verwahren.

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