Streit unter trinkfreudigen Männern

Meinerzhagen - Unaufgefordert gesellte sich ein 41-Jähriger am Stadion in Meinerzhagen zu einer Gruppe trinkfreudiger Männer. Einige Zeit später wachte der Mann mit einer blutenden Platzwunde am Kopf und einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus auf. Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wurde jetzt ein Mitglied der Gruppe wegen Körperverletzung und Diebstahls zu 750 Euro Geldstrafe verurteilt.

Dass er am 17. Februar in einem Imbiss an der Kölner Straße in Kierspe einem Gast das i-Phone gestohlen hatte, gab der Angeklagte sofort zu. Darüber hinaus soll der Mann aber auch für die Platzwunde des 41-Jährigen verantwortlich gewesen sein. Laut Anklageschrift hatte die Gruppe dem Geschädigten Geld gegeben, um flüssigen Nachschub zu besorgen. Doch statt in den Supermarkt zu gehen, soll sich der 41-Jährige aus dem Staub gemacht haben. Am Dianaweg sollen ihn die Männer eingeholt haben.

„Er hat angefangen. Er hat mir den Pulli zerrissen“ erklärte der Angeklagte. Er habe sich nur gewehrt, den Geschädigten weggeschubst und ihm mit der flachen Hand eine Ohrfeige verpasst. Dabei sei der 41-Jährige gestürzt. Dem Vorwurf zu Folge hatte der Angeklagte den Geschädigten, als dieser am Boden gelegen hatte, mit der Faust attackiert und dadurch die blutende Wunde verursacht. Mit der Faust habe er nicht zugeschlagen, gab der Meinerzhagener an.

Ein Zeuge, der das Geschehen vom Fenster eines Hauses aus beobachtet hatte, widerlegte die Aussage des Angeklagten nach Ansicht des Gerichts glaubhaft. Die Polizei hatte dem 16-Jährigen nach dem Vorfall mehrere Fotos vorgelegt. Schnell hatte der Zeuge den Angeklagten als Täter identifiziert. Im Gerichtssaal bestätigte der Teenager, dass der Mann auf der Anklagebank den am Boden liegenden Geschädigten am Kopf verletzt hatte. Bislang war der Angeklagte strafrechtlich noch nicht aufgefallen. Ein Punkt, der für ihn sprach. Zudem ging das Gericht zugunsten des Mannes davon aus, dass der Geschädigte ihn durch den Griff an den Pullover provoziert hatte.

Der Vorsitzende berücksichtigte auch, dass der Angeklagte zur Tatzeit 1,4 Promille Alkohol im Blut hatte. Der Geschädigte, der sich an nichts mehr erinnern konnte, hatte es auf stolze 2,34 Promille gebracht.

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