Rat stimmt Volkspark-Plänen zu

Im Maßnahmenplan sind 50 Standorte zu fällender Bäume und Sträucher rot markiert. Teils handele es sich nur um sogenannte Sämlinge, berichtete Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar. 13 Bäume sollen neu angepflanzt werden (grün ausgefüllte Markierungen). - Grafik: Stadt Meinerzhagen

Meinerzhagen - Der Volkspark kann (fast) wie geplant umgestaltet werden: Der Rat gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Pläne – jedoch nicht, ohne zuvor über die anstehenden Baumfällungen und die damit verbundende Kritik der UWG-Fraktion zu diskutieren.

Dass das Thema „Bäume“ Teilen der Bürgerschaft unter den Nägeln brennt, verdeutlichte bereits zu Beginn der Ratssitzung Christina Först, die als Meinerzhagenerin die Stunde der Öffentlichkeit dazu nutzte, um Bedenken deutlich zu machen. „Das Kriterium Denkmalschutz als Grund für die Fällung können viele Bürger nicht nachvollziehen“, sagte Först, die einen zu intensiven Eingriff in die Natur befürchtet.

Diese Sorge teilten Rolf Puschkarsky (SPD) und Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar nicht: Bei den 50 in Frage stehenden Bäumen, so machten sie deutlich und erinnerten an Ausführungen im Planungsausschuss, handele es sich mitnichten um durchweg ausgewachsene Exemplare, sondern zu Teilen auch um Sträucher und sogenannte Sämlinge. „Die Frage ist, ob man einen Baum überhaupt als solchen bezeichnen kann, wenn es sich nur um ein Sträuchschen handelt“, so Rothaar. In der Gesamtansicht des Parks werde man den Eingriff nicht bemerken, versicherte er (siehe Grafik). Einzig im Bereich des Teiches würde die Durchforstung nachhaltig für mehr Licht sorgen, um die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle zu erhöhen. „Die dortigen Bäume sind aber nie gepflanzt worden, sondern haben sich selbst entwickelt.“

Letztlich stimmte der Rat der Vorlage bei einer Enthaltung zu. Diese war nach Wünschen der Politik in den vorherigen Ausschüssen bekanntlich in kleinen Teilen geändert worden: Die Fraktionen hatten – wie berichtet – keinen Vorratsbeschluss für einen Rampenzugang auf der Bahnhofseite fassen wollen. Der ursprüngliche Plan von Verwaltung und dem Stadtplanungsbüro ASS sah vor, diese Rampe anzulegen, sobald ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen (circa 62 000 Euro).

Verärgert über die UWG im Allgemeinen und deren Fraktionschef Raimo Benger im Speziellen zeigte sich im Laufe der Diskussion Volkmar Rüsche (CDU): Er hinterfragte die Kommunikationsstruktur der Unabhängigen und kritisierte Facebook-Einträge Bengers auf Facebook, in denen er den Unmut der UWG über die Volkspark-Pläne kundtat. „Wofür haben wir eigentlich Fachausschusssitzungen?“, fragte Rüsche, der sich nur an eine Nachfrage bezüglich der Innenstadtplanung (Grünstreifen Zur Alten Post) erinnerte. „Populistische Aussagen sollte man unterlassen.“

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