Baustellen prägen das Bild

Ignorante Lastwagen-Fahrer in der Innenstadt

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Für Lieferverkehr ist die Hauptstraße befahrbar. Alle anderen Transporter mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen haben hier nichts zu suchen.

Meinerzhagen - Baustellen prägen zurzeit das Bild in der Meinerzhagener Innenstadt. Ein Brennpunkt ist der Bereich Volmestraße/Bahnhofstraße – und genau hier fanden sich am Montag zwei Experten ein, um sich die Lage vor Ort anzuschauen: Polizeihauptkommissar Horst Kurte und Dirk Kersenbrock vom Märkischen Kreis, zuständig für Verkehrssicherung und -lenkung.

Beide überzeugten sich unter anderem davon, dass sowohl der Lidl „Am Bücking“ als auch der Hit-Markt für Autos erreichbar sind. „Und das wird auch während der gesamten Baumaßnahme so bleiben. Darauf wurde bereits im Vorfeld großer Wert gelegt. Was Kurte und Kersenbrock allerdings auch beobachtet haben: Schwerlastverkehr ist immer öfter im unmittelbaren Innenstadtbereich anzutreffen. 

Und das hat einen Grund: Statt den Baustellenbereich großräumig über die Südumgehung zu umfahren – wie es die Umleitungs- und Verbotsschilder auch vorgeben –, wird aus Richtung Genkeler Straße kommend „An der Stadthalle“ oft rechts abgebogen. Und dann geht es für die Lastwagen nur noch über die Hauptstraße weiter – ein Nadelöhr. 

Und auch von der B 54 kommend, fahren etliche Transporter am Alten Rathaus vorbei in die Hautpstraße ein. Dort verursachen sie nicht selten ein kleines Verkehrschaos. Dabei ist diese Route ausschließlich dem Lieferverkehr vorbehalten. Hier Abhilfe zu schaffen, ist fast unmöglich. Schließlich kann die Polizei nicht ständig vor Ort sein.

Eine gute Nachricht hatten Kurte und Kersenbrock für die leidgeprüften Autofahrer dann aber doch noch parat: „Am Dienstag oder spätestens zum Schulbeginn am Mittwoch soll die Passage unter dem Viadukt an der Bahnhofstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden.“ Über den Kapellenweg ist dann eine recht bequeme Umfahrung der Baustelle Bahnhofstraße möglich. (Siehe Reaktion der Stadtverwaltung)

Raimo Benger von der UWG befasst sich in einer Pressemitteilung mit einer ganz anderen Art von Beschilderung im Stadtgebiet. Er schreibt: „Der Umbau der Meinerzhagener Innenstadt führt zu ständig wechselnden Baustellen. Die Verkehrssituation ändert sich dadurch ebenfalls permanent. ,Wie erreiche ich die Einzelhändler im Zentrum um einzukaufen?’ Das fragen sich viele Bürger, aber besonders Auswärtige, die nach Meinerzhagen kommen, um einzukaufen. Und dies sind gar nicht so wenige, gibt es doch in Meinerzhagen Fachgeschäfte mit Alleinstellungsmerkmal im Umkreis. Dazu gehören Foto-, Bekleidungs-, Schmuckgeschäfte und Buchhändler sowie Friseursalons mit internationalem Renommee.“ 

Benger hat beobachtet, dass Discounter mittlerweile Hinweisschilder aufgestellt haben. „Würde jedoch auch jeder Einzelhändler ein eigenes Schild aufstellen, gäbe es bald einen Schilderwald.“ Der Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft Meinerzhagen schlägt vor, dass die Stadt oder das Stadtmarketing sich um eine Beschilderung bemühen, um insbesondere Auswärtigen ein problemloses Erreichen des Zentrums zu ermöglichen. Er will dies auch im nächsten Hauptausschuss thematisieren.

Dirk Kersenbrock wies beim Ortstermin in diesem Zusammenhang deutlich darauf hin, dass private Schilder – etwa von Discountern – auf keinen Fall dort angebracht werden dürfen, wo auch offizielle Verkehrsschilder stehen. „Diese Kombination ist nicht erlaubt.“ Praktiziert wird sie mitunter dennoch.

Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile hat sich die Stadtverwaltung von den Aussagen zur Öffnung der Bahnunterführung distanziert. Es bleibe bei der ursprünglich geplanten Öffnung der Viadukt-Passage zum Beginn der kommenden Woche.

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